Zwischen Pflanzen und Faltern besteht für gewöhnlich ein Geben und Nehmen. Der Falter ernährt sich vom Nektar, den er im Blütenkelch findet, transportiert dabei Pollen von Blüte zu Blüte und bestäubt auf diese Weise die Pflanze. Anders steht es jedoch um die Beziehung zwischen der Tabakpflanze und dem Tomatenschwärmer. Mit Vorliebe legen die Weibchen des nachtaktiven Falters ihre Eier auf der Tabakpflanze ab. Aus denen schlüpfen eines Tages gefräßige Raupen, die praktischerweise gleich an der Lieblingsfutterquelle hocken.
Dagegen weiß sich die Tabakpflanze jedoch zu wehren: Zum Schutz vor den Schädlingen öffnet sie einige ihrer Blütenkelche schon in der Morgendämmerung - und nicht erst wie üblich am Abend. Diesen Trick haben Forscher bei ihren Untersuchungen in der Great-Basin-Wüste in Utah entdeckt. Die Folge: Der Tomatenschwärmer, der nur nachts aktiv ist, legt seine Eier nicht mehr auf der Pflanze ab, die deshalb nicht von den Raupen verspeist wird.
Bleibt für die Pflanze das Problem der Fortpflanzung. Doch auch dafür hat sie gesorgt: Anstatt sich von den tückischen Faltern bestäuben zu lassen, locken die tagsüber offenen Blüten Kolibris an. Die sorgen für die Bestäubung, ohne die Pflanze in Gefahr zu bringen, wie die Forscher um Ian Baldwin vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena im Fachmagazin "Current Biology" schreiben.
Verräterischer Duftstoff
Sie fanden heraus, wie der Schutzmechanismus genau funktioniert. Stimuliert durch Stoffe im Speichelsekret der Tomatenschwärmer-Raupe öffnen sich Blüten von raupenbefallenen Pflanzen nicht mehr am Abend, sondern erst am Morgen. Außerdem beobachteten Baldwin und sein Team, dass die attackierten Tabakpflanzen deutlich weniger Falter anziehende Duftstoffe aussandten und dass auch die Zuckerkonzentration des Nektars reduziert war. Das hat zur Folge, dass die Tomatenschwärmer die begehrten Blüten buchstäblich übersehen, so die Wissenschaftler.
In Feldexperimenten untersuchten sie, wie Falter und Kolibris die Pflanze bestäuben und wie der Tabak sein Entwicklungsprogramm zugunsten der Kolibris umstellt. Um herauszufinden, wie die Pflanze die Raupen erkennt, verletzten die Wissenschaftler eines ihrer Blätter und bestrichen es mit dem Speichelsekret der Tomatenschwärmer-Raupe. Die Pflanze reagierte wie nach einem Insektenangriff: Nach ungefähr drei Tagen produzierte sie mehr Blüten, die sich am Morgen öffnen, als nicht angegriffene Pflanzen.
Weshalb sich aber die Tabakpflanze überhaupt die Mühe macht, Blüten zu produzieren, die den gefräßigen Tomatenschwärmer anziehen, ist noch ungeklärt. Denn im Grunde wäre es viel einfacher, direkt die Kolibris zu ködern. Baldwin und seine Kollegen vermuten, dass die Nachtfalter trotz allem die zuverlässigeren und effektiveren Bestäuber seien als die Vögel.
cib/ddp
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Sie scheinen den Artikel offenbar nicht verstanden zu haben. Denn mal davon abgesehen, dass Pflanzen nicht wirklich etwas "wissen" können, geht es eben gerade um das völlige Gegenteil: Ein klassisches evolutionäres [...] mehr...
Vielleicht wissen Pflanzen einfach mehr über notwendige Balance in der Natur als wir Menschen verstandesmäßig zu begreifen vermögen. mehr...
ich bin sehr für diese vorgehensweise der tabakpflanzen. wirklich. mehr...
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