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20.04.2010
 

Geheimnisvoller Tiefseewurm

Knochenfresser seit 30 Millionen Jahren im Einsatz

Osedax: Knochenfresser in ewiger Finsternis
Fotos
AP

In der Finsternis der Tiefsee lebt ein Wurm, der sich von den Knochen toter Wale ernährt. Deutsche Forscher konnten nun nachweisen, dass das wundersame Tier beinahe genau so alt ist wie seine Lieblingsspeise.

Kiel - Sein Wohnort ist bemerkenswert, sein Lieblingsfutter auch. In rund 3000 Metern Tiefe haust der Tiefsee-Wurm Osedax, dort ernährt er sich von herabgesunkenen Walknochen. Und wie deutsche Forscher nun im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten, tun die Tiere das schon seit mindestens 30 Millionen Jahren.

Der Name Osedax stammt aus dem Lateinischen und bedeutet auf Deutsch "Knochen fressend". Vor sechs Jahren hatten Wissenschaftler die Wurmart auf einem Wal-Kadaver in 2800 Metern Tiefe entdeckt. Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben nun Bohrlöcher fossiler Walknochen mit denen in Knochen aus der heutigen Zeit verglichen.

Sie hatten einen im US-Bundesstaat Washington gefundenen fossilen Walknochen untersucht - und mit Hilfe eines Computertomographen festgestellt, dass die Bohrlöcher darin denen ähneln, die Osedax in Walknochen aus der heutigen Zeit zu hinterlassen pflegt. Der versteinerte Knochen war immerhin 30 Millionen Jahre alt und stammte von einem Vorfahren der heutigen Bartenwale.

"Das Alter unseres Fossils fällt mit dem Zeitraum zusammen, ab dem wir Wale auf dem offenen Ozean nachweisen können", erklärt Steffen Kiel, einer der beteiligten Wissenschaftler. Der Wurm dürfte sich also beinahe zeitgleich zum Wal entwickelt haben. Grund für das zeitnahe Auftreten der beiden Arten dürfte das knappe Nahrungsangebot in den Tiefen der Ozeane sein: Alles, was dort hingelangt, wird in irgendeiner Form verwertet: "Nahrung ist knapp in den Weiten der Tiefsee, und das fast gleichzeitige Erscheinen dieser Wale und des Zombie-Wurms zeigt, dass selbst harte Walknochen sehr schnell als Nahrungsquelle erschlossen wurden", sagt Forscher Kiel.

chs/ddp

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