Mittwoch, 10. Februar 2010

Wissenschaft



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13.08.2009
 

Klonen

Das Mammut-Projekt

Von Jens Lubbadeh

Vor 10.000 Jahren verschwanden Mammuts von der Erde. Wissenschaftler würden die imposanten Kolosse gern wieder zum Leben erwecken - dank der Fortschritte der Gentechnik kein unrealistisches Szenario. Trotz technischer Hürden glauben Forscher, dass das Klonen der Tiere bald möglich sein wird.

"Jurassic Park" war gute Science-Fiction. Verführerisch die Vision des Autors Michael Crichton, Dinosaurier wieder zum Leben zu erwecken. Die Idee: Aus dem Blut eines in Bernstein eingeschlossenen Moskitos gewinne man Dino-DNA und erwecke die Urzeitgiganten zum Leben.

Doch funktioniert die Hollywood-Phantasie auch in Wirklichkeit?

Mammut-Skelett (Zeichnung): Die Eiszeit-Riesen starben vor 10.000 Jahren aus
REUTERS

Mammut-Skelett (Zeichnung): Die Eiszeit-Riesen starben vor 10.000 Jahren aus

Die Zeit macht den Träumen einen Strich durch die Rechnung: Die Riesenechsen verschwanden vor 65 Millionen Jahren. Nach dieser langen Zeit stehen die Chancen, noch intakte Dino-DNA zu finden, bei Null.

Viel realistischer erscheint da die Idee der Wiedererweckung des Mammuts. Diese riesige Elefantenart verschwand vor gerade einmal 10.000 Jahren.

Entwickelt hatte sich das Wollhaar-Mammut vor rund 300.000 Jahren in Sibirien. Es breitete sich während der jüngsten Eiszeit in Europa, Asien und Amerika aus. Bis zu acht Tonnen schwer wurden die Riesen - deutlich mehr als Elefanten mit nur fünf Tonnen.

Es gibt erstaunlich gut erhaltene Mammut-Reste: Vor zwei Jahren fanden Wissenschaftler im sibirischen Eis ein konserviertes Mammut-Jungtier (siehe Fotostrecke und Video).

Diese Funde und die Durchbrüche in der Gentechnik regen Wissenschaftler-Träume an. Zum einen gelang es japanischen Forschern, gesunde Mäuse aus den Zellen eines 16 Jahre lang tiefgefrorenen Mauskadavers zu klonen. Dann berichteten Forscher um Stephan Schuster, dass sie das Erbgut des Mammuts entziffert hätten.

"Die Proben, die wir verwendeten, stammen von zwei Tieren: Die eine ist 18.000 Jahre alt und enthält etwa 90 Prozent Mammut-DNA. Die zweite Probe stammt aus einem 60.000 Jahre alten Tier und enthält etwa 60 Prozent", sagte Schuster SPIEGEL ONLINE.

Zwar konnten die Forscher nur etwa 70 Prozent der stark zerstückelten DNA lesen. Doch bald werden sie den gesamten genetischen Bauplan der Eiszeit-Riesen in Händen halten. Dabei hatten sie nicht das tiefgefrorene Gewebe aus dem sibirischen Eis benutzt, sondern Hautzellen von Mammut-Haar. Dieses Material ist weniger verunreinigt als die gefrorene Körpersubstanz.

Der Traum vom wiedererweckten Mammut scheint näherzurücken. Doch ist seine Klonierung wirklich möglich?

Eins ist schon jetzt klar: Es handelt sich buchstäblich um ein Mammut-Projekt, denn viele technische Hürden sind zu nehmen. SPIEGEL ONLINE erklärt die einzelnen Schritte.

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