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08.02.2010
 

Kohlendioxid

CO2-Emissionen verändern Isotope in Ahornsirup

Traditionelles amerikanisches Frühstück: Pancake mit AhornsirupZur Großansicht
AP

Traditionelles amerikanisches Frühstück: Pancake mit Ahornsirup

Die massenhafte Verbrennung von Öl und Gas zeigt sich auch in Ahornsirup. Das Verhältnis der Kohlenstoffisotope darin hat sich in den vergangen Jahrzehnten verändert - was ein Problem für Lebensmittel-Kontrolleure ist. Denn sie können zugesetzten Zucker nun schwerer nachweisen.

Isotope sind eine Art physikalischer Fingerabdruck. In der Natur haben nicht alle Kohlenstoffatome sechs Neutronen (C-12-Kohlenstoff) im Kern, bei einigen sind es sieben (C-13) oder auch acht (C-14). Die Isotope C-12 und C-13 sind stabil, das über die Nahrung aufgenommene C-14 hat eine Halbwertzeit von knapp 6000 Jahren. Dies nutzen Archäologen aus, um das Alter von Knochen oder Holz zu bestimmen. Sogar die Herkunft von Holz lässt sich über sein Isotopenverhältnis ermitteln.

Wissenschaftler der Colgate University in Hamilton (New York) haben nun eine verblüffende Entdeckung in Ahornsirup gemacht. Sie interessierten sich für den Anteil des C-13-Isotops am Kohlenstoff, der Wert liegt in der Natur normalerweise bei 108 C-13-Atomen zu 10.000 C-12-Atomen. Zuckerrohr und Mais enthalten wegen eines anderen Photosynthese-Typs jedoch mehr C-13 (110 zu 10.000). Dies nutzen Lebensmittelkontrolleure aus, um Ahornsirup zu erkennen, der verbotenerweise mit Zucker gestreckt wurde.

Doch die massenhaften CO2-Emissionen des Menschen könnten den Ahornsirup-Panschern in die Hände spielen, warnen nun die Forscher William Peck und Stephanie Tubman. Sie haben nämlich festgestellt, dass der C-13-Anteil in dem braunen Saft in den vergangenen 36 Jahren gesunken ist. Kamen in den siebziger Jahren noch 108,7 der Isotope auf 10.000 Kohlenstoffatome, sind es heute nur noch 108,5. Das Isotopenverhältnis in Ahornssirup nähere sich dem Wert der meisten Pflanzen an, schreiben die Forscher im Fachblatt "Journal of Agricultural and Food Chemistry".

Hinter dem Phänomen soll die massenhafte Verbrennung fossiler Brennstoffe stecken, denn Öl und Kohle haben einen deutlich geringeren C-13-Anteil als das Kohlendioxid in der Atmosphäre, erklären die Forscher. So gelangte relativ gesehen weniger C-13 in die Luft, und die Ahornbäume nahmen auch weniger C-13 auf.

"Wir wussten, dass sich die Isotopenverhältnisse bei atmosphärischem Kohlenstoff ändern, aber niemand hat das in der Lebensmittelforschung berücksichtigt", sagte der Geochemiker John Valley von der University of Wisconsin-Madison der Webseite des Wissenschaftsmagazins "Nature". In der Lebensmittelüberwachung müssten atmosphärische Isotopendaten künftig mit einbezogen werden.

Dass mit Zucker gestreckter Ahornsirup bereits bei Lebensmittelkontrollen unbeanstandet blieb, glaubt William Peck nicht. "Die Hersteller hatten noch nicht die nötigen Informationen."

hda

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