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21.01.2010
 

Spektakuläres Wolfsbild

Wildtier-Fotograf muss bedeutenden Preis abgeben

Der "Environment Wildlife Photographer of the Year" ist eine der renommiertesten Auszeichnungen für Naturfotografen - und hat in der aktuellen Auflage nun keinen Sieger. Der bisherige Preisträger ist seine Auszeichnung los. Er soll betrogen haben.


London - Der Betrugsverdacht stand schon seit Ende vergangenen Jahres im Raum, nun ist José Luis Rodriguez seinen Preis los. Zum ersten Mal in seiner 46-jährigen Geschichte bleibt der renommierte britische Fotowettbewerb "Wildlife Photographer of the Year" ohne Sieger. Die Organisatoren des Wettbewerbs - das Londoner Natural History Museum, die BBC und das Umweltservice-Unternehmen Veolia berichten, dass sich die Jury darauf geeinigt hat, dem Spanier seinen ersten Platz abzuerkennen.

Der Verdacht: Rodriguez soll für sein spektakuläres Siegerfoto eines Wolfes im Sprung ein gezähmtes Tier zum Einsatz gebracht haben. Konkret geht es um einen Rüden namens Ossian, der in einem Tierpark nahe Madrid lebt. Zuerst hatte das finnische Naturmagazin "Suomen Luonto" über die Betrugsvorwürfe berichtet. Der britische Wildtierfotograf Mark Carwardine, einer der Juroren, sagte nun, man habe das Tier anhand mehrerer charakteristischer Merkmale identifizieren können. Man habe sich bei der Entscheidung auch auf das Urteil externer Wolfsexperten gestützt.

Verdacht hatte unter anderem eine dunkle Narbe unter dem rechten Auge des Wolfs ausgelöst - und der banale Umstand, dass das Tier über den Zaun gesprungen war. Der finnische Wolfforscher Ilpo Kojola hatte das als extrem unnatürliches Verhalten bezeichnet. Ein wildes Tier würde vielmehr versuchen, sich zwischen den Stäben der Absperrung hindurchzuschleichen.

Sieger Rodriguez war von den Organisatoren dazu aufgefordert worden, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Er bestreitet energisch, dass auf seinem Foto ein gezähmter Wolf zu sehen ist. Die Regeln des Wettbewerbs schließen Fotos von Tieren in Gefangenschaft nicht grundsätzlich aus, diese müssen aber kenntlich gemacht werden - damit im Zweifelsfall das Foto eines freilebenden Tieres besser bewertet werden kann als eines aus einem Zoo.

chs

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