Washington - Der Versuch, die Ölpest im Golf von Mexiko mit einer riesigen Stahlkuppe über dem Leck zu bekämpfen, ist auf ernste Hindernisse gestoßen. Die Operation in 1500 Meter Tiefe sei zunächst für zwei Tage unterbrochen worden, sagte der verantwortliche BP-Manager Doug Suttles am Samstag. Einsatzkräfte mussten die 100 Tonnen schwere Glocke wieder abziehen.
Es hätten sich Kristalle aus Öl und Wasser an der Innenseite der Kuppel gebildet, die ein Absaugen des Öls verhindern würden. "Ich würde aber in diesem Augenblick noch nicht von einem Scheitern sprechen", sagte Suttles, die Möglichkeit einer Komplikation hatte er zuvor bereits angekündigt. Bislang gibt es keine Erfahrungen mit dem Einsatz solch einer Stahlbeton-Kuppel in so großer Wassertiefe, so dass das Problem zunächst untersucht werden muss.
Ursprünglich sollte die wie ein Trichter funktionierende Kuppel ab frühestens Montag bis zu 85 Prozent des austretenden Öls auffangen und absaugen. Die Glocke ist etwa so hoch wie ein vierstöckiges Haus und war in 18-stündiger Arbeit von Unterwasserrobotern an ihre Position auf dem Meeresgrund gebracht worden.
Aus den Lecks am Meeresgrund sprudeln täglich rund 800.000 Liter Öl, seit am 22. April die von BP genutzte Bohrplattform "Deepwater Horizon" nach einer Explosion versank. Nach Angaben der US-Küstenwache vom Samstag sind inzwischen fast acht Millionen Liter eines Öl-Wasser-Gemischs abgesaugt worden. BP erklärte, es handele sich um etwa zehn Prozent Öl, der Rest sei Wasser.
Mit Gift gegen den Ölteppich
Unterdessen weiteten die US-Behörden das Verbot für Fischfang an der Küste vor Louisiana weiter aus. Bereits am Donnerstag hatte ein erster Ölfilm eine unbewohnte Insel vor der Küste erreicht. Etwa 8500 Helfer auf über 260 Schiffen waren im Einsatz, um zu verhindern, das das Öl das ökologisch empfindliche Marschland am Mississippi-Delta zerstört.
Auch rund eine Million Liter Chemikalien seien inzwischen eingesetzt worden, um das Öl aufzulösen, hieß es am Samstag. Das Gemisch namens Corexit 9500 zersetzt das Öl so, dass es nicht an die Oberfläche steigt und an Land kommen kann. Umweltschützer jedoch warnen vor den toxischen Auswirkungen, die das Gift auf dem offenen Meer haben könnte.
Schadensersatz
BP gibt sich derweil so konziliant wie möglich. In New Orleans versprach etwa der Firmengesandte Dave Rainey, Vizepräsident für die Ölförderung im Golf von Mexiko, den Bewohnern "legitimen Schadensersatzanspruch".
Als Konsequenz aus der Katastrophe will der Konzern zudem mit der Ausweitung seiner Offshore-Aktivitäten warten, bis "das öffentliche Vertrauen in Tiefseebohrungen wiederhergestellt ist", wie Vorstandschef Tony Hayward dem SPIEGEL sagte.
can/dpa/apn/AFP
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Das ist der zwangsläufige Schluss. Oder haben SIe schon mal gesehen, dass man ein Auto kauft, welches 300 kmh fahren könnte und welches mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 50kmh ausgestattet ist. Gemerkt haben wir nur [...] mehr...
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