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22.09.2009
 

Rede vor der Uno

Obama warnt vor Klimakatastrophe

Barack Obama vor der Uno-Vollversammlung: "Wohlstand und Sicherheit sind in Gefahr"Zur Großansicht
AFP

Barack Obama vor der Uno-Vollversammlung: "Wohlstand und Sicherheit sind in Gefahr"

Mit dramatischen Worten hat US-Präsident Barack Obama vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Sollten die Staaten nicht schnell handeln, riskiere man eine "unumkehrbare Katastrophe", sagte Obama in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen.

New York - Was für ein Unterschied zu seinem Vorgänger. Während George W. Bush sich noch schwertat, die bloße Existenz des Klimawandels anzuerkennen, hat US-Präsident Barack Obama jetzt in den düstersten Farben ausgemalt, was der Menschheit droht, sollte sie weiterhin untätig bleiben. "Unser Wohlstand, unsere Gesundheit und unsere Sicherheit sind in Gefahr", sagte Obama am Dienstag vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. "Keine Nation, egal ob groß oder klein, arm oder reich, kann den Folgen des Klimawandels entgehen."

Die Konsequenzen seien schon heute spürbar: "Stärkere Stürme und Fluten bedrohen jeden Kontinent. Regelmäßigere Dürren und Ernteausfälle sorgen für Hunger und Konflikte." Es sei eine Tatsache, dass die Menschheit zu lange nicht auf die Bedrohung reagiert oder nicht einmal ihre Bedeutung erkannt hat, sagte Obama. "Das gilt auch für mein Land. Wir erkennen das an."

"Eine neue Ära ist angebrochen"

Aber das sei die Vergangenheit - eine "neue Ära" sei angebrochen. Die USA hätten in den vergangenen drei Jahren mehr für saubere Energien und gegen Umweltverschmutzung getan als jemals zuvor in ihrer Geschichte. Binnen drei Jahren solle die Kapazität erneuerbarer Energien verdreifacht werden. Derzeit würden Milliarden Dollar investiert, um Gebäude energieeffizienter zu machen - "das hilft amerikanischen Familien nebenbei, Geld zu sparen", sagte Obama, der derzeit enorme Schwierigkeiten hat, den Kongress von seinen Klimaschutzplänen zu überzeugen.

Obama kündigte auch an, gemeinsam mit den anderen Staats- und Regierungschefs beim G-20-Gipfel in Pittsburgh am Donnerstag und Freitag die Subventionen für fossile Energien zurückzufahren. Mehrfach betonte der US-Präsident, dass noch viel zu tun bleibe. "Es kann keine Illusionen darüber geben, dass das Schwierigste noch vor uns liegt." Aber Schwierigkeiten seien "keine Entschuldigung für Untätigkeit". Jeder müsse tun, was er könne. Das Gipfeltreffen im Dezember in Kopenhagen müsse ein "bedeutender Schritt vorwärts" im Kampf gegen den Klimawandel werden.

Obama nahm auch die Schwellenländer in die Pflicht. Zwar liege der Großteil der Verantwortung bei den Industrienationen. "Aber die schnell wachsenden Schwellenländer müssen auch ihren Teil tun", denn sie seien in den kommenden Jahrzehnten für nahezu das gesamte Wachstum der Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Diese Nationen "müssen sich zu starken Maßnahmen verpflichten und zu ihnen stehen", sagte Obama, "genauso wie die entwickelten Länder zu ihren stehen müssen". Die Industrienationen müssten dafür finanzielle und technische Hilfe leisten. Das Problem sei am Ende nur durch die Zusammenarbeit der großen CO2-Emittenten lösbar. "Es gibt keinen anderen Weg", sagte Obama.

Yvo de Boer, der Chef des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, hatte zuvor angekündigt, dass China in Kürze weitreichende Maßnahmen zur Senkung seines Kohlendioxidausstoßes verkünden werde. Dadurch werde sich die Volksrepublik "zu einer der führenden Nationen im Kampf gegen den Klimawandel" entwickeln.

"Endlich breite Anerkennung des Problems"

Insbesondere die ärmsten Länder bräuchten die Unterstützung der reichen Nationen, sagte US-Präsident Obama. "Sie haben nicht die gleichen Mittel wie die USA oder China, aber sie brauchen am dringendsten eine Lösung." Viele seien bereits schwer getroffen von den Folgen der globalen Erwärmung: Hungersnöte und Dürren, verschwindende Küstensiedlungen und Konflikte um Ressourcen. "In Zukunft stehen wir nicht mehr vor der Wahl zwischen einer wachsenden Wirtschaft und einer sauberem Planeten", sagte Obama. "Das Überleben hängt von beidem ab." Es helfe nicht viel, Armut zu lindern, wenn die Menschen keine Ernte und kein Trinkwasser mehr hätten.

Es gehe nicht nur darum, ein Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu schließen. "Wir suchen eine Übereinkunft, die es allen Nationen erlaubt, zu wachsen und ihre Lebensstandards zu erhöhen, ohne den Planeten zu gefährden." Eine gute Nachricht jedenfalls gebe es schon heute, findet Obama: "Nach zu vielen Jahren des Nichtstuns und des Leugnens gibt es nun endlich eine breite Anerkennung der Dringlichkeit der Herausforderung, die vor uns liegt."

Inzwischen will sogar die Luftfahrtindustrie im Klimaschutz aktiv werden. Laut einem Zeitungsbericht haben Fluglinien, Airports und Flugzeughersteller ein Abkommen unterzeichnet, das eine Halbierung des Treibhausgas-Ausstoßes bis zum Jahr 2050 vorsieht. Es soll auf dem Treffen in New York vorgestellt werden.

mbe

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25.07.2010 von Tolotos:

Leider könnten Sie damit durchaus Recht haben! Das sehe ich allerdings ganz anders! Natürlich ist das Wachstum der Weltbevölkerung ein Problem, aber eher ein sekundäres. Das grundlegende Problem scheint mir zu sein, dass [...] mehr...

25.07.2010 von merapi22:

Was haben Sie denn ausgegraben? Nach dem Scheitern von Kopenhagen wurden alle Klimaforen geschlossen! Natürlich ist Umwelt-/Klimaschutz das dringendste Problem! Die Lösung ist einfach: Weltweite Umstellung der Energieerzeugung [...] mehr...

25.07.2010 von spon-1180483865220: Bevölkerungswachstum stoppen! Richtig!

Richtig. Absolut total richtig Natürlich müssen viele Probleme angepackt werden. * wie funktioniert eine vergreiste Gesellschaft? * wer kümmert sich um die vielen Alten und Kranken? * man sollte auch Tabus anpacken: [...] mehr...

16.11.2009 von siamkat:

freeman vom schall-und-rauch-blog schreibt schon seit jahren über die angebliche klimalüge. mehr...

15.11.2009 von Edgar:

Hmm, meinen Sie damit, wir sollten weniger arbeiten, weniger produzieren und mehr das Leben geniessen? Oder meinen Sie, wir sollten die gleiche Arbeit für weniger Geld tun? mehr...

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Die einen warnen vor den Risiken und Nebenwirkungen menschlicher Eingriffe, die nur wenig erforscht sind. Die anderen fürchten, Geo-Engineering könnte die Menschheit dazu verleiten, andere Maßnahmen zum Klimaschutz gleich ganz bleiben zu lassen. Möglicherweise lässt sich mit den Eingriffen aber Zeit gewinnen. Geo-Engineering könnte für 10 oder 20 Jahre helfen, den Klimawandel zu bremsen. Um die eigentliche Aufgabe, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, wird die Menschheit jedoch nicht herumkommen.

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