Aus New Orleans berichtet Philip Bethge
In 1500 Meter Wassertiefe im Golf von Mexiko strömen jede Minute 500 Liter Öl aus dem Meeresgrund - jetzt, gestern und auch schon vor einer Woche - seit die Ölplattform "Deepwater Horizon" am 22. April in der Tiefe versank. Und fast ebenso lange laborieren Experten der Ölfirma BP mit Hilfe ferngesteuerter Unterseeroboter an einem Bauteil herum, das mittlerweile traurige Berühmtheit erlangt hat.
Der Blowout-Preventer ist ein Sicherheitsventil direkt über dem Bohrloch einer jeden Bohrinsel. Eigentlich ist er dafür da, den Ölfluss im Katastrophenfall abzuwürgen. Im Fall der "Deepwater Horizon" jedoch hat er nicht funktioniert.
Und nun zeigt sich: Es ist nicht das erste Mal, dass es in der Bohrbranche Probleme mit dem Ventil gibt.
Während vor der Küste Louisianas mehr als tausend Helfer weiterhin mit dem Mut der Verzweiflung gegen einen Ölteppich kämpfen, der mittlerweile die Größe Jamaikas erreicht hat, verschärft sich in den USA die Debatte über die Ursachen des Unglücks.
Zementarbeiten am Bohrloch der "Deepwater Horizon" werden als Auslöser der Explosion diskutiert. Gleichzeitig konzentrieren sich die Ermittlungen auf das Sicherheitsventil in der Tiefe. Ein Bericht der für die Ölexploration zuständigen US-Regierungsbehörde "Minerals Management Service" von 1999, der jetzt von der US-Senatorin Maria Cantwell präsentiert wurde, dokumentiert 117 Fälle aus dem späten neunziger Jahren, in denen der Blowout-Preventer Probleme bereitete.
"Regelmäßige Defekte"
"Festzustellen, dass die ultimative, angeblich versagensfreie Waffe nicht funktioniert, ist überraschend", sagte Cantwell, die als Mitglied verschiedener Senatsausschüsse auch in den Anhörungen zur Ölpest im Golf von Mexiko eine Rolle spielen wird. Der Report habe "regelmäßige Defekte" dokumentiert, so Cantwell. Sie fürchte, die Verantwortlichen für die jetzige Ölpest würden versuchen, den Defekt als ein seltenes Ereignis darzustellen. "Aber das ist nicht der Fall."
Blowout-Preventer sind etwa 15 Meter hoch und können mehr als 200 Tonnen wiegen. Meist drei Ventile hintereinander sollen das Bohrloch im Katastrophenfall sicher verschließen und so den Öl- oder Gasfluss stoppen. Während das erste Ventil ("blind ram") das Bohrloch komplett abdichtet, versiegelt das zweite Ventil etwaige im Bohrloch verlaufende Leitungen von außen ("pipe ram").
Das dritte Ventil schließlich, "shear seal" genannt, besteht aus gehärtetem Stahl. Es zerschneidet bei Aktivierung alles in seinem Weg, verschließt das Bohrloch hermetisch und ist damit der letzte Notnagel, um das Austreten von Öl oder Gas zu verhindern.
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"US-Ermittler geißeln branchenweiten Leichtsinn" Und? - wird die Geißel bald gegen Zahlung eines Lösegelds freigelassen oder im Hinterhof verscharrt. mehr...
Die Nachricht: Öl ist so gefährlich wir sollten die Förderung komplett verbieten! Gut, dass unsere weisen Politiker das EEG eingeführt haben. Auch wenn dadurch alles hundertmal so teuer ist und unsere Arbeitsplätze verloren [...] mehr...
Das ist der zwangsläufige Schluss. Oder haben SIe schon mal gesehen, dass man ein Auto kauft, welches 300 kmh fahren könnte und welches mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50kmh ausgestattet ist. Gemerkt haben wir nur [...] mehr...
Wie wäres mit einen neue Markt der "Tiefseeboden Öl Absauger" ? Also Schiffe die das Öl orten und per langen Schlauch das ausgetretene Öl der zerstörten Plattform am Meersboden absaugen. mehr...
Wir waren Ende Sept.-Anfang Aug. in New Orleans und Umgebung. Es ist nichts aber wirklich nichts von dem Disaster zu entdecken. Die Strände sind sauber, das Swamb um NO erscheint unbeschädigt. Der ganze Medienhype erscheint wie [...] mehr...
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