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16.12.2009
 

Klimagipfel

Industriestaaten bieten 3,5 Milliarden Dollar für Waldschutz

Die Klimaverhandlungen mögen stocken, zwei Ankündigungen gab es am Mittwoch dennoch: Mit 3,5 Milliarden Dollar wollen die USA und fünf weitere Staaten ein Programm zum Schutz der Regenwälder finanzieren, Japan plant zudem 19,5 Milliarden Dollar Klimahilfe für Entwicklungsländer.

Kopenhagen - Während der Entwurf für ein Klimaabkommen weiter auf sich warten lässt, haben sechs Industriestaaten auf dem Uno-Klimagipfel ein Angebot zum Waldschutz vorgelegt. Die USA, Australien, Norwegen, Großbritannien, Frankreich und Japan planen, bis 2012 3,5 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 2,4 Milliarden Euro) für den Schutz von Wäldern auszugeben, kündigte der amerikanische Agrarminister Tom Vilsack am Mittwoch an.

"Aktionen, um Emissionen von Wäldern zu verringern, tragen zur Stabilisierung des Klimas bei, sichern Existenzgrundlagen, helfen bei der Bewahrung biologischer Vielfalt und befördern die wirtschaftliche Entwicklung", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Länder.

Das Programm wird als "Anfangsinvestition" beschrieben, die solchen Entwicklungsländern zugute kommen soll, die ihrerseits ehrgeizige Pläne zur Bewahrung ihrer Wälder vorlegen. Dabei könnten je nach Erfolg der Maßnahmen die Mittel später noch aufgestockt werden. Wälder gelten als CO2-senkend, da sie Treibhausgase speichern. Umgekehrt trägt die Abholzung besonders der tropischen Regenwälder massiv zur globalen Erwärmung bei.

Der Waldschutz ist in Kopenhagen auch Gegenstand der Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen, die auch in diesem Punkt aber bislang kaum vorankamen. Zudem würde ein solches Abkommen erst nach 2012 wirksam werden. Waldschutzprogramme gibt es auch im Rahmen der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt. Die Anrainerstaaten des Amazonas hatten sich im Vorfeld der Kopenhagener Konferenz zu einem besseren Schutz ihrer Wälder bereit erklärt, dafür aber zugleich finanzielle Unterstützung der Industriestaaten gefordert.

Verhandlungen weiter verzögert, Japan mit Angebot

Kurz nach ihrem Beginn kamen die entscheidenden Verhandlungen über ein Klimaabkommen am Mittwoch schon wieder zum Erliegen. Bis zum Abend gelang es den dänischen Gastgebern nicht, den ursprünglich schon für den Morgen geplanten neuen Entwurf vorzulegen. Nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen ist mit einer neuen Verhandlungsgrundlage frühstens am Donnerstagmorgen zu rechnen. Am Donnerstag wird auch US-Präsident Barack Obama nach Kopenhagen aufbrechen, wo er sich Freitag in der entscheidenden Phase des Gipfeltreffen mit rund 120 weiteren Staats- und Regierungschefs um eine Einigung bemühen will.

Unterdessen kündigte Japan am Mittwochabend rund 19,5 Milliarden Dollar Klimahilfe für Entwicklungsländer an, sollte zum Gipfelende ein Deal erreicht werden.

Der lange Weg zum Klimaschutz

1988

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gründen den Weltklimarat (IPCC). Der IPCC selbst betreibt keine Wissenschaft, er sammelt stattdessen Daten zum Klimawandel und entwickelt Strategien zur Anpassung. Das Gremium hat bisher vier sogenannte Sachstandsberichte verfasst, der nächste ist für 2014 geplant. Der IPCC ist nicht direkt in das Klimasystem der Uno eingebunden, liefert aber den wissenschaftlichen Hintergrund für die Verhandlungen.

1992

1994

1997

2005

2007

2009

can/AFP/AP/dpa

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Weltklimaverhandlungen

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Die G-8-Staaten haben sich grundsätzlich zu dem Ziel bekannt, den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Auch die Schwellenländer haben sich dem jetzt angeschlossen. Doch konkrete Vorgaben und Zusagen zur Finanzierung fehlen noch - deshalb könnte es beim bloßen Lippenbekenntnis bleiben.

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