Antarktis: Ozonloch wächst im Rekordtempo

Das Ozonloch über der Antarktis dehnt sich nach einer Phase des Schrumpfens wieder massiv aus. Forscher befürchten, dass der Rekordwert des Jahres 2000 in den nächsten Wochen übertroffen wird.

Ozonloch über der Antarktis: Wolken in der Stratosphäre bieten ein spektakuläres Schauspiel
REUTERS

Ozonloch über der Antarktis: Wolken in der Stratosphäre bieten ein spektakuläres Schauspiel

"Das Wachstum entspricht im Moment dem des Jahres 2000, als das Loch eine Rekordgröße hatte", sagte Andrew Klekociuk von der Australian Antarctic Devision (AAD). Vor drei Jahren hatte die US-Raumfahrtbehörde Nasa gemeldet, das Ozonloch sei auf 28,3 Millionen Quadratkilometer angewachsen und damit drei Mal so groß wie Australien.

In der Zeit danach schrumpfte das Loch: "Im vergangenen Jahr führten ungewöhnlich hohe Temperaturen zum kleinsten Ozonloch seit 1988", erklärte Klekociuk. Die Wärmephase aber sei nun vorbei. Die Stratosphäre habe sich sechs Wochen früher als üblich abgekühlt. Schon jetzt bedecke das Ozonloch die gesamte Antarktis.

Als erstes sichtbares Zeichen für die Abkühlung meldete die australische Mawson-Forschungsstation das Auftauchen von Wolken in der Stratosphäre, die sich dort nur bei ungewöhnlicher Kälte bilden. Die Wolken bieten durch die Brechung des Lichts bei Sonnenuntergang nicht nur ein spektakuläres Schauspiel, sondern wandeln vom Menschen freigesetztes FCKW durch eine chemische Reaktion in Ozon zerstörende Substanzen um.

"Im Jahr 2000 haben wir bis Anfang Juli keine Wolken in der Stratosphäre gesehen", sagte Klekociuk. "In diesem Jahr tauchten sie bereits Mitte Mai auf, früher als je zuvor." Erst im vergangenen Herbst hatten Wissenschaftler prognostiziert, dass das Ozonloch schrumpfen und bis 2050 gänzlich verschwinden werde.

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