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Animalische Instinkte: Wildtiere entkamen Flutwelle

Die in der Katastrophenregion heimischen Tiere haben die mörderischen Flutwellen offenbar vorhergeahnt: Bisher wurden in den verwüsteten Gebieten keine Tierkadaver gefunden.

Elefant mit sechstem Sinn für Gefahr: Die Wildtiere haben die Flut überlebt
DDP

Elefant mit sechstem Sinn für Gefahr: Die Wildtiere haben die Flut überlebt

Colombo - Die Naturschutzbehörde Sri Lankas steht vor einem Rätsel: Nach den verheerenden Flutwellen ist die Region übersät mit menschlichen Leichen, bislang sind jedoch keine Kadaver wilder Tiere gefunden worden. "Es gibt keine toten Elefanten, nicht einmal einen toten Hasen oder ein totes Kaninchen", sagte H.D. Ratnayake, Vizedirektor der Naturschutzbehörde, der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Erdbeben der Stärke neun hatte am Sonntag gigantische Flutwellen ausgelöst, die bis zu drei Kilometer weit in den Yala National Park peitschten. In diesem größten Naturschutzreservat Sri Lankas leben Hunderte wilder Elefanten und Leoparden. "Ich glaube, die Tiere können Katastrophen spüren. Sie haben einen sechsten Sinn. Sie wissen, wenn diese Dinge passieren", so Ratnayake weiter.

Auch den Meeressäugetieren wie Walen und Delfinen dürfte aus diesem Grund wenig zugestoßen sein, urteilte Michael Keogh, Unterwasserökologe an der Universität Melbourne. "Delfine können solche Dinge spüren und sich wahrscheinlich in tiefere Gewässer in Sicherheit bringen", sagte er.

Wesentlich düsterer ist die Prognose für die als Taucherparadiese bekannten Korallenriffs der Region. Keogh zufolge sind in diesem empfindlichen Öko-System wahrscheinlich große Schäden entstanden. Da Korallen nur einen halben Zentimeter pro Jahr wachsen, könnte es nach Angaben des Forschers "sehr lange Zeit dauern", bis sich die Riffs erholt haben.

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