Antarktis Mega-Kolonien von Pinguinen entdeckt

Es gibt 1,5 Millionen Adeliepinguine mehr als gedacht. Auf einer Antarktisinsel haben Forscher mehrere bislang unbekannte Kolonien aufgespürt.

Rachael Herman/ Louisiana State University/ Stony Brook University

Auf den zur Antarktis zählenden Danger-Inseln haben Forscher mehrere riesige Kolonien von Adeliepinguinen entdeckt. In den bislang größtenteils unbekannten Brutgebieten vor der Nordostspitze der Antarktischen Halbinsel leben insgesamt mehr als 1,5 Millionen Pinguine, wie das Team um Heather Lynch von der Stony Brook University im Fachblatt "Scientific Reports" berichtet. Die Danger-Inseln bestehen aus neun Inseln, die am Rand des Weddell-Meeres liegen, ein mögliches künftiges Schutzgebiet in der Antarktis.

"Bis vor Kurzem wusste man nicht, dass die Danger-Inseln ein wichtiger Lebensraum für Pinguine sind", so Lynch. Das liegt vor allem daran, dass die Inseln sehr schwer zugänglich und selbst im Sommer meist von Packeis umgeben sind.

Die einzige bisher bekannte Kolonie lag den Forschern zufolge auf der Insel Heroina, wo knapp 300.000 Paare leben. Im Jahr 2014 entdeckten die Forscher auf Satellitenbildern aber auch auf anderen Inseln auffällige Hinweise und organisierten daraufhin Ende 2015 eine Expedition zu den Inseln. Dort berechneten sie mithilfe von Drohnenvideos eine Gesamtzahl von 751.527 Brutpaaren von Adeliepinguinen (Pygoscelis adeliae).

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Adeliepinguine: Leben im Eis

Stabile Kolonie

Bisher sei man davon ausgegangen, dass die Zahl der Adeliepinguine schrumpfe, insbesondere im Westen der Antarktischen Halbinsel, schreibt das Team. "Die Danger-Inseln beherbergen nicht nur die größte Population von Adeliepinguinen auf der Antarktischen Halbinsel, sie scheinen auch nicht unter einem Bevölkerungsschwund zu leiden", sagt Ko-Autor Michael Polito von der Louisiana State University.

Zusätzlich fanden die Forscher auf Heroina 27 Nester von Zügelpinguinen (Pygoscelis antarctica) und auf dem Eiland Brash mehr als 100 Brutpaare von Eselspinguinen (Pygoscelis papua). Angesichts der immensen Bedeutung der Inseln als Brutgebiete schlagen die Forscher vor, das gesamte Areal unter Schutz zu stellen.

Erst Ende Februar hatten Forscher gewarnt, dass die Erwärmung der Meere den Lebensraum der Kaiserpinguine gefährdet.

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jme/dpa

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