Nairobi/Washington - Die globale Erwärmung trifft Afrika südlich der Sahara besonders hart. Forscher befürchten, dass sich dadurch die Zahl der Konflikte in der ohnehin schon krisengeschüttelten Region weiter erhöhen wird. In den vergangenen Jahren habe es in Perioden mit überdurchschnittlichen Temperaturen besonders viele kriegerische Auseinandersetzungen gegeben, berichtet ein Team um den Agrarökonomen Marshall Burke von der University of California in Berkeley im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".
Die Gründe liegen nahe: In Zeiten von Dürre und Wasserknappheit sind Konflikte um Wasser, Weideland und Landwirtschaftsflächen wahrscheinlicher. Wenn die Forscher die besonders wichtige Rolle der Landwirtschaft im subsaharischen Afrika berücksichtigen, wird die Konfliktgefahr besonders brisant: Nach den Berechnungen könnte die Zahl bewaffneter Auseinandersetzungen wegen des zu erwartenden Temperaturanstiegs bis zum Jahr 2030 um rund 54 Prozent steigen. Dadurch drohten bis zu 393.000 zusätzliche Kriegstote. Diese Zahl ist zwar ein theoretischer Wert, doch er gibt immerhin einen Hinweis auf die Größenordnung des Problems.
Um neue Kriege im südlichen Afrika zu vermeiden, schlagen die Wissenschaftler Maßnahmen zur Sicherung von Ernteerträgen, Versicherungen für Bauern bei Ernteausfällen und schnelle Reaktionen der reichen Länder auf die Folgen des Klimawandels vor.
Studie warnt vor massiver Ausbeutung des Planeten
Mit knappen Ressourcen befasst sich auch eine weitere gerade vorgestellte Studie. Die Arbeit der US-Umweltschutzinitiative Global Footprint Network belegt eindrücklich, wie stark die Menschheit mittlerweile auf Kosten ihres Planeten lebt. Der Verbrauch natürlicher Ressourcen übersteige die Regenerationsfähigkeit der Erde massiv, heißt es in dem Bericht. Um den Jahresverbrauch der Menschen zu regenerieren, benötige die Erde inzwischen etwa 18 Monate.
Laut dem Netzwerk ist das "ökologische Defizit" in den Ländern unterschiedlich groß: Hätten alle Erdbewohner etwa den Lebensstil eines Durchschnittsamerikaners, bräuchte es sogar fünf Planeten, um den Verbrauch an Nahrung und Strom wiedergutzumachen und den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid zu kompensieren. Beim Durchschnittseuropäer wären es immerhin noch zweieinhalb Erden. Und auch in Afrika wird die Regenerationsfähigkeit der Umwelt bald überschritten, wie ein wenige Wochen alter Sonderbericht des Netzwerks für den Kontinent zeigt.
Nach den Worten des Vorsitzenden der Umweltbewegung, Mathis Wackernagel, zeigen die alarmierenden Zahlen, dass es im Interesse "jedes einzelnen Landes" liegt, sich unverzüglich für eine Umkehr des Trends einzusetzen - unabhängig von den Ergebnissen internationaler Konferenzen wie etwa beim Klimagipfel im kommenden Monat in Kopenhagen.
chs/AFP/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
Tja, was man Sie was schlimmer wird, Wortklauben oder Datenklauben..... Keine Ahnung was Sie meinen, der lineare Trend zeigt einen Anstieg von etwas mehr als 0.4 Grad Celsius Warum 1940 oder 1970? Von 1930-1970 ist [...] mehr...
Kausalketten im Nachhinein konstruieren zu können, heißt nicht in jedem Fall, dass die Ereignisse tatsächlich in der Abfolge als solche im Vorhinein geplant waren (schönes Beispiel wäre das Minenfeld der Evolution). Ich hatte [...] mehr...
... und falls das Klima sich nicht reglementskonform entwickeln will, dann ist fristgemäß bis spätestens 31.12.09... Beamtenspeech pur ... hoffentlich kriegen Sie Ihre Kaffeepause eben so zuverlässig geregelt mehr...
[QUOTE=Blackjack51;4733832][QUOTE=denkmal!;4733314]Also ich bin meinen chinesischen Solarzellen absolut zufrieden. Sie überteffen sogar die angegebenen Werte. ---Zitat--- Hast du die Panels messen lassen? Das können nur wenige [...] mehr...
Ich weiß nicht wie ehrlich "Die Welt" ist. Ich weiß nicht mal ob die Welt weiß was PR ist und was nicht. (hoffentlich erscheint nur dieses) mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wissenschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Natur | RSS |
| alles zum Thema Uno-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH