Bei den Winkerkrabben legen sich ältere Semester besonders ins Zeug, um Weibchen anzuziehen. Sie winken mit ihrer Schere öfter und länger als jüngere Konkurrenten, wenn sie um die Gunst der Krabbendamen buhlen, fanden australische Forscher heraus. Die Winkgeschwindigkeit ist jedoch bei allen gleich. Weibchen bevorzugen Schnellwinker nachgewiesenermaßen - das sei wahrscheinlich ein Anreiz für die Jungtiere, möglichst schnell die übliche Winkgeschwindigkeit zu erreichen, schreiben Catherine Hayes und ihre Kollegen von der Australian National University in der Zeitschrift "Biology Letters" der britischen Royal Society.
Die Forscher experimentierten mit weiblichen Winkerkrabben (Uca annulipes) als Köder, die sie in ein durchsichtiges Plastikgefäß neben den Bau der Männchen platzierten. Ältere Krabben begannen immer früher als Jüngere, ihre Schere vor dem Weibchen hin- und herzuschwenken. Die Größe des Weibchens spielte dabei keine Rolle. Die Älteren bewiesen auch mehr Ausdauer: Sie winkten insgesamt länger, berichtete Hayes. Da die Tiere ein Leben lang wachsen, konnten die Forscher das Alter der untersuchten Männchen anhand ihrer Größe bestimmen.
Womöglich sind die Jungen nicht einfach faul, sondern müssen sich ihre Kräfte besser einteilen, meinen die Forscher: Das Winken benötigt viel Energie, die dann für das Wachstum fehlt. Das dürfte bei den Jungen aber die höchste Priorität haben - aus reinem Überlebenstrieb. Je kleiner die Krabben, desto größer die Gefahr, von Vögeln aufgepickt zu werden. Große Krabbenmännchen stehen auch bei den Weibchen höher im Kurs.
twn/dpa
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