Schweinepest Tote Tiere in Belgien beunruhigen Nachbarländer

Nachdem sich die Schweinepest in Osteuropa ausgebreitet hatte, wurden nun auch zwei Fälle in Belgien gemeldet. Die Anrainer Deutschland und Frankreich sind alarmiert.

Wildschwein
DPA

Wildschwein


Die afrikanische Schweinepest (ASP) hat sich in den vergangenen Monaten in Osteuropa ausgebreitet: In Polen, Tschechien, Rumänien, der Ukraine und den drei baltischen Staaten sind seit Anfang des Jahres Wild- und Hausschweine an der Seuche gestorben. Nun wurden auch in Belgien zwei Fälle entdeckt. Die Nachbarländer Deutschland und Frankreich zeigen sich alarmiert.

"Die neue Situation nehme ich sehr ernst", sagte Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Ihr französischer Amtskollege Stéphane Travert forderte einen Aktionsplan für die Grenzregionen zu Belgien.

Die ASP ist eine Infektion, die ursprünglich aus Afrika stammt. Das Virus überträgt sich über direkten Kontakt, kann aber auch über verseuchte Fleischwaren übertragen werden. Für Menschen selbst ist das Virus ungefährlich, aber "es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten", teilte das BMEL mit. Zum Beispiel würden sie Speisereste mit ASP-kontaminiertem Schweinefleisch unachtsam entsorgen. Dadurch könnten sich Wildschweine infizieren.

Klöckner: "Vorbereitungen für Krisenfall laufen"

So auch in Belgien: Dort seien laut BMEL zwei Wildschweine etwa 60 Kilometer entfernt von der deutschen Grenzen tot aufgefunden worden. Sie waren mit ASP infiziert. Einen Fall in Deutschland habe es noch nicht gegeben. "Unsere Vorbereitungen für den Krisenfall laufen", erklärte Klöckner.

Das Ministerium rief Schweinehalter zur strikten Einhaltung von Hygieneverordnungen auf. Jäger wurden aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörden anzuzeigen. Dänemark hatte bereits angekündigt, einen Grenzzaun zu Deutschland zu bauen, um zu verhindern, dass verseuchte Wildschweine in das Land kommen. Landwirte in Deutschland fürchten bei einem Ausbruch Milliardenschäden.

Im Video: Afrikanische Schweinepest

SPIEGEL TV

mal/afp



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.