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12.04.2010
 

Schwarze Raucher

Roboter-U-Boot filmt Tiefseeschlote in Rekordtiefe

Unterwasser-Expedition: Kein Schwarzer Raucher qualmt tiefer
Fotos
NOC

So tief hat sie noch keiner zu sehen bekommen: Schwarze Raucher sind heiße Tiefseequellen, die aus kaminartigen Gebilden strömen. Jetzt haben Forscher das Naturphänomen mit Hilfe eines ferngesteuerten U-Boots in 5000 Metern Tiefe gefilmt. Von den Aufnahmen sind sie fasziniert.

Southampton - Der Großteil der vulkanischen Aktivität auf unserer Erde geschieht unter Wasser - und meistens bekommen wir davon wenig mit. Gerade in größeren Wassertiefen sind Filmaufnahmen eine Seltenheit. Nun haben britische Forscher sogenannte Schwarze Raucher in 5000 Metern Tiefe gefilmt. Nach eigenen Angaben haben sie damit einen neuen Rekord aufgestellt.

Das National Oceanography Centre in Southampton berichtet von den Beobachtungen in einer karibischen Tiefseerinne, dem Kaimangraben. Die Forscher auf dem Expeditionsschiff "James Cook" hatten das leistungsfähige autonome Wasserfahrzeug "Autosub 6000" auf die Reise zu den dortigen hydrothermalen Quellen geschickt. Dort strömt heißes, unter hohem Druck stehendes Wasser aus schornsteinartigen Strukturen. Das Wasser ist reich an Sulfiden und anderen mineralischen Verbindungen.

Rund 5000 Meter unter dem Meeresspiegel stieß das Boot auf die bisher tiefsten bekannten Schwarzen Raucher. Mit einem weiteren, ebenfalls ferngesteuerten Tiefseefahrzeug konnten die Wissenschaftler dann Filmaufnahmen der rauchenden Tiefseequellen machen: "Es war wie eine Wanderung auf einem anderen Planeten", sagt Geologe Bramley Murton, der das Fahrzeug durch die Tiefsee steuerte. "Die in allen Regenbogenfarben leuchtenden Schlote und das fluoreszierende Blau der darauf lebenden Mikroben waren mit nichts vergleichbar, was ich bis jetzt gesehen habe."

Die Wissenschaftler sind aber nicht nur von der Faszination für die Schönheit der Unterwasserquellen getrieben. Sie hoffen auch, mehr über die Anfänge des Lebens auf der Erde zu erfahren. Die an den Schloten lebenden Organismen sind nämlich extremen Bedingungen ausgesetzt, wie Temperaturen von mehreren hundert Grad, fehlendem Licht und hohen Mineralkonzentrationen. Die Wissenschaftler fragen sich, ob sich die ersten Lebensformen auf der Erde womöglich in einer ähnlichen Umwelt entwickelt haben.

chs/ddp

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