London - Die Aktivität des isländischen Eyjafjallajökull -Vulkans hat nach Angaben eines Geologen in der Nacht zum Samstag an Intensität zugenommen. Eine Aschewolke stieg nach Angaben von Magnus Tumi Gudmundsson von der Universität von Island 8,5 Kilometer weit in die Höhe. Der Wind habe die Sicht am Vulkan verbessert, so dass sich Wissenschaftler am (heutigen) Samstag erstmals aus der Luft ein Bild von der aktuellen Lage machen könnten.
Wenn festgestellt werden könne, wie viel Eis geschmolzen sei, könnten bessere Prognosen darüber erstellt werden, wie lange der Ausbruch anhalten werde, sagte Gudmundsson. Solange noch ausreichend Eis vorhanden sei, könnten sich weitere Aschewolken bilden. Der Flugverkehr würde damit noch längere Zeit behindert.
Da sich der Vulkan unter Gletschereis befindet, wird das heiße Magma aus dem Erdinneren extrem schnell abgekühlt. Die Mischung aus Magma und Wasser löst Explosionen und die Aschewolken aus, die Flugzeugen gefährlich werden können. "Die Aktivität war über Nacht ziemlich heftig, was die Rauchsäule hat anwachsen lassen", sagte Gudmundsson. "Leider scheint kein Ende in Sicht."
Noch tagelange Einschränkungen erwartet
Der britische Wetterdienst beobachtete, dass die Aschewolke sich am Samstag weiter Richtung Südeuropa ausdehnte. Zudem werde die Aschewolke aber auch über dem Norden Europas mindestens bis Sonntag ihre Auswirkungen entfalten, sagte ein Sprecher des Met Office in London. Am Samstagvormittag stellte der Wetterdienst eine Ausdehnung der Aschewolke von Südfrankreich bis Russland und zum Schwarzen Meer fest.
Bis Mitternacht werde eine Ausweitung bis an die spanisch-französische Grenze, nach Korsika und Nordgriechenland erwartet. Der Ausstoß von Asche aus dem Vulkan halte an, so dass eine weitere Belastung auf die bereits betroffenen Regionen etwa in Irland und Großbritannien bevorstehe, hieß es weiter.
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) rechnet damit, dass die umfassenden Flughafensperrungen im Luftverkehr länger anhaltende Verzögerungen zur Folge haben werden.
"Es wird einige Tage brauchen, bis wieder zum regulären Flugbetrieb zurückgekehrt werden kann", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel am Samstag. Die deutschen Flughäfen stünden mit den zuständigen Landesgenehmigungsbehörden in einem engen Kontakt.
"Wir haben die Behörden gebeten, aufgrund der außerordentlichen Situation in den kommenden Tagen die Regelungen der Start- und Landezeiten flexibel zu handhaben, damit im Ausland wartende Passagiere so schnell wie möglich zurückkommen können und wieder ein stabiler Betrieb erreicht wird", sagte Beisel. Zudem hielten die Flughäfen mehr Personal vor, damit Flüge mit Sonderregelungen auch an den Tagesrandzeiten und den Nachtstunden abgefertigt werden können.
sto/apn/dpa
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