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17.06.2010
 

Brasilien

Regenwald-Tod lässt Malaria-Risiko steigen

Abholzung im Amazonas (Archivbild): "Ökologischer Faktor für eine Malaria-Epidemie"Zur Großansicht
DPA

Abholzung im Amazonas (Archivbild): "Ökologischer Faktor für eine Malaria-Epidemie"

Wenn Regenwälder verschwinden, hat das nicht nur dramatische Folgen für das Klima und die Artenvielfalt: Auch das Malaria-Risiko steigt deutlich, haben Forscher herausgefunden. Wo einst riesige Bäume standen, können nun gefährliche Mückenschwärme in Tümpeln heranwachsen.

Washington - Die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes hat dramatische Folgen: Der Lebensraum für zahllose Arten verschwindet, ein wichtiger Kohlenstoffspeicher obendrein. Nun haben US-Forscher herausgefunden, dass durch die Entwaldungen auch die Malaria-Gefahr steigt.

Die Studie von US-Wissenschaftlern der Universität von Wisconsin zeigt für die brasilianische Amazonas-Region einen Anstieg der Malaria-Erkrankungen um bis zu 50 Prozent. Das Ausmaß der Rodungen wurde dabei mit Satellitenfotos festgestellt und in Zusammenhang mit Malaria-Infektionen in 54 brasilianischen Gesundheitsbezirken gebracht. "Es scheint, dass Entwaldung einer der auslösenden ökologischen Faktoren für eine Malaria-Epidemie ist", sagte Sarah Olson, Co-Autorin der Studie.

Der in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Emerging Infectious Diseases" veröffentlichten Untersuchung zufolge schafft die Urwaldrodung gute Bedingungen für eine Verbreitung der Anopheles-Mücke. Sie überträgt die Malaria-Erreger auf den Menschen. "Die entwaldete Landschaft mit offenen Flächen und teils sonnenbeschienenen Tümpeln scheint der ideale Lebensraum für die Mücke zu sein", sagte Olson. Die Zahlen sind beeindruckend: Ein Rückgang des Regenwaldes um vier Prozent hatte demnach einen Anstieg der Malaria-Infektionen um 48 Prozent zur Folge.

Die Wissenschaftler untersuchten einen Streifen des Amazonas-Gebiets in der Nähe von Peru. Die Ergebnisse der Studie legen aber nahe, dass auch in anderen Regionen abgeholzte Regenwälder zu einem Malaria-Anstieg führen könnten. Zwischen 1997 und 2006 erkrankten schätzungsweise 500.000 Brasilianer jährlich an der gefährlichen Infektionskrankheit. Die Geschwindigkeit der Regenwald-Abholzung in Brasilien schwankt. Unrühmliches Rekordjahr war 2007 als 27.000 Quadratkilometer gerodet wurden. Bis zum Jahr 2020 will Brasilien die Abholzung auf etwa 4000 Quadratkilometer im Jahr begrenzen.

chs/AFP

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Malaria

Die Krankheit

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Malaria zählt zu den tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt: Statistisch gesehen stirbt allein in Afrika etwa alle 30 Sekunden ein Kind an der Krankheit. Pro Jahr fallen ihr insgesamt mindestens eine Million Menschen zum Opfer, die meisten davon Kinder unter fünf Jahren. Der Erreger der Malaria tropica, der einzellige Parasit Plasmodium falciparum, wird durch den Stich weiblicher Stechmücken der Gattung Anopheles von bereits infizierten Menschen auf gesunde übertragen.

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