San Francisco - Sie können lauter werden als ein startender Düsenjet: Wenn Buckelwale anfangen zu singen, gehört das zu den besonders beeindruckenden Klängen der Natur. Mehrere hundert verschiedene Laute haben Forscher schon nachweisen können. Die Tiere unterhalten sich je nach ihrer Heimat in verschiedenen Dialekten. Nun zeigt sich: Die Wale singen nicht nur in ihren Brutgebieten, sondern auch an ihren kalten Futterarealen in der Antarktis.
Dabei singen manche sogar ebenso komplexe und ähnlich strukturierte Lieder wie beim Umwerben der Weibchen im warmen Norden, wie Meeresforscher im Fachjournal "PLoS One" berichten. Sogar beim Tauchen und auf der Jagd nach möglichst dichten Krillschwärmen frönen manche Meeressäuger der Musik.
Alison Stimpert von der Naval Postgraduate School in Monterey (US-Bundesstaat Kalifornien) und ihre Mitarbeiter statteten zehn Buckelwale den Gewässern vor der westantarktischen Halbinsel mittels Saugnäpfen mit Ortungsgeräten aus. Gleichzeitig lauschten sie mit Unterwasser-Mikrofonen den Gesängen der einzelnen Wale.
Die Daten der Ortungsgeräte zeigten, dass die Tiere währenddessen bis zu 100 Meter tief tauchten. Manche Gesänge wurden sogar registriert, als die Tiere rasch zum Fressen aufstiegen - also direkt während der Jagd- und Essensphase.
Das Singverhalten der Buckelwale sei sehr viel flexibler als bisher geglaubt, schreiben die Wissenschaftler. "Wir waren sehr überrascht, solche Gesänge in den antarktischen Futterplätzen zu hören", so Stimpert. "Außerdem hielten sich die Sänger nicht abseits, wie sie oft in den Brutgebieten tun, sondern nahmen an der allgemeinen Futtersuche teil - nur, dass sie sich entschieden, dabei zu singen."
chs/dpa
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