Bonn - Jonathan Pershing bemühte sich, das diplomatische Protokoll zu wahren. "Einige Länder", so sagte der erfahrene US-Unterhändler nach fünf frustrierenden Tagen in Bonn, "bewegen sich hinter die Fortschritte von Kopenhagen zurück und hinter das, was dort vereinbart worden war."
Pershing wollte die aus seiner Sicht Schuldigen nicht beim Namen nennen. Allerdings sagte er, dass es wichtige Entwicklungsländer seien, die nicht einmal mehr wie in Kopenhagen versprochen das Wachstum ihrer CO2-Emissionen unter Kontrolle bringen wollten. China, Indien, Brasilien und Südafrika hatten unlängst nach einem Treffen wenig Bereitschaft erkennen lassen, auf westliche Forderungen einzugehen.
Die Bonner Konferenz war das vorletzte große Vorbereitungstreffen vor dem Uno-Klimagipfel, der im Dezember im mexikanischen Cancún stattfinden soll. Inzwischen scheint klar, dass ein umfassender Weltklimavertrag in den verbleibenden vier Monaten nicht zu erwarten ist. Zu verfahren sind die Verhandlungen. Bei Kernpunkten wie der Treibhausgasminderung und den Finanzhilfen für ärmere Länder gibt es keine nennenswerte Bewegung. Der Umstand, dass die USA noch immer kein Klimagesetz auf den Weg gebracht haben, tut sein Übriges. Delegierte wie Dessima Williams aus Granada, die für die Inselstaaten spricht, prangern das auch offen an.
Die mexikanischen Gastgeber und das Uno-Klimasekretariat unter seiner neuen Chefin Christiana Figueres streben in Cancún offiziell ein Paket von Teilvereinbarungen an, das die Basis für ein späteres Abkommen sein soll. Doch selbst dieses kleine Paket, das wohl eher ein Päckchen wird, ist alles andere als gesichert. Denn anders als im Dezember 2009 in Kopenhagen wird es in Mexiko angesichts der geringen Erfolgsaussichten wohl nur Ministerverhandlungen geben. Die Staats- und Regierungschefs werden sich wahrscheinlich nicht sehen lassen, wie der mexikanische Delegationsleiter Luis Alfonso de Alba Góngora inzwischen signalisiert hat.
"Die Chancen tendieren gegen Null"
Weiter unklar ist, was für ein Abkommen die Staaten vor Augen haben. Die Optionen reichen von einem neuen Weltklimavertrag bis zu mehreren kleineren Abkommen, wobei auch noch die rechtliche Verbindlichkeit ungeklärt ist. Bei allen offenen Fragen ist indes eines klar: Die Uhr tickt. Ende 2012 läuft die erste Phase des Kyoto-Protokolls von 1997 aus. Wie es mit dem Protokoll weitergehen soll, ist noch immer offen.
"Die Chancen für ein Folgeabkommen in Cancún tendieren nach den Bonner Verhandlungen gegen Null", sagte der Chef der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser. In Bonn seien "viel zu wenig Fortschritte erzielt worden", beklagte auch Christoph Bals, der Politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. "Es wird nun schwer sein, in Cancún selbst die anvisierten Teilvereinbarungen zu erreichen."
Vor dem Gipfel in Mexiko gibt es nur noch eine offizielle Vorbereitungsrunde im Oktober. Sie findet in Tianjin in China statt. Die Klimadiplomaten werden dort über einen 34-seitigen Textentwurf sprechen - das magere Ergebnis von Bonn.
chs/dpa/ap/reuters
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Sie noch draufsetzen können? Mexiko militärisch ein für allemal zu vernichten? Zurückhaltung steht Ihnen ;-) mehr...
Ich meinte doch nicht Sie, sonders zwei ziemlich drollige Foristen, mit beschränktern Geschichts- und Kulturkenntnissen. Sie dürfen selbstverständlich einen Exkurs in Geschichte unternehmen und ich folge Ihnen stets mit [...] mehr...
Hankie meint es umgekehrt ;-) Sie müssen wirklich alles im Zusammenhang lesen. mehr...
Quatsch mit Soße. Die Befindlichkeit als Deutscher lebte schon zu Kaisers Zeiten in MA. Was Sie meinen ist die Politische Entität "Deutsches Reich" ab 1871. [i]Kaiser Maximilian I. hatte die Reichsstände unter [...] mehr...
Das hier mit harten Bandagen gekämpft wird glauben sie doch selbst nicht denn wenn man die USA einmal ein bisschen zuviel angreift wird man gleich hinausgeschmissen. mehr...
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