Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bildband über bedrohte Spezies: Affen wie wir

Bildband: Die Welt der Affen Fotos
Thomas Marent/ Frederking & Thaler

Unsere nächsten Verwandten sind bedroht - durch uns. Der Fotograf Thomas Marent hat die "Affen der Welt" über viele Jahre hinweg porträtiert. Nun ist sein Buch erschienen.

Affenhitze und mäßiger Erfolg: Nach langen Tagen im Dschungel, in der schwülen Hitze des Regenwaldes, kehrt der Fotograf Thomas Marent manchmal zurück mit nichts als Blättern und Erde auf seinen Bildern, aber verschwitzt und erschöpft. So jedenfalls beschreibt er seine Arbeit. Ein Profitipp unter Naturfotografen: bloß nicht umziehen. Wer ein Rudel Affen begleitet, sollte tunlichst vier Tage lang das gleiche Shirt tragen. Auch im feuchtheißen Regenwald.

Hin und wieder kam bei den Streifzügen des Fotografen dann doch ein Bild heraus: Marents Aufnahmen zeigen Affen in ihrem natürlichen Lebenraum. Oft genug heimlich aufgenommen, wie von einem Voyeur des Dschungels. Manchmal spricht Vertrautheit aus den Bildern, und hin und wieder auch Aggression. Vielen Affenarten droht die Ausrottung. Als spürten sie die Gefahr, ist die Angst vor dem Fremden ihnen anzusehen.

In seinem Buch über die "Affen der Welt" dokumentiert Marent mit dem Zoologen Fritz Jantschke eben jene. Der Band erschien am 2. April. Liebevoll, manchmal ein wenig schwärmerisch, beschreibt Jantschke die Tiere: Halbaffen, Neuweltaffen, Altweltaffen, Menschenaffen. Marent steuert Anekdoten seiner Arbeit bei. Hin und wieder bekommt er von einem Gorilla schon mal einen Tritt in den Hintern. Oder die Fotografie wird im japanischen Schneesturm zum Glücksspiel.

Affen, bunt wie Schmetterlinge

Fotos von mehr als hundert Affenarten zeigt Marent. Weltweit sind mehr als 480 bekannt, regelmäßig werden neue entdeckt. Autor Jantschke erzählt anhand der Bilder von Mandrills mit ihren roten Nasenspitzen und bernsteinfarbenen Augen von der Farbenpracht der Affen, daneben schaut ein Goldstumpfnasenaffe mit seinem Nachwuchs in die Kamera - aus einem blauen Gesicht. Schwarze Gesichter und weißes Fell haben hingegen die Larvensifakas Madagaskars - und dazu leuchtend grüne Augen. Vielleicht nur ein Zwischenschritt der Evolution? Einige Arten könnten später einmal bunt wie Schmetterlinge werden, schreibt Jantschke.

Jane Goodall schrieb das Geleitwort Zur Großansicht
AP

Jane Goodall schrieb das Geleitwort

Das Vorwort zum Buch hat Verhaltensforscherin Jane Goodall verfasst. Sie gilt als Pionierin der Affenforschung. Unter anderem entdeckte sie, dass Affen Werkzeuge benutzen. Bereits in den sechziger Jahren nahm sie ihre Arbeit auf. Auch ihre Geschichte erzählt Jantschke. Nun, mit fast 80 Jahren, zieht Goodall eine ernüchternde Bilanz: "Überall ist die Natur Angriffen ausgesetzt", schreibt Goodall im Vorwort. "Wir leben in einer Zeit der großen Ausrottung." Die Bilder, so hofft sie, tragen dazu bei, die Menschen an die Schönheit des Planeten zu erinnern. Eine Schönheit, die Menschen wie Goodall, Jantschke und Marent erhalten wollen.

