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17.07.2010
 

Kampf gegen Ölpest

US-Regierung dämpft Optimismus von BP

US-Ölpest: Neue Auffangglocke soll Leck schließen
Fotos
REUTERS

BP setzt auf einen Erfolg: Seit Donnerstag ist laut dem Konzern kein Öl mehr in den Golf von Mexiko geflossen. Doch Experten der US-Regierung warnen. Denn die Testergebnisse sind schlechter als erwartet - und lassen eine undichte Stelle im Auffangtrichter vermuten.

Washington - BP gibt sich zuversichtlich: Die provisorisch abgedichtete Ölquelle im Golf von Mexiko hält zunächst. Zunächst habe es keine Hinweise gegeben, dass durch den tonnenschweren Auffangzylinder auf dem ramponierten Bohrloch das Öl an anderer Stelle austrete, sagte BP-Manager Kent Wells in der Nacht zum Samstag.

Die Kameraaufnahmen von Unterwasserrobotern, akustische Sensoren sowie Temperaturmessungen am Bohrloch deuteten darauf hin, dass der Ölfluss gestoppt sei. "Das ist eine gute Nachricht", sagte Wells. Allerdings beobachte man den Test sehr genau.

Die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" war im April nach einer Explosion gesunken. Bislang strömten Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Barrel Öl ins Meer. Das entspricht der 58- bis zur 112fachen Menge, die 1989 bei der Ölkatastrophe der Exxon Valdez in Alaska ausgelaufen war. BP war es am Donnerstag gelungen, den Ölstrom zu stoppen. Für die Messungen an dem Trichter wurden insgesamt 48 Stunden veranschlagt.

Seit die meterhohe Vorrichtung am Donnerstagabend probeweise verschlossen wurde, ist es das erste Mal seit rund drei Monaten, dass kein Öl mehr aus Bohrloch entweicht. BP und die US-Regierung wollen nach ursprünglicher Planung 48 Stunden lang testen, ob das vier Kilometer lange Steigrohr im Meeresboden dem Druck standhält oder das Öl plötzlich an anderer Stelle austritt.

Skeptischer als der Konzern äußerte sich der Vertreter der US-Regierung, Thad Allen. Zwar sei der bisherige Stand eine gute Nachricht, der mangelnde Druck gebe allerdings Anlass zur Besorgnis.

Ingenieure prüfen alle sechs Stunden den Druck in dem Bohrloch. Kletternde Werte bedeuten, dass die Abdichtung funktioniert. Am Freitag stieg der Druck zwar etwas, lag allerdings leicht unter der von den Fachleuten erhofften Höhe. Grund könnte sein, dass bereits seit Monaten Öl aus der Quelle ströme und dadurch in dem sich leerenden Reservoir der Druck generell sinke. Eine andere Möglichkeit ist aber, dass es ein Leck im Auffangtrichter gibt. Sei dies der Fall, werde man "unverzüglich" die Quelle wieder öffnen, sagte BP-Manager Wells.

Cameron will bei Obama um BP kämpfen

Wells und Allen deuteten an, dass der Testlauf über die zunächst vorgesehenen 48 Stunden hinaus dauern könnte. "Es ist keine Entscheidung gefallen, was nach dem Ende der 48 Stunden passieren soll", sagte der BP-Manager. Man werde alle sechs Stunden "ausgehend von den jeweiligen Bedingungen" über die nächsten Schritte befinden, betonte Allen.

Indes hat Großbritanniens Regierungschef David Cameron angekündigt, in der kommenden Woche mit Barack Obama über BP diskutieren zu wollen. Dabei wolle er dem US-Präsident klarmachen, wie wichtig ein "starkes und stabiles Unternehmen BP" für ihre beiden Länder sei. Der Konzern brauche Klarheit darüber, dass die Kosten und Entschädigungen nicht ausufern. Cameron hatte sich zuvor mit dem BP-Aufsichtsratschef Carl-Henric Svanberg getroffen.

Der Premierminister sagte, er wolle Obama noch einmal klarmachen, dass nicht nur Zehntausende Jobs in Großbritannien, sondern auch Zehntausende in den USA von BP abhingen. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, die amerikanischen Konkurrenten Chevron und Exxon wollten BP übernehmen.

cte/Reuters/AP/dpa

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insgesamt 39 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
24.07.2010 von teopred2: 6890 psi

Die meisten Cams inaktiv. Der Flansch, auf dem der neue BOP aufgesetzt wurde leckt darunter immer stärker. Es sind nicht mehr vereinzelte Tropfen an zwei Stellen, es sind Tropfenschnüre an drei Stellen. Diese sich seit mehreren [...] mehr...

19.07.2010 von Günter Bodendörfer: Montana

Danke für die freundliche Aufklärung. Ich würde, wohnte ich an einer der betroffenen Küsten, mich so schnell wie möglich vom Acker machen, Richtung Montana oder so. mehr...

19.07.2010 von teopred2: Ups, dicker Fehler

Manchmal sind die Bäume dicker als der Wald .-) Von DWH wurde die Quelle mit Mud der Dichte 1,41 bis 1,45 totgepresst. Das würde bei etwas über 5500m tiefe den 11900 psi entsprechen. Nun ist der BOP 1500m tiefer, was dem [...] mehr...

19.07.2010 von teopred2: Titel für das Titelmonster

Hmm, da dürften Fehler drin sein: Von DWH wurde die Quelle mit Mud der Dichte 1,41 bis 1,45 totgepresst. Das würde bei etwas über 5500m tiefe den 11900 psi entsprechen. Nun ist der BOP 1500m tiefer. 11900 psi sind rund 820 [...] mehr...

19.07.2010 von aldibert: Peak Oil

Hier zum Beispiel: http://www.energiekrise.de/ http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/energievorraete-energiereserven.html mehr...

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