Die Kontrollinstanz soll Teil einer größer angelegten Überprüfung des IPCC sein, die in der kommenden Woche offiziell angekündigt werde, sagte Nuttall am Freitag bei einem internationalen Umweltministertreffen auf der indonesischen Insel Bali. Als Mitglieder werde man "führende Wissenschaftler" auswählen, so Nuttall, ohne Namen zu nennen. Sie sollen voraussichtlich bis August einen Prüfbericht über den IPCC verfassen. Für Oktober ist in Südkorea eine IPCC-Vollversammlung geplant. "Der Bericht wird dort vorgelegt werden", sagte Nuttall.
Die Vertreter der Staaten hätten bereits grobe Vorstellungen über die Funktionsweise des Kontrollgremiums geäußert. "Es soll vollständig unabhängig und nicht vom IPCC selbst, sondern von einer Gruppe unabhängiger Forscher ernannt werden", so Nuttall. "Ich denke, dass wir damit das Thema vielleicht abschließen können."
Entscheidung über Graue Literatur
Das Kontrollgremium solle unter anderem darüber entscheiden, ob sogenannte Graue Literatur für künftige IPCC-Berichte noch zugelassen werden sollten. Dabei handelt es sich um Beiträge, die nicht in von Wissenschaftlern geprüften Fachblättern veröffentlicht wurden - etwa Berichte von Regierungen oder unabhängigen Organisationen. Dennoch halten Forscher solche Quellen für hilfreich, um insbesondere aus ärmeren Ländern Informationen zu erhalten und ein vollständiges Bild vom Stand der Klimaforschung zeichnen zu können. Unep-Chef Achim Steiner etwa sagte am Montag, dass er ein Verbot von Grauer Literatur nicht unterstütze.
Der IPCC war unter anderem in die Kritik geraten, weil sein letzter großer Bericht von 2007 falsche Angaben zu den Gletschern im Himalaja enthielt. Dem Klimabericht zufolge könnten die Gletscher bis zum Jahr 2035 verschwunden sein. Die Quelle dafür war ein Wissenschaftler, der dieses Datum nach eigenen Angaben aber gar nicht genannt hatte. Die richtige Jahreszahl sollte vermutlich 2350 lauten. Der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri sprach daraufhin von einem "bedauerlichen Fehler", lehnte aber eine Entschuldigung ab.
Nicht nur notorische Klimawandel-Skeptiker, auch renommierte Wissenschaftler üben inzwischen Kritik am IPCC. Sie verlangen tiefgreifende Reformen des Klimarats, bis hin zu dessen Auflösung. Auch Rufe nach einem Rücktritt Pachauris wurden laut.
Pessimismus vor Klimagipfel in Mexiko
Ende vergangenen Jahres veröffentlichten Hacker zudem Tausende interne E-Mails von Forschern der britischen Universität von East Anglia im Internet. Anschließend wurde den Uno-Klimafachleuten vorgeworfen, Daten vertuscht zu haben, die möglicherweise Zweifel an der These der Erderwärmung stärken. Zwar fand sich in den illegal beschafften E-Mails kein einziger Hinweis auf eine systematische Verzerrung von Forschungsergebnissen. Allerdings tauchten Hinweise auf fragwürdiges Verhalten einzelner Forscher auf.
Der IPCC verurteilte den Hackerangriff als Versuch, das Gremium in Verruf zu bringen - unter anderem, weil die E-Mails unmittelbar vor Beginn des Kopenhagener Klimagipfels veröffentlicht wurden. Der Weltklimarat war 2007 mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden, weil er den Klimawandel in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt hatte.
Bei dem Umweltministertreffen auf Bali mahnten die Teilnehmer der rund hundert Länder baldige Fortschritte beim Klimaschutz an. Nach dem Kopenhagener Klimagipfel im Dezember "waren alle enttäuscht", sagte der scheidende Chef des Uno-Klimasekretariats, Yvo de Boer, der vergangene Woche seinen Rücktritt angekündigt hatte. Auch beim nächsten großen Gipfel, der Ende des Jahres im mexikanischen Urlaubsort Cancun stattfinden wird, hält de Boer das Zustandekommen eines völkerrechtlich verbindlichen Klimaabkommens für wenig wahrscheinlich.
"Es ist wichtig, dass wir uns in Mexiko auf die Richtlinien zur Umsetzung von Klimaschutzzielen konzentrieren und danach entscheiden, welchen rechtlichen Charakter das bekommt", sagte de Boer. Ob die Ergebnisse in Cancún in ein rechtlich verbindliches Vertragswerk fließen, sei zweitrangig.
Ähnlich äußerte sich EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. "Niemand wäre glücklicher als ich, wenn wir dieses Jahr ein bindendes Abkommen erreichen könnten", sagte Hedegaard der Zeitung "Politiken". "Aber nach Lage der Dinge müssen wir uns fragen, ob ob es eine realistische Strategie ist, alles auf Mexiko zu setzen." Für dieses Treffen sei es sinnvoller, "politische Teilabkommen" und ein Jahr später in Südafrika ein umfassendes und völkerrechtlich verbindliches Klimaabkommen anzustreben.
mbe/AFP/Reuters
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Die Majoritaet der Messstationen entspricht nicht den Standards, d.h. sie sind zu nah an Flughaefen, oder anderen bebauten und asphaltierten Arealen. Was kann man schon aussagen ueber die Temperaturentwicklung in Afrika, wenn der [...] mehr...
Zitat aus dem Artikel: Der Klimarat ... solle *"kontrolliert und gestärkt"* werden. Dieser Satz sagt alles. Wir kommen langsam zu den wirklichen Themen: Den politischen Zielen der UNO, eines korrupten Vereins, der [...] mehr...
Da handelt es sich ja wohl um einen B eteiligten, der sich eigentlich aus laufenden Verfahren raushalten sollte, insbesondere wenn er dermaßen ideologisch gefärbt ist.... mehr...
nochmal der Link zur 30 minütigen Dokumentation über den Klimagate-Skandal der finnischen staatlichen Rundfunkgesellschaft YLE mit deutschen Untertiteln: http://vimeo.com/8815829 mehr...
Die Kernfrage lautete: Trägt der zusätzliche Eintrag von durch Menschen produzierten CO2 massgeblich zu einem Klimawandel bei. Die Frage lauete nicht: Gibt es einen Klimawandel. Die zweite Frage ist Banane weil es immer [...] mehr...
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