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02.03.2010
 

Umstrittene Sorte

Genkartoffel Amflora darf in Europa angebaut werden

Aussaat von Amflora-Kartoffeln (im Mai 2009): "Skandalöse Verschmutzungslizenz"Zur Großansicht
ddp

Aussaat von Amflora-Kartoffeln (im Mai 2009): "Skandalöse Verschmutzungslizenz"

Die umstrittene Genkartoffelsorte Amflora darf in der Europäischen Union angebaut werden. Das hat die EU-Kommission entschieden. Zum Einsatz kommen darf die Knolle eigentlich nur für industrielle Zwecke, doch Nebenprodukte sind auch als Tierfutter zulässig.

Brüssel - In Deutschland ist die von BASF entwickelte Kartoffelsorte Amflora bereits im Rahmen eines Freilandversuchs in Mecklenburg-Vorpommern angepflanzt worden. Sie soll besonders viel Stärke für den industriellen Einsatz liefern, zum Beispiel für die Papier-, Garn- und Klebstofffertigung. Das Problem für Kritiker: Die genetischen Modifikationen der Pflanze könnten aus ihrer Sicht Gefahren für die Natur bergen.

Das Zulassungsverfahren für Amflora läuft seit 1996. Den Feldversuch hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) Ende April 2009 erlaubt. Nun hat die EU-Kommission den Anbau der umstrittenen Genkartoffel generell genehmigt. EU-Verbraucherschutzkommissar John Dalli erklärte, die gentechnisch veränderte Kartoffel mache es möglich, bei der Produktion von Industriestärke Energie und Wasser zu sparen.

Die EU-Kommission konnte über die Zulassung der Kartoffel allein entscheiden, weil sich die EU-Landwirtschaftsminister in dieser Frage nicht einig wurden. Besonders umstritten war die Zulassung der Kartoffelreste als Viehfutter. Auch das ist nun erlaubt.

Die von Amflora gebildete Amylopektinstärke wird zum Beispiel für die Beschichtung von Papier verwendet. Herkömmliche Kartoffeln produzieren nach Angaben von BASF ein Stärkegemisch aus Amylopektin und Amylose. Dieses Gemisch müsse für die Herstellung von Industriestärke mühsam aufgespalten werden. "Amflora wird die Position der europäischen Kartoffelstärke-Industrie im internationalen Vergleich stärken", erklärte die Herstellerfirma BASF. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA habe wiederholt bestätigt, dass die Kartoffel sicher für Mensch, Tier und Umwelt sei, erklärte die Firma.

Umweltschützer kritisieren "politischen Kniefall vor der BASF"

Grüne und Umweltschützer regierten hingegen empört auf die Brüsseler Entscheidung - vor allem, weil gleichzeitig auch drei Genmais-Sorten des US-Konzerns Monsanto als Lebens- und Futtermittel zugelassen wurden. Das brüskiere "die gentechnik-kritische Öffentlichkeit", erklärte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken. Die Kartoffel erhalte eine "skandalöse Verschmutzungslizenz".

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hält die Übertragung eines in der Stärkekartoffel enthaltenen Resistenz-Gens auf Bakterien des Magen-Darm-Trakts nicht für ausgeschlossen. Die Zulassung sei "ein politischer Kniefall vor der BASF", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Vor den Risiken schließen sowohl die gentechnikverliebte Bundeskanzlerin als auch Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) die Augen", erklärte der Verband.

Gentechnik-Experte Martin Hofstetter von Greenpeacesagte, es sei schockierend, dass die neue Kommission die erheblichen ökologischen und gesundheitlichen Risiken der umstrittenen Genkartoffel ignoriere. Er warf der Kommission vor, mit der ersten Zulassung einer genmanipulierten Pflanze seit 1998 offensichtlich einen Pro-Gentechnikkurs einzuleiten. Hofstetter forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner auf, den Anbau der Genkartoffel in Deutschland sofort zu stoppen.

Allerdings legt der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag klar fest: "Der Anbau der gentechnisch veränderten Stärkekartoffel Amflora für eine kommerzielle, industrielle Verwertung wird unterstützt."

chs/Reuters/apn/AFP/dpa

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insgesamt 95 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.03.2010 von frau trallala: ...

Und wenn sie dort auch Genetik-Praktika hatten, muss es wohl auch etwas Naturwissenschaftliches gewesen sein. Da wundere ich mich nur noch mehr über manche Kommentare und erst recht über die Quellenauswahl, die Sie hier [...] mehr...

08.03.2010 von Patriot Act: Paranoid oder macht verrückt was euch verrückt macht!

"Interessant wäre auch die Frage, welche Uni Sie besucht haben." FH-Absolvent "Ich habe an meiner Uni nämlich ebenfalls Genetikvorlesungen und -Praktika gehabt, und dort haben wir sehr wohl gezielt Gene verändert/ [...] mehr...

08.03.2010 von frau trallala: ...

Bitte lesen Sie doch erst einmal meine Beiträge sorgfältiger. Was Monsanto betrifft, stimme ich der Kritik doch absolut zu, aber: - Monsanto ist nicht gleichzusetzen mit Gentechnik - Monsanto verkauft nach wie vor [...] mehr...

08.03.2010 von frau trallala: ...

Jeder, der das Thema Gentechnik neutral betrachtet, muss automatisch ein Lobbyist sein?! In meinem Fall mögen Sie mit Biologin zwar recht haben, allerdings habe ich mit grüner Gentechnik (also Pflanzen) so überhaupt nichts am [...] mehr...

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