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01.04.2010
 

Genanalyse

Letzte Mammuts verschwanden auf einen Schlag

Mammut-Nachbildung (in Oberhof, 2006): Schnelles Ende im hohen NordenZur Großansicht
DPA

Mammut-Nachbildung (in Oberhof, 2006): Schnelles Ende im hohen Norden

Die arktische Wrangel-Insel war der letzte Zufluchtsort der Mammuts: Hier lebten die letzten der zotteligen Riesen. Eine Genanalyse hat jetzt ergeben, dass die letzten Mammuts nicht allmählich, sondern plötzlich starben. Welche Katastrophe die Tiere aber ereilte, ist rätselhaft.

London - Bis zum Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 bis 12.000 Jahren waren Mammuts weit verbreitet. Durch dichtes Fell hervorragend an die frostige Umgebung angepasst, zogen sie in Herden durch die eiszeitliche Steppe. Doch dann verschwanden die Tiere. Schuld daran dürfte neben dem Klimawandel auch die Jagd durch den Menschen sein. Aber auch Konkurrenz von Artgenossen sorgte für Dezimierung: Amerikanische Mammuts verdrängten offenbar ihre sibirischen Vettern - bevor sie selbst untergingen.

Für einige Zeit gab es indes ein Refugium, in dem sich eine Population der zotteligen Riesen auch dann noch halten konnte, als alle Verwandten schon längst verschwunden waren: Auf der 7600 Quadratkilometer großen Wrangel-Insel im arktischen Ozean vor Nordostsibirien überlebten einige Mammuts 5000 Jahre länger als ihre Artgenossen auf dem Festland. Die Insel war zunächst Teil des Festlands, wurde aber dann durch den steigenden Meeresspiegel abgeschnitten, so dass die kleine Population isoliert wurde.

Forscher um Veronica Nyström von der Stockholm University haben nun herausgefunden, dass die Mammuts auf der Wrangel-Insel vermutlich vor 3700 Jahren innerhalb kurzer Zeit ausstarben. Erbkrankheiten seien an dem schnellen Ende nicht schuld, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B". Trotz einer geringen Genvielfalt sei die Population stabil gewesen.

Schuld am Aussterben der Tiere auf der Insel war wohl eher eine plötzliche Katastrophe, glauben Nyström und ihre Kollegen. In Frage käme neben schnellen Klimaänderungen auch die Einwanderung von Menschen ins arktische Reservat.

Kleine genetische Variabilität

Die Forscher hatten die genetische Vielfalt der Mammuts auf der Wrangel-Insel untersucht. Sie sahen sich dafür die DNA von bereits datierten Mammutknochen und -zähnen aus der Zeit zwischen der Isolation der Insel vor 9000 Jahren bis zum endgültigen Aussterben der Mammuts vor etwa 3700 Jahren an. Insgesamt waren es 36 verschiedene Tiere, über deren Erbgutproben die Forscher verfügten. Um die Untersuchung zu vervollständigen, sahen sich die Wissenschaftler auch Vergleichsmaterial von sechs Tieren an, die vor 12.000 bis 38.000 Jahren lebten.

Es zeigte sich, dass die genetische Variabilität der Inselbewohner im Verhältnis zur Vergleichsgruppe sehr klein war. Das deutet auf einige wenige Vorfahren hin. Bis zum Aussterben der Tiere nahm die Variabilität aber nicht mehr weiter ab. Zur Überraschung der Forscher legte sie sogar wieder leicht zu.

Nach Meinung der Wissenschaftler ist das ein Hinweis darauf, dass die Mammuts nicht nach und nach verschwanden, wie es etwa bei Inzucht oder Übernutzung des Lebensraums geschehen wäre. Es bleibe also nur eine Katastrophe als Ursache für das Verschwinden der Tiere. Offen bleibt, welcher Art die Katastrophe war.

Immer wieder liebäugeln Forscher mit der Idee, die Mammuts wieder auferstehen zu lassen. Wissenschaftliche Basis wären dabei das entzifferte Erbgut der Tiere - und vergleichsweise gut erhaltene Gewebeproben von Mammuts, die im Permafrost die Zeiten überdauert haben. Wenn das Projekt aber überhaupt jemals zu Erfolg führt, dann dürfte das wohl noch eine Weile dauern.

chs/ddp

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Das Mammut-Projekt

Vor 10.000 Jahren verschwanden Mammuts von der Erde. Wissenschaftler würden die imposanten Kolosse gern wieder zum Leben erwecken - dank der Fortschritte der Gentechnik kein unrealistisches Szenario. SPIEGEL ONLINE beschreibt die technischen Hürden bis zur Wiederauferstehung des Mammuts.






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