isa

Newsletter
Bücher: Bestseller und Lesetipps
Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wech mit die Tiere !
jaloms 03.04.2014
Die haben kein Bewusstsein, weil se ja auch kein Gehirn haben. Also atmen sie uns bloss die Luft wech, und ihre einzige Daseinsberechtigung ist als leckeres Paleowildbret zu dienen. Das ist gesund und haelt uns jung. Statt uns mit die Tiere zu befassen, oder gar darueber nachzudenken, dass wir ja selbst welche sind, ziehn wir ihnen lieber das Fell ab und fressen sie. Nebenbei forschen wir nach kuenstlicher Intelligenz und fragen uns, wie wohl ausserirdisches Leben aussehen koennte ! Das ist spannend, da kaut der weiseMmensch gern nachdenklich auf dem Speck !
2.
altebanane 03.04.2014
Knapp danaben, auch vorbei : Jane Goddall hat ziemlich genau heute Geburtstag :) und ist somit jetzt ziemlich genau 80 Jahre alt. Happy Birthday !
3.
andre_22 03.04.2014
Zitat von jalomsDie haben kein Bewusstsein, weil se ja auch kein Gehirn haben. Also atmen sie uns bloss die Luft wech, und ihre einzige Daseinsberechtigung ist als leckeres Paleowildbret zu dienen. Das ist gesund und haelt uns jung. Statt uns mit die Tiere zu befassen, oder gar darueber nachzudenken, dass wir ja selbst welche sind, ziehn wir ihnen lieber das Fell ab und fressen sie. Nebenbei forschen wir nach kuenstlicher Intelligenz und fragen uns, wie wohl ausserirdisches Leben aussehen koennte ! Das ist spannend, da kaut der weiseMmensch gern nachdenklich auf dem Speck !
Stimmt! Der Mensch ist auch "nur" ein Tier und Tiere fressen halt Tiere! Also wo ist das Problem!:) Solche Beiträge bringen uns nicht weiter! Die Probleme für die Affen liegen woanders. Überfischung und somit die Notwendigkeit der Bevölkerung auf Bushmeet auszuweichen,Abholzung des Lebensrauns! Das hat mit Tiere essen vom Grundsatz her nichts zu tun!
4.
bambata 03.04.2014
Zitat von andre_22Stimmt! Der Mensch ist auch "nur" ein Tier und Tiere fressen halt Tiere! Also wo ist das Problem!:) Solche Beiträge bringen uns nicht weiter! Die Probleme für die Affen liegen woanders. Überfischung und somit die Notwendigkeit der Bevölkerung auf Bushmeet auszuweichen,Abholzung des Lebensrauns! Das hat mit Tiere essen vom Grundsatz her nichts zu tun!
Und die Überfischung rührt woher? Ich erlaube mir mal, Ihre Konklusion zu vollenden: inzwischen entschieden zu viele Menschen auf dem Planeten. Solange Homo sapiens sich weiter wie die Karnickel vermehrt, ist bald auch der letzte Rückzugsraum für jedwede Spezies verloren. Dann teilen wir den Planeten nur noch mit Bakterien, robusten Kakerlaken und Tiefsee-Organismen, derer wir nicht habhaft werden konnten. Die Menschheit nimmt täglich um 200.000 weitere Erdenbürger zu. Um das mal in einen halbwegs begreifbaren Kontext zu setzen: Pro Woche ein neues Köln, alle 2 1/2 Wochen ein neues Berlin und alle 6 Wochen ein neues New York. Und die wollen alle (mindestens) essen, (gegebenenfalls) heizen und, wenn sie zu den privilegierten Bewohnern der nördlichen Hemisphäre gehören, ein vom Konsum geprägtes Wohlfühlleben führen. 12 Uhr ist längst rum, ist leider schon ordentlich nach 12.
5. Wie wahr....
fritzihansi 03.04.2014
Zitat von bambataUnd die Überfischung rührt woher? Ich erlaube mir mal, Ihre Konklusion zu vollenden: inzwischen entschieden zu viele Menschen auf dem Planeten. Solange Homo sapiens sich weiter wie die Karnickel vermehrt, ist bald auch der letzte Rückzugsraum für jedwede Spezies verloren. Dann teilen wir den Planeten nur noch mit Bakterien, robusten Kakerlaken und Tiefsee-Organismen, derer wir nicht habhaft werden konnten. Die Menschheit nimmt täglich um 200.000 weitere Erdenbürger zu. Um das mal in einen halbwegs begreifbaren Kontext zu setzen: Pro Woche ein neues Köln, alle 2 1/2 Wochen ein neues Berlin und alle 6 Wochen ein neues New York. Und die wollen alle (mindestens) essen, (gegebenenfalls) heizen und, wenn sie zu den privilegierten Bewohnern der nördlichen Hemisphäre gehören, ein vom Konsum geprägtes Wohlfühlleben führen. 12 Uhr ist längst rum, ist leider schon ordentlich nach 12.
Ja so ist es. Wir in der jetzigen Zeit dürfen uns wohl glücklich schätzen in einer Zeit relativen Wohlstandes zu leben. Aber wie lange noch? Zweifellos gab es zu allen Zeiten immer wieder Untergangsszenaririen. Aber die waren lediglich eher emotional, philosophisch und theologisch begründet. Aber immer mehr zeigt sich, dass das "Erfolgsmodell" der Evolution, der Mensch, sich doch allmählich an Grenzen annähert oder die möglicherweise schon überschritten hat. Sicher werden die heute geborenen auch noch gut über die Runden kommen. Zumindest hier in unserem Teil der Welt. Aber irgendwann wird sich die Ausbeutung der Erde und die damit zusammenhängende Zerstörung der Natur gravierend bemerkbar machen und zu gravierenden Einschränkungen führen. Ob die Menschheit das Ruder nochmal herumreisen kann? Ich weiß es nicht und werde es sicher auch nicht mehr erleben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Buchtipp
  • Thomas Marent, Fritz Jantschke:

    Affen der Welt
    Welt der Affen

    Bildband Affen: Die Welt der Affen und Primaten, vom Kapuzineraffen bis zum Berggorilla, mit Aufnahmen des Tierfotografen Thomas Marent und einem Vorwort von Jane Goodall

    Frederking & Thaler Verlag; 240 Seiten; 49,99 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon bestellen.

Überraschung im Pool
Fotostrecke
Entdeckung in Myanmar: Die ferne Verwandtschaft

Schlaue Primaten

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: