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21.06.2010
 

Neue Daten für alle Regionen

Deutschlands wahres Klima

Von Axel Bojanowski

Norden, Süden, Osten, Westen: Das Klima des Landes
Fotos
dpa

Der Süden ist die sonnigste Region der Republik, im Norden regnet es meist? Meteorologen haben für SPIEGEL ONLINE die neuesten Wetterdaten ausgewertet - mit überraschenden Ergebnissen.

Das Klima in Deutschland hat sich in den vergangenen hundert Jahren deutlich verändert, im Durchschnitt stieg die Temperatur um 0,9 Grad. Genauere Aussagen ließen sich bislang kaum treffen. Denn die Klimaberechnungen basieren auf Daten aus den Jahren 1961 bis 1990. Doch seither hat sich meteorologisch viel verändert.

Um auch die Klimaveränderung der vergangenen 20 Jahre zu erkennen, haben Meteorologen des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) exklusiv für SPIEGEL ONLINE die neuesten Daten des Deutschen Wetterdienstes aus 18 deutschen Städten aufbereitet. Sie zeigen das wahre Klima in Deutschland. "Es ist wärmer und sonniger geworden in Deutschland", sagt der Meteorologe und IWK-Chef Frank Böttcher.

Die Klimadatenauswertung lieferte einige Überraschungen - manche Vorurteile müssen korrigiert werden:

  • Die sonnigsten Orte Deutschlands liegen nicht im Süden, sondern im Norden.
  • Das schlechteste Wetter herrscht im Westen, das beste wohl in Franken.
  • Beim Niederschlag gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen West und Ost, jedoch nicht zwischen Nord und Süd. Während es im Norden und Süden an ähnlich vielen Tagen regnet, hat der Osten rund 30 Regentage im Jahr weniger als der Westen.

Für die genaue Auswertung unten auf die einzelnen Regionen klicken.

Vor allem die Sommer sind wärmer geworden: Am stärksten erwärmt hat sich im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 der August. Die Sommer sind allerdings mancherorts regnerischer als früher, doch die Unterschiede von Region zu Region sind groß. Der einzige Monat, in dem es deutschlandweit mehr Bewölkung gibt als früher ist der Juni.

Fast ebenso stark gestiegen sind die Temperaturen im Frühling; im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990 ist diese Jahreszeit inzwischen fast ein Grad wärmer. Dadurch blühen Pflanzen eher - und viele Allergiker leiden früher unter Beschwerden. Hauptursache für die Erwärmung im Frühjahr sei, so Böttcher, dass der Wind vermehrt aus Südwest wehe.

Die neue Witterung habe auch dazu geführt, dass im April deutlich weniger Regen falle als früher. Insbesondere die Küsten sind trockener geworden, auf den Nordseeinseln ist das Frühjahr deutschlandweit am sonnigsten und trockensten. Auf Sylt fällt im April nur noch vier Fünftel so viel Regen wie früher.

"Im Herbst jedoch strömt weiterhin viel nass-kühle Atlantikluft über die Nordsee nach Deutschland", berichtet Böttcher - zu dieser Jahreszeit ist es in ganz Deutschland kaum wärmer als früher. Besonders im Oktober regnet es zudem deutlich mehr - am meisten Regen fällt dann an den Küsten.

Mehr Sonne scheint vor allem im Winter. Im Vergleich zum Zeitraum 1961 bis 1990 ist die kalte Jahreszeit hierzulande um zehn Prozent sonniger geworden; der Januar sogar um 20 Prozent.

SPIEGEL ONLINE zeigt exklusiv das neue Klima in Deutschland. "Ausgewählt wurden 18 größere Orte mit den besten Datensätzen des Deutschen Wetterdienstes", sagt Meteorologe Böttcher. Das jeweilige Klima gelte jedoch auch für die jeweilige Umgebung.

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Mit diesem "Hobby" sind eine Vielzahl von wissenschaftlichen Fachartikeln und Buchpublikationen verbunden. Wer ist eigentlich das Opfer Ihrer nächsten Rufmordkampagne? mehr...

25.06.2010 von physik: Skeptiker geben sich selbst der Lächerlichkeit preis:

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24.06.2010 von Umbriel: Tja - der Einzelfall entscheidet

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