Der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko tritt in eine neue, entscheidende Phase ein: BP bereitet eine beispiellose Aktion zur Abdichtung des Lecks am Meeresboden vor. Das Unternehmen will am Mittwochnachmittag eine Art Schlammkanone einsetzen, um die sprudelnde Quelle in 1600 Metern Wassertiefe zu verstopfen und sie schließlich mit Zement zu versiegeln. "Stopft das verdammte Loch", lautete die Parole von US-Präsident Barack Obama in den vergangenen Tagen.
Mit der "Top Kill" genannten Methode will BP das seit mehr als vier Wochen sprudelnde Ölleck abdichten. Mit hoher Geschwindigkeit sollen Schlamm und Zement in die undichten Stellen gepumpt werden. Misslängen die Versuche, könnten zusätzlich andere Materialien ins Loch gepumpt werden, etwa Gummi. Ein riskantes Unterfangen: Geht etwas schief, könnten das Leck und damit die Katastrophe sogar noch vergrößert werden.
Es ist das erste Mal, dass in großer Tiefe mit einem "Top Kill" versucht werden soll, ein Ölleck zu stopfen. Die Methode wurde bislang nur an Land erprobt. "Wir können nicht garantieren, dass es wirklich funktioniert", sagte BP-Sprecher Robert Wine. BP-Vorstandschef Tony Hayward bezifferte die Erfolgsaussichten mit dem "Top Kill" im Golf auf 60 bis 70 Prozent.
Tausende Liter Schlamm pro Minute
Über zwei acht Zentimeter dicke Leitungen sollen binnen wenigen Minuten 6300 bis 8000 Liter Schlamm und Zement ins Loch gepumpt werden. Geht alles gut, stoppt der Gegendruck der Dichtmasse das aufsteigende Öl, der "Kill" wäre erfolgreich. Falls nicht, könnte der Abdichtkopf des Bohrlochs weiter beschädigt werden. Im schlimmsten Fall flösse noch mehr Öl als bisher in den Golf.
Wesentlicher Teil der Voruntersuchungen in den vergangenen Tagen waren Drucktests an dem tonnenschweren Sicherheitsventil auf dem Bohrloch, dessen Versagen die Katastrophe ausgelöst hatte. Der "Top Kill" kann laut Wells nur gelingen, wenn das Sicherheitsventil und seine fünf Öffnungen dem großen Druck standhielten. Ein weiteres Risiko bestehe darin, dass die Hülle des Steigrohrs im Bohrloch den Druck nicht aushalte, sagte der mit der staatlichen Aufsicht der Operation beauftragte Ingenieur Russell Hoshman.
Live-Übertragung vom Meeresgrund
Die Operation werde live im Internet übertragen, teilte BP mit. Damit beugt sich das Unternehmen dem Druck der US-Regierung, verlautete aus Washingtoner Kreisen. Laut BP kann es zwischen mehreren Stunden und zwei Tagen dauern, ehe feststehe, ob der "Top Kill" erfolgreich verlaufen sei. Ozean-Ingenieur Bob Bea von der University of California in Berkeley sagte, der Erfolg der Aktion hänge davon ab, wie hoch die austretende Ölmenge tatsächlich sei. Alles, was über sechs Millionen Liter pro Tag liege, sei zu viel für den beschädigten Abdichtkopf. Über die Menge des ausfließenden Öls besteht große Unsicherheit: BP geht weiterhin von 5000 Barrel pro Tag aus, was 800.000 Litern entspräche. Unabhängige Fachleute sprachen aber von weit größeren Mengen: Die Schätzungen reichen bis zu 100.000 Barrel pro Tag.
Der Konzern BP überträgt im Internet den Abdichtversuch am Bohrloch im Golf von Mexiko.
Präsident Obama will die die ölverschmierte Küste am Freitag selbst in Augenschein nehmen. Er werde in den Bundesstaat Louisiana reisen, um sich dort ein Bild von den Bemühungen im Kampf gegen die Ölpest zu machen, teilte das Weiße Haus mit.
Obamas Regierung gerät zunehmend in die Kritik, weil sie seit mehr als einem Monat scheinbar ohnmächtig mitansieht, wie aus dem lecken Bohrloch vor der US-Südküste täglich Hunderttausende Liter Öl ins Meer strömen. Bereits Anfang Mai war Obama nach Louisiana gereist, damals hatte der Ölteppich die Küste allerdings noch nicht erreicht. Das Weiße Haus erklärte, dass "mehr als 1200 Schiffe und mehr als 22.000 Menschen" rund um die Uhr im Einsatz seien, um die Ölkatastrophe in den Griff zu bekommen.
boj/apn/dpa/AFP/Reuters
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Sie, aceofspade, sind es, der diskriminiert. Sie werfen den Niedrigverdienern in subtiler Weise vor, dass sie nichts zum Steumeraufkommen beitragen. Oder verstehen Sie ihre eigene Argumentation nicht? Gruß Emil mehr...
die Hispanics scheinen gar nicht das Problem zu sein, Ace. Sie zielen richtig. Je schwärzer, desto schlimmer. 1865 und 1962 waren die traurigsten Jahre der amerikanischen Geschichte. Aber das haben Sie ja auch schon [...] mehr...
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Wie bitte? Das ist mir neu, dass jemand wegen geringem Einkommen diskriminiert wird. Jeder darf soviel verdienen, wie er will oder kann. Aber es gibt auch keinen Rechtsanspruch auf ein hohes Einkommen. Was fuer mich [...] mehr...
Wenn es das "kapitalistische" Wirtschaftssystem nicht selber schafft "gerechtere" Vergütungen der einzelnen Teilnehmer eines Unternehmens herzustellen, dann muss hier der Gesetzgeber einschreiten. Als [...] mehr...
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