Ägypten Belgische Diplomaten sollen Wal-Fossil beschädigt haben

Ägyptische Behörden werfen belgischen Diplomaten vor, mit einem Geländewagen achtlos über ein 40 Millionen Jahre altes Wal-Fossil gefahren zu sein, das in der Wüste nahe Kairo liegt. Ägypten fordert Schadensersatz, die Belgier bestreiten den Zwischenfall.


Kairo - Das Wadi al-Hitan gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Dutzende Wal-Skelette liegen in der Wüste 150 Kilometer außerhalb Kairos herum, Touristen kommen im Geländewagen angebraust, um die Wirbel zu bestaunen. So geschah es auch im Juli, als zwei Allradfahrzeuge mit belgischen Diplomatenkennzeichen in der Region unterwegs waren.

Und die Belgier sollen bei ihrem Wüstentrip über eines der wertvollen Fossilien gefahren sein, werfen ihnen ägyptische Behörden vor. Mohammed Ibrahim vom ägyptischen Umweltministerium sagte, die Diplomaten hätten Warnschilder ignoriert, auf denen stand, dass das Tal der Wale nicht befahren werden darf.

Die ägyptische Staatsanwaltschaft bezifferte den Schaden laut Ibrahim auf umgerechnet 240.000 Euro und verlangte von Belgien Schadensersatz. Die Nachrichtenagentur AFP zitierte einen Sicherheitsbeamten, der sogar von zehn Millionen US-Dollar Schaden gesprochen hatte. "Auf das Geld kommt es eigentlich gar nicht an", sagte Ibrahim, "was zählt, ist der historische Wert."

Der Außenminister Belgiens und die Botschaft des Landes in Kairo wiesen die Vorwürfe zurück. Die Diplomatenwagen seien in der Region unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums, hätten die Straße jedoch nicht verlassen. Die Diplomaten hätten nicht gewusst, dass es sich um ein geschütztes Gebiet handele, sagte er weiter. Es habe weder Absperrungen noch Wachposten gegeben.

hda/AP/AFP



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