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21.12.2009
 

CO2-Anstieg

Versauerung steigert Lärmpegel in Ozeanen

Buckelwal: Gefährdet durch steigenden Lärmpegel in den MeerenZur Großansicht
dpa

Buckelwal: Gefährdet durch steigenden Lärmpegel in den Meeren

Kohlendioxid macht die Meere saurer. Das gefährdet nicht nur Lebewesen mit Kalkschalen, sondern könnte noch eine weitere Folge haben: Der Lärmpegel in den Ozeanen steigt, da saures Wasser Geräusche besser leitet. Forscher befürchten, dass orientierungslose Wale künftig noch öfter stranden.

Das von Menschen ausgestoßene Kohlendioxid erwärmt nicht nur die Luft, sondern wird auch von den Meeren zum Teil aufgenommen. Die Folge: Die Ozeane werden saurer. Doch nicht nur das: In einer Studie kommen US-Wissenschaftler jetzt zu dem Schluss, dass es in den Ozeanen künftig auch lauter werden könnte. Denn Wasser mit einem niedrigeren pH-Wert transportiert Geräusche besser.

Das Ausmaß der Veränderung ist den Forschern zufolge beträchtlich: Bis zum Jahr 2100 wird die Schalldämpfung von tiefen Tönen in bestimmten Regionen der Ozeane um bis zu 60 Prozent sinken, berichten Tatiana Ilyina und ihre Kollegen von der University of Hawaii im Fachmagazin "Nature Geoscience".

Die tiefe Tönen im Meer, also Geräusche mit einer niedrigen Schallfrequenz im Bereich zwischen einem und fünf Kilohertz, entstehen vor allem durch natürliche Phänomene wie etwa Regen, Wellen und die Aktivität von Meeresbewohnern. Aber auch die Schifffahrt oder der Gebrauch von Sonarsystemen tragen zur Unterwasser-Geräuschkulisse bei.

Dass die Versauerung der Ozeane weitreichende Konsequenzen für die gesamte Nahrungskette im Meer hat, diskutierten Wissenschaftler schon ausführlich auf dem Kopenhagener Klimagipfel. Jetzt befürchten die Forscher um Ilyina, dass sich eine Erhöhung des Geräuschpegels vor allem auf das Verhalten der Tiere im Meer auswirken wird: Wale könnten vermehrt stranden, weil sie die Orientierung verlieren. Von Buckelwalen und Belugas ist bereits bekannt, dass Schiffsgeräusche ihr natürliches Verhalten verändern. Außerdem könnten Delfine vorübergehend ihr Hörvermögen verlieren. Insgesamt könnte auch die Kommunikation zwischen Tieren durch die reduzierte Schalldämpfung beeinträchtigt werden, schreibt das Forscherteam.

Verändertes Säure-Base-Gleichgewicht

Die Ergebnisse aus ihrer Untersuchung ziehen die Wissenschaftler aus einer Computersimulation. Bei ihren Berechnungen berücksichtigten sie verschiedene Größen, die eine Rolle bei der Ausbreitung des Schalls unter Wasser spielen. Dabei ergab die Simulation, dass der Salzgehalt, die Temperatur und der Druck des Wassers die Schallausbreitung offenbar nur wenig beeinflussen. Vielmehr kommt es bei der Schalldämpfung im Meer den Forschern zufolge auf zwei Faktoren an: Zum einen auf die Viskosität, also die Zähflüssigkeit des Meerwassers, zum anderen auf die Menge gelöster chemischer Verbindungen.

Substanzen wie Borsäure, Magnesiumsulfate und Karbonate beeinflussen unter anderem das Säure-Base-Gleichgewicht und bestimmen damit den pH-Wert. Auch Kohlendioxid gehört dazu, und dieser Faktor tritt seit Beginn des 19. Jahrhunderts besonders hervor: Immer größere Mengen des Klimagases gelangen in die Meere - die Ozeane werden saurer.

Die Forscher haben nun den pH-Wert der Meere in Beziehung zur Absorption von Schallwellen gesetzt. Demnach bestimmt der pH-Wert die Schalldämpfung besonders bei den tiefen Tönen, deren Frequenzen unter zehn Kilohertz liegen. Bei Tönen mit mehr als zehn Kilohertz ist die Absorption unabhängig vom pH-Wert; die Viskosität des Wassers wird zur wesentlichen Größe. Seit der industriellen Revolution ist der pH-Wert der Meere bereits um 0,1 gesunken. Dadurch wird der Schall von Tönen im Bereich von 100 Hertz bis 10 Kilohertz um 10 bis 20 Prozent weniger gedämpft als noch vor dem Jahr 1800, berichten die Wissenschaftler.

Um zu berechnen, wie der Schall in Zukunft im Meer transportiert wird, griffen die Forscher auf drei Modelle zurück. Im Mittelwert gehen diese davon aus, dass in den nächsten 100 bis 300 Jahren der pH-Wert in einigen Meeresregionen um 0,6 sinken wird. Normalerweise besitzt Meerwasser einen pH-Wert von 7,5 bis 8,4, ist also leicht alkalisch. Durch die prognostizierte Versauerung dürfte die Dämpfung der tiefen Töne um 60 Prozent sinken. Besonders betroffen wären Regionen im Nordatlantik und Nordpazifik sowie in den subtropischen Gebieten um Hawaii, im Panama-Kanal und in den Gewässern um Japan.

cib/ddp

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Die neuesten Beiträge:
22.12.2009 von tommm: .

Abschmelzendes Eis hat keinerlei Pufferkapazität, da es -durch Niederschläge gebildet- kaum Minerlarien wie z.B. Kalk oder Magnesium enthält. Im Verhältnis zur Wassermenge in den Ozeanen ist außerdem die "Verdünnung" [...] mehr...

22.12.2009 von Muhtant: Interessant

Hab mal das Video in Teilen angeschaut. Ich kann es sehr empfehlen, der Herr Kirkby hat einen guten Vortragsstil und es ist durchaus interessant ihm zuzuhören. Gerade den Anfang, wo er kurz den Stand der Klimawissenschaft [...] mehr...

22.12.2009 von Muhtant: Absicherung

Die Klimaforschung ist seit ca 30 Jahren mit der Untersuchung und Absicherung der AGW Theorie beschäftigt. Und derzeit ist diese Theorie die konsistenteste und am besten belegte Erklärung. Und die Suche nach entweder a) dem [...] mehr...

22.12.2009 von Zweiundvierzig: An Muhtant wegen Kirkbys Vortrag

Es gibt lediglich die Einschränkung das man sich den "harten Mechanismus" noch nicht vollständig erklären kann, - Wieso hat die Sonne solche Rythmen? - was natürlich zur vollständigen Erklärung notwendig ist. Aber [...] mehr...

22.12.2009 von Muhtant: Lesen!

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Wie funktionieren natürliche Kohlenstoffsenken?

Wälder

Wenn Bäume wachsen, dann nehmen sie über die Photosynthese Kohlendioxid auf. Je natürlicher die Wälder dabei sprießen, desto mehr CO2 kann gebunden werden. Den Kohlenstoff speichern die Pflanzen zum Beispiel in ihrem Holz oder in den Wurzeln. Wenn die Bäume absterben und verrotten - oder wenn sie verbrennen -, dann wird das CO2 wieder frei. Die Wälder sind also nur ein CO2-Zwischenlager. Wenn sich aber die Waldgebiete auf ehemals landwirtschaftliche Flächen ausdehnen - wie zumindest an einigen Stellen der Nordhalbkugel - dann ergibt sich eine positive Klimawirkung.

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