Abbaubare Sixpack-Ringe Sauber, diese Erfindung

Schildkröten, Seevögel und Fische, die sich in Plastikringen verheddern und qualvoll sterben: Das will eine US-Brauerei nicht mehr sehen. Sie stellt jetzt Six-Pack-Halter aus essbarem Material her.

Saltwater Brewery/ We Believers

In Deutschland sind die Plastikringe, die sechs Dosen zusammenhalten, eine Randerscheinung. Dosen sind infolge des Dosenpfands ohnehin seltener geworden. Und Sixpacks aus Flaschen werden in der Regel durch eine Papp-Verpackung, zum Teil auch durch eine umgebende Plastikfolie, zusammengehalten.

Unter anderem in den USA sind die Sixpack-Ringe, die aus dem Kunststoff Polyethylen bestehen, jedoch noch Standard. Mit fatalen Folgen für die Umwelt.

In die Umwelt gelangte Ringe sind insbesondere für Seevögel, Robben, Schildkröten, Fische und andere Meerestiere ein Problem: Sie können sich darin verfangen und dann ertrinken, ersticken oder verhungern.

Eine US-Brauerei, die "Saltwater Brewery", und die Medienagentur "We Believers" haben nun eine Alternative präsentiert, die Six-Packs zusammenhält, ohne der Natur in dieser Weise zu schaden: biologisch abbaubare, sogar essbare Ringe.

Plastik im Magen

Herkömmliche Plastikringe bleiben problematisch, auch wenn Verbraucher sie vor dem Wegwerfen zerschneiden. Denn Tiere verschlucken die Kunststoffteile.

Schon jetzt finden sich bei zwei Dritteln aller Seevögel Plastikteile im Magen. Dies könne zu dem Phänomen beitragen, dass bei der Hälfte aller Seevögelarten die Bestände zurückgehen, vermuten Forscher. Sie prognostizieren, dass es im Jahr 2050 bei 95 Prozent der Fall sein wird.

Die nun vorgestellten Ringe bestünden aus Nebenprodukten, die beim Brauen anfallen, berichten die Unternehmen. Tiere könnten das Material gefahrlos fressen. Die Firmen haben laut Medienberichten einen Patentantrag gestellt.

Die erstem Ringe wurden mittels eines 3D-Druckers gefertigt. Das Ziel sei nun, eine Produktion von 400.000 Stück im Monat zu erreichen, genug, um das von Saltwater gebraute Bier zu verpacken, sagte der Gründer von "We Believers", Gustavo Lauria. Die ersten in dieser Menge gefertigten Ringe würden zwischen 10 und 15 Cent pro Einheit kosten.

Noch ist die Öko-Variante also teurer in der Herstellung, als es die Polyethylen-Ringe sind. Die Unternehmen meinen jedoch: Wenn große Brauereien auf das Material umschwenken, würde der Preis so weit gesenkt werden können, dass er mit dem der Plastikringe konkurrieren könne.

Und da ein Sixpack von Saltwaters Craft Beer ohnehin mehr als zehn US-Dollar kostet, sind zumindest den Kunden der Brauerei vermutlich ein paar Cent mehr egal.

wbr

insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
Das Pferd 21.05.2016
1.
also, auf das ich Prügel beziehe: ich finde die Idee gut.
hermes69 21.05.2016
2.
Immerhin tut jmd. was. Es wird zwar wenig bringen aber besser als nichts zu tun.
der_unbekannte 21.05.2016
3. Besser ist es
wenn man erst gar keine Getränkedosen kauft.
M. Heibach 21.05.2016
4.
"Herkömmliche Plastikringe bleiben problematisch, auch wenn Verbraucher sie vor dem Wegwerfen zerschneiden. Denn Tiere verschlucken die Kunststoffteile." Muss ich mir das gefallen lassen? Immer der Müll im Meer als Vorwand. Als würde ich zur Abfallentsorgung runter zum Fluss fahren... Wenn wir das Zeug nicht vernünftig verwerten können, dann sind halt Technologien wie im Artikel zu fördern. Ist ja nicht der erste, der eine alternative zu Plastik aus Bio gebastelt hat.
MickyLaus 21.05.2016
5. Verboten in EU?
"In Deutschland sind die Plastikringe, die sechs Dosen zusammenhalten, eine Randerscheinung." Wurde diese nicht in Deutschland oder der EU schon vor längerer Zeit verboten, bzw. auf Selbstverpflichtung abgeschafft? Bitte ein Wenig mehr Recherche. Danke.
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