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23.11.2009
 

Neue Studie

Allianz befürchtet nicht versicherbare Schäden durch Klimawandel

Von Markus Becker

New Orleans ein Jahr nach Hurrikan "Katrina": Der Klimawandel macht Versicherern SorgenZur Großansicht
AFP

New Orleans ein Jahr nach Hurrikan "Katrina": Der Klimawandel macht Versicherern Sorgen

In einer neuen Studie zur globalen Erwärmung beziffern WWF und Allianz die finanziellen Folgen des Klimawandels - und kommen zu einem beklemmenden Ergebnis: Die drohenden Schäden sind kaum noch versicherbar.

Die Überschriften der Nachrichtenagenturen ließen es an Dramatik nicht fehlen: "Allianz und WWF befürchten Klimakatastrophe vor 2050", titelte AP. "Küstenstädten drohen Riesen-Schäden durch Klimawandel", schrieb Reuters. "Durch Klima-Kippeffekte drohen weltweit Milliardenschäden", hieß es bei AFP. "Studie: Unumkehrbare Klimafolgen schon vor 2050", lautete die Zeile der Deutschen Presse-Agentur.

Das Merkwürdige: In der Studie, die der WWF und der Versicherungskonzern Allianz am Montag vorgelegt haben, steht über die möglichen Folgen des Klimawandels nichts Neues. Schnell steigende Meeresspiegel, Dürren in Kalifornien und Südeuropa, Wetterkatastrophen in Asien - alles sattsam bekannte Gefahren der globalen Erwärmung. Auch dass nun alles viel früher passieren soll als bisher vermutet, gibt die Studie nicht her.

"Zum Zeitpunkt der Veränderungen gibt es keine neuen Erkenntnisse", sagte WWF-Mitarbeiterin Sigrid Goldbrunner zu SPIEGEL ONLINE. Auch wurden in der Studie die zukünftigen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, die insbesondere in den Industriestaaten zweifellos ergriffen werden, nicht berücksichtigt. Deshalb dürften die Schadenshöhen, die in dem Papier genannt werden, allenfalls theoretisch sein.

So heißt es etwa in der Studie, das Abschmelzen der Polkappen könne schon vor dem Jahr 2050 zu einem Meeresspiegelanstieg von einem halben Meter führen. In den 136 Küstenstädten mit mehr als einer Million Einwohnern seien dadurch Vermögenswerte von über 28 Billionen US-Dollar gefährdet. Allein an der Nordostküste der USA stiegen die gefährdeten Werte in den nächsten 40 Jahren von heute 1,35 auf 7,4 Billionen US-Dollar an.

Drohende Klimaschäden nicht mehr versicherbar

Die Berechnung realer Schadenshöhen sei jedoch nicht das eigentliche Ziel gewesen, sagt Allianz-Sprecher Nicolai Tewes. "Wir haben anhand der prognostizierten Entwicklung der Küstenstädte ausgerechnet, welche Werte dort künftig stehen werden." So könne man herausfinden, welches Investment nötig sei, um solche Werte zu versichern - "und ob Schäden in einer Höhe, wie sie durch den Klimawandel drohen, noch versicherbar sind". Die Antwort laute: Sie sind es nicht, zumindest nicht mit heutigen Geschäftsmodellen. "Eine Lösung wäre, besondere Kapitalmarkt-Produkte zu schaffen", so Tewes. Doch auch an den Kapitalmärkten könne man ein Risiko solchen Ausmaßes wohl nicht loswerden. "Deshalb plädieren wir dafür, rechtzeitig vorzubeugen, damit solche Schäden erst gar nicht eintreten."

Es ist nicht das erste Mal, dass Versicherungen die bereits verbuchten und die drohenden Kosten der Klimawandel-Folgen abgeschätzt haben. Die Münchner Rück etwa schätzte die Schäden durch Naturkatastrophen für das Rekordjahr 2008 auf rund 200 Milliarden Dollar. Diesmal aber, so WWF-Sprecherin Goldbrunner, habe man sich nur auf die sogenannten "Tipping-Points", die Kipppunkte des Klimas, konzentriert - also jene Bereiche, in denen der Klimawandel besonders schnell zu irreversiblen Folgen führen kann.

"In letzter Zeit hat sich in der öffentlichen Debatte der Eindruck breit gemacht, dass der Klimawandel langsam und stetig vonstatten gehen werde", so Tewes. "Doch es kann an vielen Stellen auch sehr schnell gehen." Das gilt offenbar auch für andere Mechanismen, wie Beispielsweise die Gestaltung von Versicherungsprämien. "Als Versicherer und Investor müssen wir unsere Kunden auf diese Szenarien vorbereiten, solange noch Handlungsspielräume bestehen", sagt Clemens von Weichs, Vorstandsvorsitzender der Allianz Reinsurance. "Risikogerechte und nachhaltige Prämiengestaltung sind für alle Beteiligten von vitalem Interesse."

Die Politik schreitet derweil weiterhin gemächlich voran. Die Klimakonferenz in Kopenhagen wird im Dezember wahrscheinlich ohne ein verbindliches Abkommen zu Ende gehen - obwohl sich die Staaten vor zwei Jahren genau dazu verpflichtet hatten. "Wir werden in Kopenhagen keinen ausziselierten Vertrag haben", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag. Aber sie sei "motiviert, zum Erfolg beizutragen". Denn ein Misserfolg wäre "ein ziemlich dramatisches Signal".

Mit Material von AP

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26.11.2009 von Rainer Helmbrecht: Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Ach, das ist ja toll, ich wusste nicht, dass ich mir das wünschen darf;o). Die Frage war ja die, ob der Nordpol schon mal Eisfrei war und ob das normal ist, dass es solche Schwankungen gibt UND wer die ausgelöst hat. Ich [...] mehr...

26.11.2009 von Gebetsmühle: d

tiger, elefanten und palmen unter dem eis? unter dem eis am nordpol liegen ein paar 100m wasser. sie meinen wohl seelefanten und tigerschnecken, oder sie träumen vom palmesel? folglich sollten sie ihre angebliche kenntnis [...] mehr...

26.11.2009 von Jürgen Hubert: .

Schon besser. Aber das Eozän war schon etwas länger her. Damals waren die Temperaturen tatsächlich um einiges höher, und die Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Polen um einiges niedriger. Und der Meerespiegel war [...] mehr...

26.11.2009 von groovyKimo: Polpalmenversicherung

Die Allianz wird wohl ihre Geschäftsmodelle von Häusern an der Oder auf Palmen in der Arktis verlagern müssen. Mir kommt bloss niemanden in den Sinn, der dann noch da ist und diese Palmen versichern möchte. Am besten wäre, die [...] mehr...

25.11.2009 von Rainer Helmbrecht: Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Schon besser?;o). http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/klimageschichte-palmen-am-nordpol;2473915 Man kann auch selber gurgeln, mir ist es mit der Erderwärmung sowieso nicht sooo wichtig. Ich glaube an meine [...] mehr...

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