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20.01.2010
 

Himalaja-Schmelze

Uno-Klimarat gibt Fehler bei Gletscher-Prognose zu

Berge im Himalaja: IPCC bedauert Fehler im Weltklimabericht von 2007Zur Großansicht
REUTERS

Berge im Himalaja: IPCC bedauert Fehler im Weltklimabericht von 2007

Der Uno-Klimarat IPCC räumt Fehler ein: Die Prognose, die Gletscher im Himalaja könnten bis 2035 komplett verschwinden, sei wissenschaftlich nicht fundiert. Das Gremium will nun prüfen, wie es zu der peinlichen Panne kommen konnte.

Genf/Neu Delhi - Das rapide Abschmelzen der Himalaja-Gletscher wird immer wieder als eine der bedrohlichsten Folgen der globalen Erwärmung genannt. Schon bis zum Jahr 2035, so hatte es im letzten Sachstandsbericht des Uno-Klimarats IPCC geheißen, könnten sie komplett verschwunden sein. In diesem Fall wäre die Wasserversorgung vieler Millionen Menschen in Asien akut gefährdet.

Am Montag aber waren Vorwürfe laut geworden, der IPCC habe bei dieser Prognose geschlampt. Das hat das Gremium jetzt bestätigt: In einer am Mittwoch in Genf veröffentlichten Erklärung heißt es, dass "wenig fundierte" Schätzungen über die Geschwindigkeit der Gletscherschmelze am Himalaja in den Bericht eingegangen seien. Der Vorfall zeige, dass die Qualität des Berichts von der absoluten Einhaltung der IPCC-Standards abhänge. Hierzu gehöre auch die umfassende Überprüfung der "Qualität und Stichhaltigkeit jeder Quelle, bevor Ergebnisse dieser Quelle in einen IPCC-Bericht kommen". Zugleich verteidigte der Weltklimarat seine Gesamtthese, wonach die Gletscher in Bergketten in Asien und Lateinamerika im 21. Jahrhundert schneller schmelzen als zuvor.

In der kritisierten Passage des Berichts hatte es geheißen, dass die Himalaja-Gletscher bis 2035 höchstwahrscheinlich vollständig verschwunden sein werden. Recherchen des österreichischen Experten Georg Kaser, der selbst einer der führenden Autoren des IPCC-Berichts von 2007 war, hatten ergeben, dass es keinen wissenschaftlich fundierten Beleg für diese Prognose gab. Offenbar basierte sie auf einem Zahlendreher: Ein russischer Forscher hatte - allerdings auch nur aufgrund einer groben Schätzung - vermutet, dass bis zum Jahr 2350 vier Fünftel des Himalaja-Eises verschwunden sein könnten.

Indischer Forscher: Die Journalisten sind schuld

Als weitere mutmaßliche Quelle der falschen Prognose wird ein Artikel im populärwissenschaftlichen Magazin "New Scientist" genannt, der über einen Bericht der Umweltorganisation WWF in den IPCC-Bericht gelangt sein soll. Die Journalisten des "New Scientist" hatten den indischen Gletscherforscher Syed Hasnain für den Artikel befragt. Der aber erklärte am Mittwoch, er habe weder in einem Interview noch in einer Publikation je ein bestimmtes Jahr oder Datum im Zusammenhang mit der Gletscherschmelze am Himalaja genannt. Das Jahr 2035 sei ihm ohne sein Wissen nachträglich "untergeschoben" worden. Hasnain räumte aber ein, er habe möglicherweise angedeutet, dass die meisten Gletscher bis zur Mitte des Jahrhunderts abgeschmolzen sein könnten.

Der IPCC teilte nun mit, dass er die Prognose prüfen und sie gegebenenfalls zurückziehen werde. Rajendra Pachauri, Chef des Gremiums, verteidigte den IPCC-Bericht insgesamt. Selbst wenn die Prognose für das Jahr 2035 falsch sei, gebe es an der Existenz des Klimawandels und seiner Folgen nichts zu deuteln. Die wissenschaftliche Beweislage dafür sei "überwältigend".

