Antarktis Vulkan verursachte vor 18.000 Jahren ein Ozonloch

Fast 200 Jahre lang wütete ein Vulkan einst in der Antarktis. Forscher glauben: Der Feuerberg hat schon damals einen Klimawandel eingeleitet.

NASA/ USGS

Der Mount Takahe ist ein mächtiger Vulkan, der ausgerechnet dort Lava und Glut brachte, wo es eiskalt ist - in der Antarktis. Der Berg gehört mit seinen 3460 Metern Höhe zu den eindrucksvollsten Erhebungen im Marie-Byrd-Land im Westen der Antarktis. Doch längst ist er erloschen, seinen letzten Ausbruch erlebte der Takahe wohl ungefähr 5550 Jahre vor Christus.

Klimaforscher haben nun entdeckt: Der Mount Takahe hat in seiner aktiven Phase besonders stark gewütet - mit weitreichenden Folgen. Ein internationales Team um Joseph R. McConnell vom Desert Research Institute (DRI) in Reno (Nevada) konnte eine 192 Jahre lange Phase von hoher vulkanischer Aktivität vor rund 17.700 Jahren nachweisen. "Diese Phase ging mit einer verstärkten Eisschmelze in der Region einher", schreiben die Forscher in einer Studie im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Science".

Das Team von McConnell hatte antarktische Eisbohrkerne untersucht. Darin entdeckten die Forscher Spuren von halogenreichen Eruptionen des Vulkans. "Die Ausbrüche gehen mit dem Beginn des schnellsten, weit verbreiteten Klimawandels in der südlichen Hemisphäre während des Endes der letzten Eiszeit einher - und Anstiegen der globalen Treibhausgaskonzentrationen", so McConnell.

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Antarktis: Mount Takahe - Feuer und Eis für 192 Jahre

Schon häufiger hatten Forscher Spuren eines vor 19.000 Jahren einsetzenden Klimawandels in der Region gefunden. So hatten sich damals wohl Windbewegungen verändert, genauso verringerte sich die Ausdehnung des Meereises und die Belüftung der tieferen Ozeanschichten. Ausgelöst wurde dies wohl auch durch eine Veränderung der Sonneneinstrahlung, die die Antarktis wohl vermehrt erreicht hatte. Unklar war aber bisher, was dafür verantwortlich war. Nun glauben die Forscher, die Antwort gefunden zu haben.

Vermutlich haben die halogenreichen Eruptionen ein Ozonloch über der Antarktis geschaffen. "Genau wie das moderne hat es zu großräumigen Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation und dem Hydroklima in der gesamten südlichen Hemisphäre geführt", so McConnell. "Die Wahrscheinlichkeit, dass dies nur ein Zufall war, ist sehr gering."

Die Spuren der Eruptionen wie etwa Schwermetalle oder freigesetzte Halogene wie Chlor oder Brom aus der Vulkanfahne ließen sich noch mehr als 2800 Kilometer vom Mount Takahe entfernt nachweisen.

Die Messungen zu der Studie wurden im Eisbohrkern-Labor des DRI durchgeführt. Einer der analysierten Kerne aus dem internationalen ProjektWest Antarctica Ice Sheet (WAIS Divide) wurde aus einer Tiefe von mehr als 3400 Metern geholt. Er wurde auf über 30 unterschiedliche Elemente und Verbindungen geprüft. Dabei entdeckten die Forscher chemische Unregelmäßigkeiten, die sie den Eruptionen des Mount Takahe zuordnen konnten. "Keine andere vergleichbare Anomalie wurde in dem 68.000 Jahre alten WAIS-Divide-Eisbohrkern entdeckt", sagte Michael Sigl vom DRI, der als erster die überraschenden Ergebnisse bei der chemischen Analyse beobachtet hatte.

Auch in zwei weiteren antarktischen Eisbohrkernen konnten die Forscher die Ergebnisse bestätigen. Einer stammt vom Taylor-Gletscher im Süden von Antarktika. Bereits in den Neunzigerjahren hatten Forscher ähnliche Unregelmäßigkeiten in anderen Bohrkernen aus der Westantarktis entdeckt. Doch die Analysen damals waren weniger umfangreich und konnten noch nicht den Takahe-Ausbrüchen zugeordnet werden.

Dass ausgerechnet in der Antarktis die Vulkandichte besonders hoch ist, haben Forscher erst kürzlich nachweisen können. Sie entdeckten ein Netzwerk aus insgesamt 138 Vulkanen. Sie liegen überwiegend unsichtbar unter der im Schnitt zwei Kilometer dicken Eisschicht. 91 der Vulkane waren bisher nicht bekannt.

joe

insgesamt 27 Beiträge
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schocolongne 05.09.2017
1. So what!
Das Klima der Erde hat auf Grund von Vulkan-Aktivitäten noch weitaus mehr Haken geschlagen und es ist keinesfalls sicher, das nicht ein weiterer massiver Vulkanausbruch das Erdklima massiv abkühlen lässt. Dagegen ist die Menschgemachte Erderwärmung dann nur noch PillePalle.
brooklyner 05.09.2017
2.
Es heisst im Deutschen nicht "im Süden von Antarktika", sondern "im Süden der Antarktis".
MaxSeelhofer 06.09.2017
3. Darf ja nicht wahr sein ...
Der Klimawandel wird doch durch den vom Menschen verursachten „C02-Ausstoss” verursacht? Haben uns doch alle unsere LiGrüGutmen-Lehrkräfte in der Schule beigebracht … – Oder stimmt das etwas doch nicht? – Scharf nachdenken … - Sind ja nur 18'000 Jahre, klar. Und wer/was hat den Klimawandel verursacht, bevor es Menschen gab? – Nochmals: scharf nachdenken … - Gruss aus Peru, da bebt die Erde und die Vulkane rauchen, ganz ohne Mensch(en) ...
wolke:sieben 06.09.2017
4. Ja SPON
...dieser Artikel stimmt, war damals Zeitzeuge.
Stefan_G 06.09.2017
5. zu #2
Zitat von brooklynerEs heisst im Deutschen nicht "im Süden von Antarktika", sondern "im Süden der Antarktis".
Im Deutschen ist beides zulässig. "Im Süden von Antarktika" (analog zu "im Süden von Afrika" meint den Felskontinent unter der Eisbedeckung. "Im Süden der Antarktis" meint den Kontinent inkl. Eis. .
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