Wie eine gewaltige Wand erhebt sich der Himalaja nördlich der weiten Ebenen Indiens, Nepals und Bhutans. Vor rund 55 Millionen Jahren traf die Indische Kontinentalplatte auf ihrem Weg nach Norden auf die Eurasische Platte. An ihrer Grenze faltete sich der Himalaja immer weiter in die Höhe. Das Ergebnis ist das größte Gebirgssystem der Erde: rund 2,5 Millionen Quadratkilometer groß und im Durchschnitt mehr als 5000 Meter hoch.
Die Region enthält mit dem Mount Everest (8850 Meter) und dem K2 (8612 Meter) die beiden höchsten Gipfel der Erde und umfasst 30 weitere Berge, die mehr als sieben Kilometer aufragen. Viele von ihnen sind permanent mit Schnee und Eis bedeckt. In dem Falschfarbenbild des europäischen Satelliten "Envisat" erscheint Vegetation rot, die von Schnee und Eis bedeckten Gipfel leuchten weiß.
Die gewaltigen Gletscher legen im Winter an Masse zu und geben diese im Sommer in Form von Wasser ab. Dadurch spielt der Himalaja eine zentrale Rolle für die Wasserversorgung Hunderter Millionen Menschen auf dem indischen Subkontinent. Der Ganges, Indiens wichtigster Fluss, ist am unteren Rand des Satellitenbildes zu sehen.
Allerdings gehört das Gebirgssystem neben der Arktis zu den Weltgegenden, in denen der Klimawandel am schnellsten voranschreitet. Allein in den vergangenen rund 50 Jahren sind die Temperaturen dort im Mittel um zwei Grad gestiegen. Hält dieser Trend an, könnten die Gletscher des Himalajas noch in diesem Jahrhundert vollständig verschwinden. Forscher befürchten für diesen Fall sowohl schwere Überflutungen als auch verheerende Dürren.
mbe
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