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28.07.2010
 

Golf von Mexiko

Schiff rammt Bohranlage - neues Ölleck

Barataria Bucht vor der Küste Louisianas: Öl schießt aus einem beschädigtem BohrlochZur Großansicht
AP

Barataria Bucht vor der Küste Louisianas: Öl schießt aus einem beschädigtem Bohrloch

Nach Angaben des Gouverneurs schoss eine rund 30 Meter hohe Fontäne aus dem Leck in die Höhe: Vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana ist nach einem Schiffsunfall eine Ölquelle aufgerissen. Auf dem Meer bildete sich ein neuer Ölteppich.

Houston - Vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana rammte am Dienstag ein Schiff eine alte Bohranlage in der Barataria Bucht, wie die Küstenwache mitteilte. Neben Gas, das in die Luft entweiche, sei auch Öl ins Meer ausgetreten. Der Ölteppich habe bislang eine Ausdehnung von 1,6 Kilometern und sei knapp 50 Meter breit.

Als Besitzer des Bohrlochs sei das Unternehmen Cedyco identifiziert worden. Ein Sprecher von Cedyco war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Einsatzleiter der US-Regierung im Kampf gegen die Ölpest, Admiral Thad Allen, sprach von einer unbekannten Menge Öl, die ins Meer geströmt sei. Auf der Wasseroberfläche habe sich ein "leichter Ölfilm" gebildet. Auf den Vorfall habe schnell reagiert werden können, weil in der Region wegen der mehr als drei Monaten herrschenden Ölpest Tausende Schiffe im Einsatz sind, sagte Allen. Um die Unfallstelle auf dem Wasser herum sei eine rund 1,8 Kilometer lange Begrenzung ausgelegt worden, die das Öl örtlich eindämmen soll. Das Leck befinde sich in einer Bucht rund 100 Kilometer südlich von New Orleans.

Nach Angaben des Gouverneurs von Louisiana, Bobby Jindal, sei eine rund 30 Meter hohe Fontäne mit orangebraunem Öl aus dem Leck in die Höhe geschossen. Es handele sich um eine seit 2008 aufgegebene Quelle, sagte er dem Sender CNN.

Unterdessen sind nach dem Bruch einer Leitung mehr als 2000 Tonnen Öl in den Kalamazoo-Fluss im US-Staat Michigan geflossen. Die Pipeline zwischen dem Staat Illinois und Ontario in Kanada wurde inzwischen abgeschaltet, so dass kein Öl mehr ausströme, teilte der Betreiber Enbridge Energy Partners am Dienstag mit. Die Reinigungsarbeiten liefen auf Hochtouren.

Derweil verläuft laut Katastrophenmanager Allen bei der geplanten Versiegelung der BP-Ölquelle rund 60 Kilometer vor der Küste Louisianas alles nach Plan. Es bleibe beim angepeilten Datum, am 2. August Schlamm und Zement von oben in das Bohrloch zu pumpen. Fünf Tage später sei eine ähnliche Prozedur von unten am Ursprung der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresgrund vorgesehen.

Auch politisch wird weiter über Konsequenzen aus der Öl-Pest nachgedacht; Die Demokraten im US-Senat verlangen höhere Haftungen von Energiemultis bei Bohrungen im Meer. Am Dienstag stellten Abgeordnete einen Gesetzentwurf vor, nach dem Öl-Unternehmen die gesamten Kosten einer Ölpest übernehmen müssten. Die Demokraten wollen dafür die bisherige Deckelung der Haftung von 75 Millionen Dollar abschaffen, die sich auf wirtschaftliche Verluste bezieht. Dem Entwurf zufolge würde das Gesetz rückwirkend gelten und auch die im April losgetretene Ölpest im Golf vom Mexiko einschließen.

anr/dpa/Reuters

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