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20.07.2010
 

Golf von Mexiko

Austretendes Öl stammt von anderem Leck

Kampf gegen die Ölpest: Keine Anzeichen für ein schweres Problem an der QuelleZur Großansicht
dpa

Kampf gegen die Ölpest: Keine Anzeichen für ein schweres Problem an der Quelle

Aufatmen am Golf von Mexiko: Das defekte Bohrloch bleibt nun doch verschlossen. Das in der Umgebung entweichende Öl hängt nicht mit dem BP-Leck zu tun, stellt die US-Regierung klar. Weitere Belastungstests stehen an.

New Orleans - Die US-Behörden geben Entwarnung: Die entdeckten Öl-Aussickerungen in der Nähe des Bohrlochs im Golf von Mexiko stünden nicht im Zusammenhang mit der vom Ölkonzern BP installierten Abdichtkappe, sagte der Einsatzleiter der US-Regierung, Admiral Thad Allen. Am Sonntag hatten die Behörden von "Unregelmäßigkeiten" in der Umgebung des lecken Bohrlochs berichtet. So sickerte drei Kilometer von der Stelle Öl aus dem Grund.

Mit dem BP-Bohrloch hat das nach Angaben der US-Regierung nichts zu tun. In einem Radius von gut drei Kilometern befinden sich demnach noch zwei weitere Ölquellen am Meeresboden. Die eine ist aufgegeben, die andere derzeit außer Betrieb. Allen zufolge sind fünf weitere Lecks in näherer Umgebung der Verschlusskappe sehr klein und ebenfalls kein Anzeichen dafür, dass die Quelle undicht ist. "Wir glauben nicht, dass dadurch Konsequenzen zu befürchten sind."

BP-Manager Kent Wells sagte am Dienstag, es gebe keine Hinweise, dass das Bohrloch dem steigenden Druck nicht standhalte. Für Optimismus sei es allerdings deutlich zu früh, mahnte Admiral Thad Allen. Er trug dem britischen Energiekonzern BP auf, den Meeresgrund um die Bohrstelle weiter genau zu kontrollieren. Über das weitere Vorgehen solle zunächst ein Expertenteam beraten, das ständig Prüfergebnisse auswerte.

Test wird verlängert

Allen verlängerte die Belastungstests am Bohrloch erneut um 24 Stunden, die Ölquelle bleibt damit vorerst weiter geschlossen. Die Kappe auf dem Bohrloch hält seit vier Tagen das Öl davon ab, ins Meer zu strömen - zum ersten Mal seit dem Beginn der Katastrophe vor drei Monaten ist das Auslaufen gestoppt. Noch bis zum vergangenen Donnerstag schossen bis zu 8200 Tonnen pro Tag als gewaltige Fontäne aus dem Leck in 1500 Meter Tiefe. Bislang bezeichnen BP und die Regierung die Versiegelung als Versuch. Allerdings birgt der steigende Druck in dem vier Kilometer tiefen Förderschacht das Risiko, dass sich das Öl einen neuen Weg durch den Meeresboden bahnt.

BP hatte die Hoffnung geäußert, die Abdichtkappe bis zur endgültigen Versiegelung der Ölquelle verschlossen zu halten. Eine Entlastungsbohrung soll nach BP-Angaben bis zum 29. Juli die Ölquelle erreichen.

Unterdessen arbeitete BP an einem neuen Plan, der an die im Mai gescheiterte "Top Kill"-Methode erinnert. Dabei sollte die Quelle direkt über dem lecken Bohrloch mit Schlamm und Zement verschlossen werden, noch bevor die Entlastungsbohrung fertig ist. BP-Vizepräsident Ken Wells sagte, im Laufe der nächsten Tage solle entschieden werden, ob der "Static Kill" getaufte Versuch gestartet werde.

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" des britischen Ölkonzerns BP war im April nach einer Explosion gesunken und hatte die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Bislang strömten Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge aus dem Bohrloch zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Barrel Öl ins Meer. Umgerechnet sind das zwischen 366 und 715 Millionen Liter Rohöl. In den US-Bundesstaaten Texas, Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida sind Küsten verschmutzt, das Ökosystem des Golfs von Mexiko wurde schwer beschädigt.

Kosten von vier Milliarden Dollar

Auf Druck von Obama hatte BP im Juni für die Einrichtung eines Entschädigungsfonds die Bereitstellung von 20 Milliarden Dollar (15,4 Milliarden Euro) zugesagt. Der von der US-Regierung eingesetzte Verwalter Kenneth Feinberg sagte am Montag, ein endgültiges Verschließen der Ölquelle werde die Abwicklung der Entschädigungen beschleunigen. Feinberg rief Fischer und andere betroffene Unternehmer an der Golfküste auf, ihre Schadensersatzforderungen zu stellen.

Unterdessen sind die Kosten der Ölkatastrophe im Golf auf fast vier Milliarden Dollar (drei Milliarden Euro) gestiegen. BP erklärte am Montag, 207 Millionen Dollar seien gezahlt worden, um einzelnen Forderungen von Bewohnern der betroffenen Regionen beizulegen. Bisher seien 116.000 Forderungen eingegangen, mehr als 67.500 Zahlungen seien geleistet worden. Die Kosten für die Arbeiten an dem defekten Bohrloch, Reinigungsarbeiten und Zahlungen an die US-Regierung beliefen sich insgesamt auf 3,95 Milliarden Dollar. Es sei noch zu früh, um die endgültigen Kosten zu schätzen.

anr/can/AFP/apn/dpa

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26.07.2010 von notabooz: Was ist an dem Gerücht, daß der Meeresboden einbricht?

Die besagten Öllecks, stimmen einen höchst bedenklich, besonders im Zusammenhang mit den Gerüchten, daß, wenn der Gegendruck des Ölreservoirs unter dem Gestein drastisch sinkt, was nun der Fall ist, der Meeresboden absinkt bzw. [...] mehr...

23.07.2010 von opar: dpa Meldung typisch unzureichend

In der Nähe quillt noch aus anderen Ölquellen Öl heraus? Leider wird man von dpa mit solchen Meldungen häufig allein gelassen. Sind das natürliche Phänomene? Wohl eher nicht, denn es handelt sich laut Bericht um eine [...] mehr...

21.07.2010 von Teile1977: Beruhigend?

Ich weiß nicht ob es mich beruhigt das noch an einigen anderen Stellen Öl aus dem Boden Quillt. mehr...

21.07.2010 von AndreasC: hä?

Ist es normal, dass alle paar Kilometer Öl auf natrüchliche Weise aus dem Meeresboden sickert? Ich glaube da werden wir wiedereinmal belogen und vertröstet. Es stimmt, dass es solche Sickerquellen gibt, aber per Zufall in der [...] mehr...

21.07.2010 von fritz1949: Geht's denn noch dreister

---Zitat--- .... Admiral Thad Allen. Er trug dem britischen Energiekonzern BP auf, den Meeresgrund um die Bohrstelle weiter genau zu kontrollieren.... ---Zitatende--- Allein diese paar Worte zeigen woher der Hase läuft. Das [...] mehr...

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