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03.02.2010
 

Fortpflanzung

Liebe geht durch den Magen - auch bei Kolibris

Kolibri beim Nektar sammeln: Männchen mit größeren Vorräten sind beliebterZur Großansicht
DDP / Max-Planck-Institut für chemische Oekologie / Danny Kessler

Kolibri beim Nektar sammeln: Männchen mit größeren Vorräten sind beliebter

Kolibri-Weibchen haben ein recht simples Beuteschema: Sie stehen vor allem auf Männchen mit einer dicken Hose.: Forscher haben herausgefunden, dass Weibchen männliche Artgenossen bevorzugen, die über große Nektarreserven verfügen.

Je geschickter ein Kolibri-Männchen ist, desto besser kommt es bei den Frauen an. Vor allem dann, wenn sich das Männchen gegen Eindringlinge in seinem Blumen-Territorium zu wehren weiß, die ihm seinen Nektarvorrat streitig machen. Denn, dass haben Forscher jetzt herausgefunden, die Kolibri-Weibchen bevorzugen diejenigen Männchen, die große Nektarmengen ihr eigen nennen.

Zwei Monate lang haben US-Forscher das Verhalten der Granatkolibris auf der Karibikinsel Dominica beobachtet. Dabei stellten sie fest: Der umkämpfte Nektar ist sozusagen das Verlobungsgeschenk des Männchens. Es verteidigt gewisse Territoriums-Bereiche für seinen eigenen Bedarf, während es andere für die Verpflegung seiner Partnerinnen bereithält, schreiben Ethan Temeles und seine Kollegen vom Amherst College im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B".

Für ihre Untersuchung markierten die Wissenschaftler 14 Männchen und 28 Weibchen mit einem farbigen Beinring. Dann identifizierten sie die Grenzen der jeweiligen Territorien, indem sie beobachteten, ab welchem Punkt die Männchen Konkurrenten abwehrten. Dabei konnten sie beobachten, dass die Männchen auch potenzielle Partnerinnen zunächst als Eindringlinge behandelten und sie zu verscheuchen versuchten.

Paarung als Belohnung für einen Nektar-Drink

Die Hartnäckigkeit der Weibchen wurde jedoch belohnt: Nach einiger Zeit duldeten die Männchen sie und ließen sie sogar von ausgewählten Blüten trinken. Als Lohn für dieses Entgegenkommen gingen die Weibchen in vielen Fällen auf das anschließende Werben der Männchen ein und paarten sich mit diesen.

Die Wissenschaftler ermittelten nun die Gesamtzahl der Kopulationen der einzelnen Männchen und verglichen sie mit der Gesamtnektarmenge der jeweiligen Territorien: Die meisten Fortpflanzungserfolge hatten demnach die Männchen zu verzeichnen, die auch in der Nahrungsverteidigung besonders erfolgreich waren und ihre Vorräte mit den Weibchen teilten.

Dieser Zusammenhang erklärt auch, warum die von den Männchen verteidigten Territorien drei- bis fünfmal so viele Blüten aufweisen, wie sie für ihren eigenen Energiebedarf eigentlich benötigen: Einen Bereich beanspruchen sie für sich selbst, der andere ist für die Weibchen bestimmt.

cib/ddp

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