"Der Fund wird zweifellos auf großes Interesse in Japan stoßen", sagt Henrik Sundberg von der Universität Göteborg. Der Student hatte die Pilze der Art Hon Shimeji in einem Wald im Norden Schwedens identifiziert. Die eigentlich in Japan beheimateten Gewächse gelten dort als Delikatesse. Bis zu 800 Euro werden pro Kilogramm des geschmacksintensiven Pilzes bezahlt, der sich nur schwer kultivieren lässt.
Die Pilze gehören zur Familie Lyophyllum. Bisher glaubte man, dass die Art Lyophyllum Shimeji nur im Fernen Osten wächst. Die nun gefundenen Exemplare heißen auch echter Shimeji. Erste Hinweise darauf, dass die Art in Schweden wachsen könnte, hatte es bereits vor zwei Jahren gegeben. Molekulare Untersuchungen hätten nun bestätigt, dass die in Schweden entdeckte Art und die in Japan beheimatete identisch seien, teile die Universität mit.
Shimeji ist ein Oberbegriff für mehr als 20 verschiedene Pilzarten. Übersetzt bedeutet der Name: Pilze, die im tiefen Wald während der Regensaison wachsen. Zu Shimeji zählen unter anderem Tricholoma, Lyophyllum, Hypsizygus and Clitocybe.
Vor mehr als zehn Jahren hatten Forscher bereits einen anderen Gourmetpilz aus Japan in Schweden entdeckt: Tricholoma matsutake. Das Interesse am schwedischen Tricholoma war groß. Pilzexperten und Händler aus Japan pilgerten nach Skandinavien, um die Gewächse zu untersuchen. Der Matsutake gilt als begehrtester Pilz Japans, gleich danach kommt Hon Shimeji.
Die Entdeckung des Hon Shimeji geht letztlich auf die japanische Wissenschaftlerin Etsuka Harada zurück, die auf die Pilze gestoßen war, allerdings nicht beweisen konnte, dass es sich tatsächlich um die aus Japan bekannte Art handelt. Dieser Nachweis gelang nun Henrik Sundberg.
"Nachdem wir von den japanischen Pilzexperten positive Rückmeldung bekommen hatten, waren wir mehr und mehr überzeugt, auf der Spur des Gourmetpilzes zu sein", sagt Sundberg. "Als wir im folgenden Jahr noch mehr Exemplare fanden, starteten wir ein Projekt, um die Pilze mit molekularen Techniken zu untersuchen." Die schwedischen Forscher glauben, dass Hon Shimeji womöglich im ganzen Bereich des borealen Nadelwalds von Skandinavien über die russische Taiga bis nach China wächst.
hda
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