Ameisen Schlägertrupp schützt Pilzzüchter

In Kolonien von Pilze züchtenden Ameisen leben artfremde Rüpel: Die fremden Insekten fressen sich dort durch und verstümmeln sogar Königinnen. Doch die ungebetenen Gäste helfen, wenn ein Überfall droht - dann verteidigen sie wirkungsvoll das Nest.

Wehrhafter Dauergast: Megalomyrmex symmetochus (oben) greift eine räuberische Gnamptogenys-Ameise (unten) an
DPA/ Anders Illum

Wehrhafter Dauergast: Megalomyrmex symmetochus (oben) greift eine räuberische Gnamptogenys-Ameise (unten) an


Diese Ameisen sind unangenehme Zeitgenossen: Sie futtern sich auf Kosten ihres Gastgebers durch, wobei sie auch einen Teil der Brut verspeisen und Königinnen verstümmeln. Kolonien der Pilze züchtenden Sericomyrmex-Ameisen würde es deutlich besser gehen, wenn die artfremden Tiere ihren Bau verlassen würden - dennoch dulden sie die Ameisen der Art Megalomyrmex symmetochus. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, woran das liegen könnte.

Nähern sich räuberische Verwandte der Art Gnamptogenys hartmani den Nestern von Sericomyrmex, formieren sich die Diebsameisen zur kampfbereiten Armee, wie die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten.

Kämpfe im Labor

Die Wissenschaftler um Rachelle Adams von der Universität Kopenhagen (Dänemark) analysierten die Abwehrstrategien der Ameisen. Dafür setzen sie räuberische Gnamptogenys-Ameisen zu pilzzüchtenden Sericomyrmex-Ameisen und warteten 24 Stunden. In einer zweiten Versuchsreihe kam Gnamptogenys zu einer Gruppe Diebsameisen. Anschließend wurden die Opfer gezählt. Die parasitären Diebsameisen erwiesen sich im Kampf gegen Gnamptogenys als deutlich erfolgreicher.

Die Forscher ließen außerdem alle drei Ameisenarten zugleich aufeinander los und beobachteten, was passiert. Die Sericomyrmex-Ameisen bissen den Räubern einige Extremitäten ab, die Diebsameisen formierten sich zu einer Armee und injizierten den angriffslustigen Gnamptogenys-Ameisen mit ihrem Stachel ein giftiges Sekret.

Eine perfekte Strategie: Die von den Bissen geschwächten Räuber seien durch das Gift zusätzlich verwirrt worden, berichten die Forscher. Sie fanden auch heraus, dass allein der Geruch der Diebsameisen die räuberische Verwandtschaft von einem Überfall auf die Nester von Sericomyrmex abhält. Das bemitleidenswert wirkende Zusammenleben der Pilzzüchter mit den schmarotzenden Diebsameisen sei in Wahrheit überlebenswichtig für Sericomyrmex-Kolonien, folgern die Wissenschaftler.

wbr/dpa



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