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01.12.2009
 

Bilanz der 2000er Jahre

Wie das Wetter zum Klima wurde

Von Christoph Seidler

Die 2000er: Prima Klima
Fotos
ddp

Politiker und Wissenschaftler, Spitzenmanager und einfache Bürger - fast jeder verspricht inzwischen, die Erde vor dem Klimakollaps retten zu wollen. Das Thema hat das vergangene Jahrzehnt geprägt wie wenige andere. Nur eines sollte der Kampf gegen CO2 & Co bitte nicht machen: allzu große Umstände.

Rainald Grebe weiß noch ganz genau, wie das damals war, in der guten alten Zeit, am Ende des vergangenen Jahrtausends: "Den Eisbären ging es prima, Wetter war noch kein Klima, man dachte nichts Böses, wenn die Sonne schien", sinniert der Komiker und Liedermacher in seinem Song "Die Neunziger" und fährt seufzend fort: "Ach die neun-, neun-, neunziger Jahre sind vorbei."

Tatsächlich hat kein Thema das vergangene Jahrzehnt so stark geprägt wie der Klimawandel - und das gewandelte Umweltbewusstsein, das damit einhergeht.

Gleich auf mehreren Ebenen hat es einen bemerkenswerten Bewusstseinswandel gegeben. Zum Beispiel in der Politik. Natürlich wurden auch in den Jahren vor der Jahrtausendwende Umweltverträge auf internationalen Konferenzen ausgehandelt. Das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz und das Montréal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht zum Beispiel. Doch erst seit vergleichsweise kurzer Zeit zieht das Thema die Aufmerksamkeit der Spitzenpolitiker rund um den Globus auf sich. De facto kann es sich mittlerweile kein Politiker der westlichen Welt mehr leisten, Maßnahmen zum Klimaschutz abzulehnen - vielleicht einmal vom tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus und ein paar US-Senatoren abgesehen, die noch immer die Verabschiedung eines Klimaschutzgesetzes blockieren.

Wie groß der Druck mittlerweile ist, zeigte sich in den vergangenen Wochen wieder: Bundeskanzlerin Angela Merkel zögerte zunächst mit ihrer Zusage, am Klimagipfel in Kopenhagen teilzunehmen. Dann ergab eine Umfrage, dass sich 90 Prozent der Deutschen wünschen, die Kanzlerin möge zu dem wichtigen Treffen reisen. Wenige Tage später sagte Merkel zu. Auch US-Präsident Barack Obama rang sich nach einigem Zögern zu einem symbolträchtigen Kurzbesuch auf dem Gipfel durch.

Klimadiplomatie ist im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends zur Mammutaufgabe geworden: Den Haag, Bonn, Marrakesch, Mailand, Buenos Aires, Montréal, Nairobi, Bali, Posen, Kopenhagen - das sind die vielen Schauplätze der großen Klimakonferenzen der vergangenen Dekade. Nicht zu reden von den zahllosen Vorbereitungstreffen und parallel stattfindenden Gesprächsrunden, zum Beispiel im Rahmen der G20 oder des Major Economies Forum.

"Wir haben einen Krieg mit der Erde angefangen"

Massiv an politischer Bedeutung gewonnen hat die Sorge um das Weltklima mit dem Friedensnobelpreis, den der frühere US-Vizepräsident Al Gore und der Uno-Weltklimarat IPCC im Jahr 2007 bekamen. "Ohne es zu bemerken, haben wir einen Krieg mit der Erde angefangen. Es ist Zeit, Frieden mit dem Planeten zu schließen", sagte Gore in seiner Rede zur Ehrung. Ähnlich markige Worte wählte er im Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit", den er 2006 mit dem Regisseur Davis Guggenheim vorstellte und für den es gleich zwei Oscars gab. Aufgeheizt war fortan nicht nur das Erdklima, sondern auch der Diskurs darüber - weil Klimaschützer und -skeptiker nicht selten zu drastische Worte wählten.

Gore mag zur - durchaus umstrittenen - Symbolfigur im Kampf gegen den Klimawandel geworden sein. Doch inhaltlich weit bedeutsamere Arbeit leisteten all jene Forscher, die die wissenschaftliche Basis für die Diskussionen lieferten. Zum Beispiel in Form des Vierten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC. Er brachte der Weltöffentlichkeit 2007 umfassende Erkenntnisse zum Klimawandel nahe. Drei Arbeitsgruppen veröffentlichten ihre Einschätzungen, ergänzt durch eine Zusammenfassung. Längst sind die Studien durch andere Berichte fortgeschrieben, die nächste große IPCC-Publikation soll es allerdings erst wieder im Jahr 2014 geben.

Einige der führenden Autoren der IPCC-Berichte sind mittlerweile auch zu politisch wichtigen Figuren geworden - etwa Hans-Joachim Schellnhuber, Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Chefberater der Bundeskanzlerin zum Klimawandel und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung zu Globalen Umweltfragen.

Zu noch mehr Prominenz hat es der Ökonom Nicholas Stern gebracht. Er rechnete der Welt 2006 die finanziellen Folgen des Klimawandels vor und diagnostizierte, dass die Folgen des Klimawandels fünf bis 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung auffressen könnten. In Zahlen ausgedrückt sind das etwa 5,5 Billionen Euro. Mittlerweile ist Stern der Chef des volkswirtschaftlichen Dienstes der britischen Regierung. Und auch die Berufung des Physikers Steven Chu als Energieminister in die Regierung von US-Präsident Barack Obama zeigt den steigenden Einfluss der Wissenschaftler in der Politik.

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Die neuesten Beiträge:
03.09.2009 von Jochen Binikowski:

Ich frage mich seit Jahren, warum es in den betreffenden Ländern keine Gesetze gibt, wonach auf abgebrannten Waldflächen grundsätzlich nur wieder Wald angepflanzt werden darf, also nix Bauland, Äcker, Golfplätze usw. Das würde [...] mehr...

03.09.2009 von Ein Belgier:

Ich gebe es auf Ihnen etwas erklären zu wollen. Bitte schicken Sie Ihre Erkenntnisse an folgende Adresse: Anschrift des Autors: Prof. Dr. D. Hebert, TU Bergakademie Freiberg, 09596 Freiberg; e-mail: hebert@tu-freiberg.de [...] mehr...

03.09.2009 von AndyH:

Die wissen es auch besser. Sie verwechseln diese mit Klimatologen. mehr...

03.09.2009 von reuanmuc:

falsch!! Diese Formel gilt nur unter *Standardbedingungen*, also bei 25°C, nur deshalb ist die Temperatur nicht drin. ---Zitat--- Wie gesagt, Sie beherrschen die physikalischen Grundlagen nicht... ---Zitatende--- bei Wiki [...] mehr...

03.09.2009 von Gebetsmühle:

das ist ziemlicher unsinn, wie ein einziger blick auf folgende seite zeigt: http://www.astronomie.de/sonnensystem/venus/atmv.htm dort steht: aber sie wissen es sicher besser, als alle astronomieprofessoren der welt [...] mehr...

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