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17.11.2009
 

Uno-Generalsekretär Ban zum Klimagipfel

"Wir dürfen diese einzigartige Chance nicht vergeuden"

Ban Ki Moon (auf Spitzbergen, 1. September): "Wichtigstes Thema seit Amtsantritt"Zur Großansicht
REUTERS

Ban Ki Moon (auf Spitzbergen, 1. September): "Wichtigstes Thema seit Amtsantritt"

Was ist vom Klimagipfel in Kopenhagen noch zu erwarten? Einiges! Das schreibt Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in einem Gastbeitrag für SPIEGEL ONLINE. Entscheidend werde aber das Handeln der internationalen Staatengemeinschaft sein - nach dem Treffen.

In drei Wochen wird die UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen beginnen. Sie wird ein Meilenstein der internationalen Anstrengungen sein, mehr Nachhaltigkeit auf unserem Planeten zu erreichen. Nach Ansicht der Wissenschaft steht in Kopenhagen alles auf dem Spiel. Wir dürfen diese einzigartige Gelegenheit nicht vergeuden, einen neuen Weg zu beschreiten, der zu Wohlstand aber auch zu weniger Kohlendioxidausstoß führt. Jetzt ist dieser Moment gekommen.

Der Klimawandel hat auch Folgen für alle anderen Herausforderungen, vor denen wir stehen: weltweite Armut, Gesundheitsversorgung, Wirtschaftswachstum, Nahrungssicherheit, sauberes Wasser und Energie. Deshalb ist der Klimawandel mein wichtigstes Thema seit meinem Amtsantritt geworden.

Wir haben in den vergangenen zwei Jahren bedeutende Fortschritte erzielt. Der Klimawandel ist längst kein Nischenthema mehr, sondern beherrscht die internationale Agenda. Im September hatte ich in New York einen Gipfel einberufen, an dem 101 Staats- und Regierungschefs teilgenommen haben. Es war das bisher größte Treffen der politisch Verantwortlichen zu diesem Thema. Präsidenten, Premiers und Ministerpräsidenten, die alle unterschiedlich vom Klimawandel betroffen sind, sind sich einig: Wir müssen dringend handeln, damit der vom Menschen verursachte Klimawandel nicht außer Kontrolle gerät.

"Jede Nation muss ihren Beitrag leisten"

Beim Gipfel signalisierten die Teilnehmer, dass sie in Kopenhagen ein Abkommen erreichen wollen. Sie äußerten breite Zustimmung, langfristige Ziele zu verabschieden, um den weltweiten Temperaturanstieg auf ein sicheres Maß zu begrenzen. Jetzt lautet die Aufgabe, diese Vision in politische Realität zu verwandeln. Gemeinsam müssen wir sicherstellen, dass alle Länder daran arbeiten, langfristig den weltweiten Temperaturanstieg zu begrenzen, verletzliche Bevölkerungsgruppen zu schützen und grünes Wachstum zu schaffen.

Wir können diese Ziele in Kopenhagen erreichen. Ich werde weiter darauf drängen, ein möglichst umfassendes Abkommen zu verabschieden. Eines, das den Forderungen der Wissenschaft standhält und den Weg weist für ein weltweit bindendes Abkommen, das unser Endziel sein muss. In Kopenhagen müssen nicht alle Details geklärt werden. Aber es muss dort klar entschieden werden, wie die Grundlagen eines weltweiten Klimaabkommens aussehen werden.

Im Moment ist es wichtig, dass sich die Staaten bei den Hauptfragen einigen. Jede Nation muss ihren Beitrag leisten.

  • Industrieländer müssen ehrgeizige Ziele setzen, um ihren Ausstoß von Treibhausgasen zu senken.
  • Entwicklungsländer müssen mehr tun, um die Zunahme ihrer Emissionen zu verlangsamen.
  • Wir müssen uns darauf verständigen, wie wir verletzlichen Bevölkerungsgruppen dabei helfen können, sich an den Klimawandel anzupassen.
  • Regierungen müssen sich auf umfassende Maßnahmen zur Finanzierung und technologischen Unterstützung verständigen. Nur dann können die Entwicklungsländer ihre Emissionen senken und mit den Folgen des Klimawandels fertig werden.
  • Außerdem müssen sich die Regierungen auf faire und transparente Strukturen einigen, um diese Unterstützung leisten zu können.

Meiner Ansicht nach muss in Kopenhagen mindestens ein Abkommen geschlossen werden, das diese Punkte klar angeht. Nur dann können wir von einem Erfolg sprechen.

Aber Kopenhagen entscheidet nicht endgültig über Erfolg oder Misserfolg. Die Konferenz ist auch nicht der Schlusspunkt für gemeinsames weltweites Handeln. Entscheidend wird die Umsetzung sein. Letztlich wird uns die Wissenschaft sagen, ob wir erfolgreich waren oder nicht. Ich bin entschlossen, als neutraler Mittler bei den von Dänemark angeführten Vorbereitungen zu agieren. Die Vereinten Nationen werden weiter globale Beratungen abhalten und unterstützen sowie den Regierungen mit ihrer weltweiten Kompetenz zur Seite stehen, wenn sie Klimaabkommen umsetzen wollen.

Letztlich liegt es aber an den Regierungen, über Inhalt und Form eines Abkommens zu entscheiden. Die Verantwortung für das Ergebnis von Kopenhagen liegt - wie bei jedem internationalen Abkommen - auf ihren Schultern. Es ist entscheidend, dass die Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Ich begrüße es, dass der dänische Ministerpräsident Rasmussen sie nach Kopenhagen eingeladen hat, und ich begrüße die Bereitschaft von US-Präsident Obama, eine Teilnahme zu erwägen.

"Finanzierung ist entscheidendes Element"

Ich fordere alle Staaten auf, mehr zu tun und Kopenhagen zu dem Ort zu machen, an dem die Welt ein umfassendes Abkommen beschließt, das die Grundlage für gemeinsames Handeln gegen den Klimawandel bildet. Aus diesem Grund begrüße ich auch die Anstrengungen der EU-Staaten, die führend bei den Zielen für die mittelfristige Reduzierung der Emissionen sind. Sie sind von entscheidender Bedeutung, damit andere Staaten ebenso ehrgeizig handeln. Ich fordere die Staats- und Regierungschefs der EU auf, die gleiche Führungsstärke zu zeigen, wenn es darum geht, ihren gerechten Anteil an einem internationalen Paket zur Klimafinanzierung zu leisten und eine schnelle Finanzierung zu unterstützen.

Angemessene, verlässliche und zusätzliche Finanzierung - aus öffentlichen und privaten Quellen - ist nötig, um die Entwicklungsländer zu unterstützen. Natürlich werden die Vorteile allen Ländern zugutekommen. Beim EU-Gipfel im Oktober in Brüssel wurde über die Höhe des langfristigen Finanzierungsbedarfs gesprochen. Jetzt benötigen wir mehr Klarheit, welche genauen Beträge die Industrieländer zusagen wollen. Eine klare Finanzierung ist ein entscheidendes Element eines erfolgreichen Klimaabkommens.

Wenn es eine Lektion gibt, die wir aus der Klimakrise und den anderen Krisen des vergangenen Jahres lernen können, dann diese: ob Nahrungs-, Energie-, Finanzkrise und die Grippepandemie: Wir teilen uns einen Planeten, eine Heimat. Als Menschen, als Nationen, als Art. Diese Themen gehen uns alle an. Lassen Sie uns zusammen daran arbeiten, die Möglichkeiten zu nutzen, die uns Kopenhagen bietet!

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Die neuesten Beiträge:
21.12.2009 von cluster15: jetzt mal Tacheles

Tja, was man Sie was schlimmer wird, Wortklauben oder Datenklauben..... Keine Ahnung was Sie meinen, der lineare Trend zeigt einen Anstieg von etwas mehr als 0.4 Grad Celsius Warum 1940 oder 1970? Von 1930-1970 ist [...] mehr...

21.12.2009 von cluster15: A posteriori

Kausalketten im Nachhinein konstruieren zu können, heißt nicht in jedem Fall, dass die Ereignisse tatsächlich in der Abfolge als solche im Vorhinein geplant waren (schönes Beispiel wäre das Minenfeld der Evolution). Ich hatte [...] mehr...

21.12.2009 von snoopdog: Beamtenspeech.

... und falls das Klima sich nicht reglementskonform entwickeln will, dann ist fristgemäß bis spätestens 31.12.09... Beamtenspeech pur ... hoffentlich kriegen Sie Ihre Kaffeepause eben so zuverlässig geregelt mehr...

20.12.2009 von denkmal!:

[QUOTE=Blackjack51;4733832][QUOTE=denkmal!;4733314]Also ich bin meinen chinesischen Solarzellen absolut zufrieden. Sie überteffen sogar die angegebenen Werte. ---Zitat--- Hast du die Panels messen lassen? Das können nur wenige [...] mehr...

20.12.2009 von de.nada: Hatte was zu erledigen. ;)

Ich weiß nicht wie ehrlich "Die Welt" ist. Ich weiß nicht mal ob die Welt weiß was PR ist und was nicht. (hoffentlich erscheint nur dieses) mehr...

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Weltklimaverhandlungen

Wichtige Punkte

Die G-8-Staaten haben sich grundsätzlich zu dem Ziel bekannt, den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Auch die Schwellenländer haben sich dem jetzt angeschlossen. Doch konkrete Vorgaben und Zusagen zur Finanzierung fehlen noch - deshalb könnte es beim bloßen Lippenbekenntnis bleiben.

Worum geht es?

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Die Staaten der Union haben sich verpflichtet, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken. Wenn andere Staaten mitziehen, versprechen die Europäer sogar ein Minus von 30 Prozent. Die Aufteilung der EU-weiten Ziele auf Mitgliedstaaten ("Effort Sharing") wird unter Berücksichtigung der Wirtschaftsleistung pro Kopf und der nationalen Voraussetzungen vorgenommen.

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