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Eisschmelze: Unumkehrbare Kettenreaktion in der Antarktis befürchtet 

AFP/ NASA

Der Meeresspiegel könnte höher steigen als erwartet: Gletscher der Westantarktis schwinden unaufhaltsam, warnen Forscher. Das führe zu einer folgenreichen Kettenreaktion.

Hamburg - Das Schmelzen des Thwaites-Gletschers in der Westantarktis könnte zu einem Ansteigen der Meeresspiegel von rund 60 Zentimetern führen - und es könnte eine Kettenreaktion auslösen: Das Schwinden des Gletschers könnte weitere Eispartien destabilisieren.

"Ein großer Teil der Eiskappe in der Westantarktis ist in einem Stadium des unumkehrbaren Rückzugs", sagt Nasa-Wissenschaftler Eric Rignot von der University of California, Irvine. In den bisherigen Berechnungen des Weltklimarats zum Anstieg der Meeresspiegel sei das Phänomen nicht ausreichend berücksichtigt.

In einer Studie, die in Kürze im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" erscheinen soll, untersuchten Forscher um Rignot den Rückgang aller sechs großen Gletscher der Antarktis. Da das Schmelzen dieser Gletscher auch noch andere Eispartien schwächen dürfte, rechnen die Forscher über mehrere Jahrhunderte mit einem Ansteigen der Pegel um bis zu drei Meter.

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Warnung vor Kettenreaktion: Unterschätze Gletscherschmelze
Rignot und sein Team verwendeten Daten von Satelliten, Flugzeugen, Schiffen und Untersuchungen des sogenannten Schelfeises. Sie zeigen Änderungen in der Geschwindigkeit der Gletscher und ihre Ausdehnung vor der Küste im Meer.

Die Studie eines zweiten Forscherteams unterstreicht die Ergebnisse. Ian Joughin von der Universität Washington und Kollegen haben die Entwicklungen am Thwaites-Gletscher in der Westantarktis am Computer simuliert. Ihr Ergebnis: Die Auflösung dieses Gletschers habe unumkehrbar begonnen.

Die Forscher errechneten, dass er sich in 200 bis 1000 Jahren ganz aufgelöst haben dürfte. Ihre Studie stützt sich auf topografische Karten und Computermodelle der Westantarktis. Das abschmelzende Eis dieses Gletschers habe derzeit ein Ansteigen der weltweiten Meeresspiegel um etwa einen Millimeter im Jahr zur Folge, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Science".

jme/AFP

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insgesamt 361 Beiträge
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1. was haben die Menschen früher
die80er 13.05.2014
nur gemacht? In all den Jahrtausenden ist das Meer mal gestiegen, mal gefallen und man hat damit gelebt. Es sind Dinge die so sind wie sie sind. Ob die Menschen nun CO2 ausstossen oder nicht interessiert die Erde nicht die Bohne. Die reguliert sich selbst. Wir müssen uns dann halt so wie schon immer anpassen. Das zeichnet die Menschen aus!
2. Schon die einfache Beobachtung der Zusammenhänge
paula_f 13.05.2014
ist ausreichend sich selbst ein Urteil zu bilden. Was passiert wenn fossile Brennstoffe welche über mehr als 600 MIO Jahre durch Sonneneinstrahlung auf unserem Planeten entstanden sind, innerhalb von nur ca. 300 Jahren einfach verbrannt werden. Wie fragil unsere Atmosphäre ist zeigt sich beispielsweise daran, dass schon sehr geringe Mengen Chlorkohlenwasserstoffe, verwendet als Treibgase und Kältemittel in Klimaanlagen, dazu geführt haben, dass in unserer relativ dünnen Atmosphäre ein großes Ozonloch entstanden ist. Das Verbot der chlorierten Kältemittel wie R12 führe dazu, dass dieses Ozonloch wieder kleiner wurde. Dabei sind die Gasmengen aus Kälteanlagen verschwindend gering gegenüber CO2, Staub und anderen Abgasen bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Die Atmosphäre ist eine dünne Hülle um unsere Erde und schon deshalb leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Veränderungen der Wärmeabstrahlung von der Erde in den Weltraum durch CO2 und anderer Gase wie Fluorkohlenwasserstoffe führt zu einem sich selbst immer weiter verstärkenden Vorgang. Dieser Treibhauseffekt verstärkt sich selbst da, durch höhere Temperaturen, immer mehr Wasser verdunstet, und damit die Wärmeabstrahlung noch weiter behindert wird und so noch mehr Wasser verdampft. Durch schmelzende Gletscher und Pole wird dazu weniger Sonnenstrahlung reflektiert. Leider versuchen viele Politiker und Entscheider in der Industrie ohne Rücksicht auf den fossilen Energieverbrauch weiterhin maximalen Gewinn zu erwirtschaften. Schlimm ist, dass uns ausreichend Energie zur Verfügung steht, ohne dass wir, wie in der Steinzeit, alles einfach verbrennen müssen. Eine Studie, veröffentlicht durch das Bundesumweltamt, ist wie eine Handlungsanweisung und zeigt wie es funktioniert. Auch zum Vorteil der Industrie – langfristig sind nur effiziente Unternehmen und Produkte marktfähig – einfach weil sie preisgünstiger sind.
3. Rechtzeiter Absprung
Kiste 13.05.2014
Gut, dass sich meine Kinder und Enkelkinder allesamt nach Süddeutschland, wo die Arbeitsplätze sind, abgesetzt haben. Meine Nachkommen werden wohl eher nicht an der Küste ertrinken. Ich verstehe nur nicht, weshalb hier so viele noch in teure Immobilien investieren.
4. Flugverkehr einstellen
radostinsommerwald 13.05.2014
Zitat von sysopAFP/ NASADer Meeresspiegel könnte höher steigen als erwartet: Gletscher der Westantarktis schwinden unaufhaltsam, warnen Forscher. Das führe zu einer folgenreiche Kettenreaktion. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/anstieg-der-meeresspiegel-durch-gletscherschmelze-in-antarktis-a-969054.html
Da die Politik nichts gegen den global entfesselten Flugverkehr unternimmt - und das wäre ein leichtes - ist davon auszugehen, dass der Politik der Klimawandel und die Folgen zu deutsch scheissegal sind. Gerade über den Meeren ist die durch die Fliegerei erzeugte Zirruswolken-Decke fatal und in der Wirkung katastrophal. Transatlantische Flüge haben eine viel schlimmere Wirkung als kontinentale, da das Wasser die Wärme speichert und der Ozean sich so immer weiter aufheizt. Also entweder: Klappe halten und Folgen ertragen oder Handeln!
5. Wird wieder Geld benötigt?
klugscheißer2011 13.05.2014
Zitat von sysopAFP/ NASADer Meeresspiegel könnte höher steigen als erwartet: Gletscher der Westantarktis schwinden unaufhaltsam, warnen Forscher. Das führe zu einer folgenreiche Kettenreaktion. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/anstieg-der-meeresspiegel-durch-gletscherschmelze-in-antarktis-a-969054.html
Immer wenn Forscher neuen Geldnachschub benötigen, dann warnen sie vor der nächsten Katastrophe. Was sich an den Polen der Erde tut, gehört zum Lebenszyklus unseres Planeten. Wäre es umgekehrt, würden dieselben Forscher wahrscheinlich vor einer neuen Eiszeit warnen.
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