Limonen ist ein potenter Stoff: Er dient verschiedenen Insektenarten als Abwehrmittel gegen Feinde. Manche Arten nutzen ihn jedoch im Gegensatz dazu auch als Pheromon, um potentielle Partner anzulocken. In den USA wurde Limonen schon lange von der Industrie entdeckt und wird unter anderem als Parfumzusatz und als Insektenabwehrmittel verwendet.
Jetzt haben die Forscher die Substanz erstmals in Laufkäfern gefunden, die damit Fressfeinde wie Katzen oder Vögel, aber auch andere Insekten vertreiben. Daneben produzieren die Tiere noch weitere Abwehrstoffe, die mit Hilfe des Limonens die äußerste Schicht der Panzer feindlicher Insekten durchdringen können, schreiben Athula Attygalle vom Stevens Institute of Technology in Hoboken und seine Kollegen in der Zeitschrift "Naturwissenschaften".
Im Hinterleib der Käfer sitzen Drüsen, die ein komplexes Sekret produzieren, das Limonen und andere Chemikalien enthält. Der ausgeschiedene Cocktail soll dem Käfer Feinde vom Leib halten. Dies funktioniert tatsächlich, denn die Stoffe lösen bei vielen Tieren einen Ekelreflex aus, so dass sie die Käfer von selbst in Ruhe lassen.
Für den Fall, dass sie ihnen trotzdem zu nahe kommen, besitzt das Drüsensekret irritierende Eigenschaften. Es enthält unter anderem auch Toluchinon, das auf raffinierte Weise mit dem Limonen zusammenspielt, um Feinde noch effizienter zu bekämpfen. Toluchinon ist bei Raumtemperatur nicht flüssig, sondern fest wie Kristallzucker oder Salz. Es muss also irgendwie im Sekret gelöst werden, weil es in fester Form nicht genutzt werden kann. Wie Zucker, der in Wasser löslich ist, kann Toluchinon vom Limonen gelöst werden.
In dieser Form kann es mit dem Drüsensekret ausgeschieden werden und die Laufkäfer bei der Verteidigung unterstützen. Die Wirkungsweise des Gemisches ist noch nicht vollständig geklärt. Aber Attygalle vermutet, dass der Mix aus Limonen und Toluchinon die wachsige äußerste Schicht von Insektenpanzern durchdringen kann und so Feinde deutlich besser abgewehrt werden können.
mbe/ddp
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