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07.03.2010
 

Satellitenbild der Woche

Die Folgen des Chile-Erdbebens

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NASA

Das Erdbeben in Chile war das fünftstärkste, das je gemessen wurde. Die Folgen waren verheerend: Hunderte Menschen starben, Tsunamis trafen nahe gelegene Küsten. Astronauten der Internationalen Raumstation haben die Katastrophenregion nach dem Unglück fotografiert.

Das Unheil geschah am frühen Morgen des 27. Februar: Ein schweres Erdeben erschütterte Chile. Das Beben, dessen Epizentrum 115 Kilometer vor der Küste der Stadt Concepción im Süden des Landes lag, erreichte nach Angaben des Geologischen Dienstes der USA (USGS) eine Stärke von 8,8. Damit war es das fünftstärkste Beben, das je gemessen wurde. Mehrere chilenische Städte wurden verwüstet, Hunderte Menschen starben. Anschließend kam es zu Plünderungen und Gewaltausbrüchen.

Damit war der Schrecken aber noch längst nicht vorbei: Kurz nach dem Beben wurde für den Pazifikraum Tsunami-Alarm ausgerufen. 30 Stunden lang rasten Riesenwellen über den Ozean, von denen zunächst niemand wusste, zu welcher Höhe sie sich an den Küsten auftürmen würden. Glücklicherweise kam es dann aber doch nicht so schlimm wie befürchtet. Lediglich nahe gelegene Küsten wurden von großen Wellen getroffen, dort starben anscheinend Dutzende Menschen.

Als die Internationale Raumstation (ISS) Chile am Tag des Hauptbebens überflog, schossen die Astronauten ein hochauflösendes Foto. Es zeigt die Folgen des Erdbebens in den Küstenstädten Hualpén und Concepción. Links unten ist eine dunkle Rauchwolke nahe einer Ölraffinerie in Hualpén zu sehen. Über dem Río Bío Bío ist eine Autobahnbrücke eingebrochen. Rechts im Bild ist eine weitere Rauchwolke nahe der Universität von Concepción zu sehen.

Vor der Küste Chiles liegt eine der gefährlichsten Erdplattengrenzen des Planeten. Nirgendwo sonst ereignen sich so viele Starkbeben. Mit der in geologischen Maßstäben hohen Geschwindigkeit von acht Zentimetern pro Jahr schiebt sich dort der Meeresboden unter den südamerikanischen Kontinent. Zwischen den riesigen Felsschollen bauen sich immense Spannungen auf, die sich regelmäßig in Erdbeben entladen.

Das hat Folgen für den gesamten Globus: Das Beben vom 27. Februar hat die Erdachse um acht Zentimeter verschoben, wie Geophysiker der Nasa berichteten. Der Planet habe nun eine etwas schiefere Position und drehe sich außerdem ein wenig schneller. Dadurch seien die Tage um 1,26 Millionstel Sekunden kürzer geworden, so die Nasa. Die Einbuße sei zwar zu gering, um sie messen, geschweige denn erleben zu können - aber berechnen ließ sie sich.

lub/boj

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Chiles Erdbebengebiet: Mehr als 700 Tote befürchtetZur Großansicht
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Chiles Erdbebengebiet: Mehr als 700 Tote befürchtet


Die stärksten Erdbeben seit 1900
Ort Datum Stärke
Valdivia, Chile 22.05.1960 9,5
Prince William Sound, Alaska 28.03.1964 9,2
Westlich Sumatra 26.12.2004 9,1
Japan, östlich von Honshu 11.03.2011 9,0
Kamtschatka 04.11.1952 9,0
Vor Maule, Chile 27.02.2010 8,8
Vor der Küste Ecuadors 31.01.1906 8,8
Rat Islands, Alaska 04.02.1965 8,7
Nordsumatra 28.03.2005 8,6
Assam 15.08.1950 8,6
Südsumatra 09.03.1957 8,6
Quelle: USGS National Earthquake Information Center

Tsunami

Erdbebenwelle

Als Tsunami wird eine hauptsächlich durch Seebeben ausgelöste Meereswelle bezeichnet, die auch durch küstennahe oder untermeerische Hangrutschungen, durch Vulkanausbrüche, in ganz seltenen Fällen auch durch Meteoriteneinschlag entsteht.

Ausbreitung

Tsunami-Katastrophe 2004

Frühwarnsystem


Politisches System in Chile

Diktatur

AP
Die chilenische Diktatur, die am 11. September 1973 mit dem Putsch der Streitkräfte gegen den gewählten Präsidenten Salvador Allende begann, war eine der brutalsten Lateinamerikas. Innerhalb weniger Tage brachte das Militär das Land unter Kontrolle. Die Gewaltherrschaft unter General Augusto Pinochet sollte 17 Jahre dauern. Die Opposition wurde unterdrückt, Regimegegner wurden gefoltert, fast 3000 Menschen ermordet. Mehr als tausend blieben spurlos verschwunden.

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