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30.07.2010
 

Chile

Erdbeben hat Küstengebiete meterweit angehoben

Chile: Erdbeben hebt Küstengebiete aus dem Wasser
Fotos
Science / AAAS

Das Erdbeben, das im Februar in Chile Hunderte Menschen getötet hat, war eines der heftigsten in der Geschichte der Messungen. Die Folge war nicht nur eine leichte Verschiebung der Erdachse - es kam auch zu dramatischen Veränderungen an Chiles Küste, wie spektakuläre Fotos zeigen.

Es war, als würde die Erde von einer gewaltigen Faust getroffen: Am 27. Februar 2010 kam es vor der Küste Zentralchiles zu einem Erdbeben, das mit einer Magnitude von 8,8 zu den fünf stärksten jemals gemessenen gehört. Wissenschaftler stellten anschließend fest, dass weite Teile Südamerikas versetzt und sogar die Erdachse leicht verschoben worden war.

Doch das war noch nicht alles, wie Forscher jetzt im Fachmagazin "Science" schreiben. Das Team um Marcelo Farías mit Forschern aus Chile, Frankreich und Deutschland stellte fest, dass die Erdstöße auch eine erstaunliche Wirkung auf die chilenische Küste hatten: Im Norden sanken Küstengebiete ab, während sie sich im Süden anhoben - mancherorts um mehrere Meter. Auch in West-Ost-Richtung stellten die Forscher ein Muster fest: Direkt an der Küste hob sich das Land, während es weiter entfernt vom Meer eher absank.

Insbesondere wo das Wasser zuvor flach war, liegen nun weite Teile des ehemaligen Meeresbodens auf dem Trockenen. Die Forscher untersuchten 36 Orte entlang der Küste und fanden die größte Erhebung auf der Halbinsel Arauco in der Nähe der Stadt Concepción. Dort hatte sich das Land um bis zu zweieinhalb Meter gehoben, so dass das Wasser stellenweise um 500 Meter weit zurückgewichen ist. Das war das Ende für eine große Menge von Algen: Ihre abgestorbenen Überreste bildeten sowohl auf Arauco als auch anderswo weiße Bänder.

Nach Angaben der Forscher ähnelten die Auswirkungen des Februar-Bebens denen von anderen schweren Erdbeben in der Region, die in den Jahren 1835 und 1928 aufgetreten waren. Farías und seine Kollegen hoffen, dass ihre Erkenntnisse zu einem besseren Verständnis darüber führen, wie Starkbeben ausgelöst werden.

mbe

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Die stärksten Erdbeben seit 1900
Ort Datum Stärke
Valdivia, Chile 22.05.1960 9,5
Prince William Sound, Alaska 28.03.1964 9,2
Westlich Sumatra 26.12.2004 9,1
Japan, östlich von Honshu 11.03.2011 9,0
Kamtschatka 04.11.1952 9,0
Vor Maule, Chile 27.02.2010 8,8
Vor der Küste Ecuadors 31.01.1906 8,8
Rat Islands, Alaska 04.02.1965 8,7
Nordsumatra 28.03.2005 8,6
Assam 15.08.1950 8,6
Südsumatra 09.03.1957 8,6
Quelle: USGS National Earthquake Information Center





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