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26.08.2010
 

Golf von Mexiko

Fehlende Bedienanleitung erschwerte Kampf gegen Ölpest

Foto: AP

Der Ölkonzern BP erhebt schwere Vorwürfe gegen den Betreiber der Bohrinsel "Deepwater Horizon": Reparaturen an einem Ventil seien nicht dokumentiert worden - damit seien Maßnahmen gegen die Ölpest erschwert worden.

Houston - Nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" wurde offenbar Zeit vergeudet, weil technische Anleitungen fehlten. Damit seien Maßnahmen gegen die Ölpest erschwert worden, sagte Harry Thierens, Bohrexperte bei BP, vor einem Ermittlungsausschuss zur Ölpest in Houston. Transocean, der Betreiber der Bohrinsel "Deepwater Horizon", habe in den Jahren vor der Explosion der Bohrinsel Änderungen an einem Ventil vorgenommen, ohne sie zu dokumentieren.

Erst 12 bis 24 Stunden nach der Explosion der Plattform hätten Pläne über die Reparaturen vorgelegen, sagte Thierens. Derweil sei vergeblich versucht worden, das Bohrloch zu schließen. Hätten die Unterlagen über das Ventil - den sogenannten Blowout Preventer - vorgelegen, hätte vermutlich schneller reagiert werden können, so Thierens.

Ob Maßnahmen am Ventil die Ölpest jedoch verhindert hätten, erscheint äußerst zweifelhaft - das räumte auch Thierens ein. Schließlich habe der Blowout Preventer letztlich nicht funktioniert. Zuvor hatte es diverse Probleme mit dem Ventil gegeben. BP hatte zusammen mit Transocean vier Tage nach der Explosion versucht, mit Robotern das Ventil zu schließen. Anfang Mai wurde das Vorhaben für gescheitert erklärt.

Eigentlich hätte das fünf Stockwerke hohe Ventil bereits 2005 für eine Wartung geborgen werden müssen, bestätigte Transocean-Manager Mark Hay. Doch das sei nicht geschehen, da der Blowout Preventer kontinuierlich in Betrieb gewesen sei. Als Hay vor dem Ausschuss gefragt wurde, ob er Zweifel an der Funktionstüchtigkeit des Ventils gehabt hätte, antwortete mit Nein.

Rückzug von der Grönland-Bohrung

Der Blowout Preventer steht im Zentrum der Untersuchungen der US-Behörden über die Ursachen der Explosion der "Deepwater Horizon". Der Unfall am 20. April hatte die Ölpest im Golf von Mexiko ausgelöst. Die aktuellen Anhörungen in Houston laufen bis Freitag.

Unterdessen scheint BP seine Aktivitäten zurückzufahren. Aus einem aktuellen Wettstreit um Ölbohrungen vor Grönlands Küste hat sich der Konzern nun zurückgezogen. Man wolle sich nicht länger um eine Lizenz zur Erkundung nach Erdöl und Erdgas bemühen, sagte ein Firmensprecher der britischen Zeitung "The Guardian": "Wir nehmen an der Bieterrunde nicht teil." Gründe für den Rückzug nannte der Sprecher nicht.

Der britische BP-Konkurrent Cairn Energy hatte seinen Investoren am Dienstag mitgeteilt, vor Grönlands Küste bedeutende Rohstoffvorkommen gefunden zu haben. Nach Protesten der Umweltschutzorganisation Greenpeace gab das Unternehmen einen Tag später bekannt, die Vorkommen seien gar nicht so bedeutend. Die Firma aus dem schottischen Edinburgh hatte als erster Förderer auf Einladung der dänischen Regierung Probebohrungen durchgeführt. Das Unternehmen besitzt Lizenzen für sechs Abschnitte.

boj/AP

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