Kopenhagen - Während der Entwurf für ein Klimaabkommen weiter auf sich warten lässt, haben sechs Industriestaaten auf dem Uno-Klimagipfel ein Angebot zum Waldschutz vorgelegt. Die USA, Australien, Norwegen, Großbritannien, Frankreich und Japan planen, bis 2012 3,5 Milliarden Dollar (umgerechnet etwa 2,4 Milliarden Euro) für den Schutz von Wäldern auszugeben, kündigte der amerikanische Agrarminister Tom Vilsack am Mittwoch an.
"Aktionen, um Emissionen von Wäldern zu verringern, tragen zur Stabilisierung des Klimas bei, sichern Existenzgrundlagen, helfen bei der Bewahrung biologischer Vielfalt und befördern die wirtschaftliche Entwicklung", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Länder.
Das Programm wird als "Anfangsinvestition" beschrieben, die solchen Entwicklungsländern zugute kommen soll, die ihrerseits ehrgeizige Pläne zur Bewahrung ihrer Wälder vorlegen. Dabei könnten je nach Erfolg der Maßnahmen die Mittel später noch aufgestockt werden. Wälder gelten als CO2-senkend, da sie Treibhausgase speichern. Umgekehrt trägt die Abholzung besonders der tropischen Regenwälder massiv zur globalen Erwärmung bei.
Der Waldschutz ist in Kopenhagen auch Gegenstand der Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen, die auch in diesem Punkt aber bislang kaum vorankamen. Zudem würde ein solches Abkommen erst nach 2012 wirksam werden. Waldschutzprogramme gibt es auch im Rahmen der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt. Die Anrainerstaaten des Amazonas hatten sich im Vorfeld der Kopenhagener Konferenz zu einem besseren Schutz ihrer Wälder bereit erklärt, dafür aber zugleich finanzielle Unterstützung der Industriestaaten gefordert.
Verhandlungen weiter verzögert, Japan mit Angebot
Kurz nach ihrem Beginn kamen die entscheidenden Verhandlungen über ein Klimaabkommen am Mittwoch schon wieder zum Erliegen. Bis zum Abend gelang es den dänischen Gastgebern nicht, den ursprünglich schon für den Morgen geplanten neuen Entwurf vorzulegen. Nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen ist mit einer neuen Verhandlungsgrundlage frühstens am Donnerstagmorgen zu rechnen. Am Donnerstag wird auch US-Präsident Barack Obama nach Kopenhagen aufbrechen, wo er sich Freitag in der entscheidenden Phase des Gipfeltreffen mit rund 120 weiteren Staats- und Regierungschefs um eine Einigung bemühen will.
Unterdessen kündigte Japan am Mittwochabend rund 19,5 Milliarden Dollar Klimahilfe für Entwicklungsländer an, sollte zum Gipfelende ein Deal erreicht werden.
can/AFP/AP/dpa
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