Paris - Er war der wohl größte Fleischfresser der Erdgeschichte - und verbrachte offenbar einen guten Teil seines Lebens im Wasser: der bis zu 18 Meter lange und elf Tonnen schwere Spinosaurus. Forscher um den Paläontologen Romain Amiot von der Université Claude Bernard Lyon 1 berichten, die Tiere, deren Rücken möglicherweise ein riesiges Hautsegel zierte, hätten sich wie heutige Krokodile oder Flusspferde in Gewässern aufgehalten. So hätten die Riesen dem Wettbewerb mit anderen Sauriern aus dem Weg gehen können.
Die Spinosaurier haben vor 90 bis 150 Millionen Jahren die Erde bevölkert. Sie lebten in Afrika, Südamerika und Eurasien. "Bis vor kurzem dachte man, dass die Dinosaurier ausschließlich an Land lebten, weil ihr Körperbau keine besondere Anpassung an die Lebensweise im Wasser zeigte", erklärt Forscher Amiot. Ein Teil der Wissenschaft verweise aber schon länger darauf, dass ein großer Teil ihrer Nahrung wahrscheinlich aus Fischen bestanden habe und sie deshalb viel Zeit im Wasser verbracht haben müssten.
Und genau das habe die Analyse des Minerals Apatit in den Zähnen der Urzeit-Riesen nun bestätigt. Für ihre Studie, die im Fachblatt "Geology" (Bd. 38, S. 139-142) veröffentlicht wurde, hatten die Forscher das Vorkommen der Isotope Sauerstoff-16 und Sauerstoff-18 untersucht. Beide Isotope unterscheiden sich durch die Zahl ihrer Neutronen pro Atomkern - und sind typischerweise bei Land- und Wassertieren unterschiedlich. Grund sei, dass der Körper von Landtieren Wasser durch Schwitzen verliere, sagte Amiot. So zeige sich dieser Unterschied heute etwa deutlich "zwischen Flusspferden und anderen Säugern", die am selben Ort leben.
chs/AFP
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