Neue Froscharten entdeckt Zuwachs für die Klassenclowns

Bisher wurden die Tiere zu einer anderen Art gezählt. Doch als sich Forscher genauer mit Fröschen im Amazonasgebiet befassten, erlebten sie eine Überraschung.

Neu entdeckter Clownfrosch
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Neu entdeckter Clownfrosch


Ihre auffällige Farbe hat den Clownfröschen zu ihrem Namen verholfen. Die Tiere sind weit verbreitet, sie leben vor allem im Amazonasbecken, aber auch in den angrenzenden Savannen. Ein internationales Forscherteam hat dort nun zwei neue Arten nachweisen können.

Die bunt gefärbten Neuentdeckungen seien wegen ihres kleinen Verbreitungsgebiets wahrscheinlich bedroht, so der Biologe Martin Jansen vom Frankfurter Senckenberg-Forschungsinstitut - schließlich seien in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 810.000 Quadratkilometer Regenwald im Amazonasgebiet zerstört worden.

Bisher seien die jetzt als neue Arten kategorisierten Frösche fälschlicherweise einer anderen Spezies zugeordnet worden, sagte Jansen. Die in Peru und Bolivien lebenden Frösche konnten aber mithilfe von DNA-Untersuchungen als eigenständig klassifiziert werden. Außerdem hatte ein Forscherteam aus insgesamt sechs Ländern auch die Rufe der Tiere verglichen und entscheidende Unterschiede festgestellt.

Abholzung im Amazonas (hier im brasilianischen Bundesstaat Para, 2009)
AP

Abholzung im Amazonas (hier im brasilianischen Bundesstaat Para, 2009)

Die Wissenschaftler schreiben in ihrem Fachartikel bei "PLoS One", die Zahl der Froscharten am Amazonas werde unterschätzt. Auch vermeintlich verbreitete Arten müssten als gefährdet gelten.

Bestandsaufnahme der Arten gefordert

"Amazonien ist von vielen Einflüssen bedroht", sagt Marcel Caminer von der Universidad Católica del Ecuador, der Erstautor der aktuellen Studie. Das seien zum einen Abholzung, Bergbau und Erdölförderung, zum anderen der Klimawandel. Deshalb sei es wichtig, eine komplette Bestandsaufnahme der Arten zu haben, um dann die notwendigen Schritte zum Schutz der Biodiversität zu starten.

Sein deutscher Kollege forderte eine komplette Bestandsaufnahme des Ökosystems: "Erst wenn wir alle Arten und ihre Verbreitungsräume wirklich kennen, können wir fundierte Aussagen über Auswirkungen zum Beispiel des Klimawandels machen", sagte Jansen.

chs/dpa



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