Doppelt so groß wie Deutschland Riesige Pfütze auf antarktischem Eispanzer

Normalerweise ist die Gegend trocken, selten fällt Schnee. Doch unlängst muss es in der Antarktis viel geregnet haben, eine riesige Pfütze hatte sich gebildet. Forscher haben eine Erklärung.

Antarktis (Pazifikseite): Die Farben zeigen, wie viele Tage im Januar 2016 ein Satellit Wasser auf dem Eispanzer gemessen hat.
Julien Nicolas/ The Ohio State University

Antarktis (Pazifikseite): Die Farben zeigen, wie viele Tage im Januar 2016 ein Satellit Wasser auf dem Eispanzer gemessen hat.


Sie hätten das Phänomen nicht sofort entdeckt, berichten die Forscher der Ohio State University in den USA. Erst als ihre neue Messstation auf dem Eispanzer der Antarktis Mitte Januar vergangenen Jahres erstaunlich hohe Temperaturen meldete, seien sie stutzig geworden.

Die Wissenschaftler um Julien Nicolas blickten auf die Wetterkarte - und wunderten sich erneut: Dichte Wolken zogen vom Südpazifik über die Antarktis. Normalerweise ist der Himmel dort blau, es fällt wenig Niederschlag; und wenn er fällt, dann gewöhnlich als Schnee.

Die Lage war damit klar: Es musste bei den gemessenen milden Temperaturen ungewöhnlich viel Regen in der Region niedergegangen sein.

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Nicolas und seine Kollegen wandten sich dem nächsten Instrument zu, das auf den Nasa-Satelliten "Aqua" und "Terra" stationiert ist.

Und tatsächlich, Reflexionen der Mikrowellenstrahlung lieferten den Beweis: Eine riesige Pfütze lag auf dem Eispanzer der Antarktis, sie war mit knapp 800.000 Quadratkilometern mehr als doppelt so groß wie Deutschland, berichten die Forscher jetzt im Wissenschaftsmagazin "Nature Communications".

Die Ursache des seltenen Falls war schnell gefunden: Das Wetterphänomen El Niño beherrschte den halben Globus, warmes Pazifikwasser war aus der Tiefe an die Oberfläche gequollen, es veränderte die Witterung monatelang.

Die betreffende Antarktisregion auf der Pazifikseite muss in El-Niño-Jahren stets mit feucht-milder Luft rechnen. Doch nie zuvor wurden die Folgen auf solch dramatische Weise dokumentiert wie anhand der riesigen Wasserpfütze.

boj

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