Wissenschaftler befürchten nun, dass die Gletscher-Panne die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung in der Öffentlichkeit erneut schmälern könnte. Erst vor kurzem hatten Hacker zahlreiche E-Mails von Wissenschaftlern von einem Server der britischen University of East Anglia gestohlen und veröffentlicht. Hinweise auf eine systematische Verzerrung von Daten, so wie es Leugner des menschgemachten Klimawandels gehofft hatten, gab es in den Mails nicht. Dennoch warf die Angelegenheit kein gutes Licht auf einige der vom Datendiebstahl betroffenen Forscher.

Der indische Glaziologe Hasnain sieht sich selbst und seine Kollegen als Opfer einer "Verleumdungskampagne gegen Wissenschaftler, die die Folgen des Klimawandels bewiesen haben". Auch der indische Umweltminister Jairam Ramesh hatte dem IPCC wiederholt vorgeworfen, die Himalaja-Prognose "ohne einen Hauch von wissenschaftlichem Beweis" erstellt zu haben. Gleichwohl räumte auch er ein, dass der Zustand der Gletscher im höchsten Gebirge der Welt Anlass zur Sorge biete.

mbe/AFP/DAPD

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21.01.2010 von Wolf_68: Reibung/Textbausteine

Oder es sind die Textbausteine, die in den ersten Teil des Satzes eingefügt werden, der beinahe täglich zu lesen und zu hören ist: "Der/die [...] mehr...

21.01.2010 von deWollä: komplex oder nicht, der Rubel muß rollen, basta

ein Bekannter von mir behauptet sogar, daß wir auf eine neue Eiszeit zulaufen, er hätte das recherchiert. Wenn ich ehrlich bin glaube ich dem mehr, denn der verdient nicht am Thema.... aber unsicher bin ich auch, so wenig [...] mehr...

21.01.2010 von spiegel-hai: aber klar, Väterchen

der Umstand der Komplexität des Themas beweist die Erwärmung des Klimas. Wahrscheinlich handelt es sich dabei ganz einfach um Reibungswärme, dadurch erzeugt, daß sich die divesen Modelle, die das beweisen wollen, aneinander [...] mehr...

21.01.2010 von Celegorm: ...

Da stellt sich einfach die Frage, weshalb ein sich über die gesamte Erdgeschichte ständig veränderndes Klima die Möglichkeit eines menschlichen Einflusses auf dieses widerlegen soll. Die Schlussfolgerung müsste doch eher [...] mehr...

21.01.2010 von Johanna.1.15: ...

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IPCC - der Klimarat der Vereinten Nationen

Ziele

ESA 2004
Der Intergovernmental Panel on Climate Change, zu Deutsch der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaveränderungen mit Sitz in Genf, wurde 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) und der World Meteorological Organization (WMO) gegründet, die ebenfalls zur Uno gehört. Der Inder Rajendra Kumar Pachauri ist seit Mai 2002 Vorsitzender des IPCC.

Der auch als Weltklimarat bezeichnete IPCC soll umfassend, objektiv und ergebnisoffen die wissenschaftlichen, technischen und sozioökonomischen Informationen über den von Menschen verursachten Klimawandel bewerten. Das Gremium, dem Hunderte von Wissenschaftlern in aller Welt zuarbeiten, soll die Folgen und Risiken der Klimaveränderung abschätzen und ausloten, wie man sie abschwächen oder sich an sie anpassen kann.

Der IPCC führt keine eigenen Forschungsprojekte durch, sondern analysiert die Ergebnisse wissenschaftlicher Veröffentlichungen, die dem Peer-Review-Verfahren - der Prüfung von Fachartikeln durch unabhängige Gutachter - gefolgt sind. Mehr auf der Themenseite...

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