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01.05.2010
 

Explodierte Ölplattform

Bohren bis zum Bruch

Aus New Orleans berichtet Philip Bethge

Ölpest: US-Küste droht Katastrophe
Fotos
AP

2. Teil: Hat der Ölplattform-Betreiber gespart?

Warum das Bauteil im Fall der "Deepwater Horizon" nicht funktionierte, bleibt bisher reine Spekulation. Kritiker bemängeln, der "Blowout-Preventer der Ölplattform sei nicht mit einem sogenannten akustischen Schalter ausgerüstet gewesen. Das über Schallwellen ferngesteuerte Bauteil löst im Katastrophenfall automatisch den Verschluss des Bohrlochs aus. In den USA ist es bisher nicht vorgeschrieben.

Doch andere Experten bezweifeln, dass der zusätzliche Schalter einen Unterschied gemacht hätte. "Blowout Preventer werden immer automatisch gesteuert", sagt Tim Robertson von der Beratungsfirma Nuka Research and Planning Group aus Seldovia in Alaska: "Sie schließen sich - es sei denn man sagt ihnen, dass sie offen bleiben sollen." Der Blowout Preventer funktioniere wie eine Lkw-Bremse, so Robertson. Ob er akustisch oder über eine hydraulische Leitung gesteuert werde, sei dabei unerheblich.

Auch das Argument, der Ölplattform-Betreiber Transocean habe sparen wollen und den Schalter deshalb nicht eingebaut, hält Robertson für lächerlich. "Wenn ich eine halbe Million Dollar pro Tag für den Betrieb einer Ölplattform ausgebe, werde ich nicht über das Geld für einen Notfallschalter diskutieren."

Gefährliche Risse im Zement

Der Ölexperte glaubt, dass die Ursache des Unfalls an anderer Stelle liegen muss. In Frage kommen etwa die Zementarbeiten, die zum Zeitpunkt des Unglücks an der Bohrung durchgeführt wurden. Die "Deepwater Horizon" führte im Maconco-Ölfeld eine Erkundungsbohrung durch. Das etwa 25 Zentimeter messende Bohrloch sollte gerade mit Zement abgesichert und verschlossen werden - ein normaler Vorgang im Ölgewerbe. Zu einem späteren Zeitpunkt wären die Bohrteams wieder angerückt, um mit der Ölförderung zu beginnen.

Mit dem Zementieren des Bohrlochs war die US-Firma Halliburton betraut. 20 Stunden vor dem Unglück seien die Arbeiten allerdings vorläufig eingestellt worden, teilte das Unternehmen mit.

Doch die Technik birgt Gefahren. Denn entstehen beim Aushärten Risse im Zement, können Öl und Gas austreten und mit großer Wucht nach oben schießen. Ein Funken reicht dann aus, um die explosive Mischung zu entzünden.

"Es ist wahrscheinlich, dass das Ausströmen des Gases an die Oberfläche etwas mit dem Zement zu tun hatte", sagt der ehemalige Ölingenieur Robert MacKenzie, der heute bei der Investmentbank FBR Captial Market arbeitet. Eine MMS-Studie von 2007 kommt zu dem Ergebnis, dass bei 18 von 39 Bohrlochexplosionen der Zement eine Rolle spielte.

Klar ist, dass ein solcher Vorfall katastrophale Folgen haben kann. Bohrmatsch, vermischt mit Öl und Gas, schießt dann aus der Tiefe nach oben. Der Druckabfall beschleunige den Prozess.

Roberston hat einen solchen "Blowout" bereits selbst erlebt. 1987 arbeitete er auf einer Bohrinsel südlich von Anchorage in Alaska. Um fünf Uhr nachmittags - wiederum während Zementarbeiten am Bohrloch durchgeführt wurden - sei plötzlich "wie aus einem Düsentriebwerk" Gas aus der Bohrung geschossen. Die Crew wurde sofort evakuiert. Robertson und einige andere blieben, um den Schaden zu beheben.

Nach einigen Stunden jedoch habe sich plötzlich das Fauchen des Gases verändert, erinnert sich der Ingenieur. Die Arbeiter blickten nach oben. Vermutlich am Funken einer zersplitterten Lampe hatte sich das Gas entzündet. Robertson und seine Kollegen konnten sich retten. Die Ölplattform ging in Flammen auf und brannte für mehrere Wochen.

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insgesamt 1851 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
09.11.2010 von vielblabla:

"US-Ermittler geißeln branchenweiten Leichtsinn" Und? - wird die Geißel bald gegen Zahlung eines Lösegelds freigelassen oder im Hinterhof verscharrt. mehr...

09.11.2010 von nitram1: Wieder mal ein Ideologie verbreitender Artikel!

Die Nachricht: Öl ist so gefährlich wir sollten die Förderung komplett verbieten! Gut, dass unsere weisen Politiker das EEG eingeführt haben. Auch wenn dadurch alles hundertmal so teuer ist und unsere Arbeitsplätze verloren [...] mehr...

09.11.2010 von SURE: ....

Das ist der zwangsläufige Schluss. Oder haben SIe schon mal gesehen, dass man ein Auto kauft, welches 300 kmh fahren könnte und welches mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50kmh ausgestattet ist. Gemerkt haben wir nur [...] mehr...

08.11.2010 von capitain_future: ÖL Absauger -Der neue Markt

Wie wäres mit einen neue Markt der "Tiefseeboden Öl Absauger" ? Also Schiffe die das Öl orten und per langen Schlauch das ausgetretene Öl der zerstörten Plattform am Meersboden absaugen. mehr...

06.11.2010 von AntonRedlich: Unsinn und nochmals Unsinn

Wir waren Ende Sept.-Anfang Aug. in New Orleans und Umgebung. Es ist nichts aber wirklich nichts von dem Disaster zu entdecken. Die Strände sind sauber, das Swamb um NO erscheint unbeschädigt. Der ganze Medienhype erscheint wie [...] mehr...

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