Der Verdacht: Rodriguez soll für sein spektakuläres Siegerfoto eines Wolfes im Sprung ein gezähmtes Tier zum Einsatz gebracht haben. Konkret geht es um einen Rüden namens Ossian, der in einem Tierpark nahe Madrid lebt. Zuerst hatte das finnische Naturmagazin "Suomen Luonto" über die Betrugsvorwürfe berichtet. Der britische Wildtierfotograf Mark Carwardine, einer der Juroren, sagte nun, man habe das Tier anhand mehrerer charakteristischer Merkmale identifizieren können. Man habe sich bei der Entscheidung auch auf das Urteil externer Wolfsexperten gestützt.
Verdacht hatte unter anderem eine dunkle Narbe unter dem rechten Auge des Wolfs ausgelöst - und der banale Umstand, dass das Tier über den Zaun gesprungen war. Der finnische Wolfforscher Ilpo Kojola hatte das als extrem unnatürliches Verhalten bezeichnet. Ein wildes Tier würde vielmehr versuchen, sich zwischen den Stäben der Absperrung hindurchzuschleichen.
Sieger Rodriguez war von den Organisatoren dazu aufgefordert worden, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Er bestreitet energisch, dass auf seinem Foto ein gezähmter Wolf zu sehen ist. Die Regeln des Wettbewerbs schließen Fotos von Tieren in Gefangenschaft nicht grundsätzlich aus, diese müssen aber kenntlich gemacht werden - damit im Zweifelsfall das Foto eines freilebenden Tieres besser bewertet werden kann als eines aus einem Zoo.
chs
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